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06.11.1971: USA zünden die Cannikin-Wasserstoffbombe


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Am 06. November 1971 zündeten die USA die Cannikin-Wasserstoffbombe. Diese hatte eine Sprengkraft von knapp fünf Megatonnen. Dabei handelte es sich um den größten unterirdischen Atomwaffentest, den die USA jemals durchgeführt haben.

Cannikin-Wasserstoffbombe 1971
Cannikin-Wasserstoffbombe 1971, Bild: Gegenfrage.com

Die Detonation der Cannikin-Wasserstoffbombe war ein unterirdischer Atomwaffentest, der am 06. November 1971 auf der im Jahr 1867 von Russland an die USA abgetretenen Amchitka-Insel in Alaska von der Atomenergiekommission der Vereinigten Staaten durchgeführt wurde. Dabei handelte es sich um einen Teil der Atomtestreihe „Operation Grommet“.

Mit einer Sprengkraft von fast fünf Megatonnen TNT war der Test die größte unterirdische Explosion, die die Vereinigten Staaten jemals durchgeführt haben. Vor diesem Atomwaffentest im Jahr 1971 fand auf derselben Insel bereits am 02. Oktober 1969 ein Test mit einer 1 Mt-Wasserstoffbombe „zu Kalibrierungszwecken“ statt.

Der größte Atomwaffentest in der US-Geschichte war die Detonation der Castle Bravo-Wasserstoffbombe im Jahr 1954. Diese hatte eine Sprengkraft von 15 Megatonnen TNT. Den Test führte man allerdings am Bikini-Atoll durch, wo das US-Militär seit 1946 Atomwaffen testete.

Der Cannikin-Atomtest stieß seitens Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace aus ökologischen Gründen auf erheblichem Widerstand. Der Cannikin-Test war zu groß, um sicher in Nevada durchgeführt zu werden. Die Amchitka-Insel war in den 1950er Jahren als potenzieller Atomteststandort in Betracht gezogen worden, galt zu diesem Zeitpunkt jedoch als ungeeignet.

1965 wurde ein Atomtest mit der 80 kT-Kernwaffe „Long Shot“ auf der Insel im Rahmen des Vela-Projekts durchgeführt, um seismische Auswirkungen zu testen. Die Vorbereitung auf den Cannikin-Test nahm über fünf Jahre in Anspruch. Man beschäftigte Hunderte Mitarbeiter des Lawrence Radiation Laboratory, später Lawrence Livermore National Laboratory.

Die Bohrarbeiten für den Schacht für den Atomtest unter der Bezeichnung „Milrow“ begannen im März 1967. Um den Test durchzuführen, ließ man 400 Tonnen Ausrüstung in einen Schacht von 1.870 Metern Tiefe und 2,30 Meter Breite hinab.

Der Vorsitzende der Atomenergiekommission, James R. Schlesinger, brachte seine Frau und seine beiden Töchter zu dem Test auf die Amchitka-Insel, um die Sicherheit des Tests zu unterstreichen.

Demonstrationen

Es wurde sowohl gegen den Test zu Kalibrierungszwecken, als auch gegen die Cannikin-Wasserstoffbombe heftig protestiert. Aufgrund eines Erdbebens in Alaska im Jahr 1964 weckten die Pläne einige Bedenken, dass derartige Tests Erdbeben oder Tsunamis auslösen könnten.

Bei einer Demonstration im Jahr 1969 blockierten 7.000 Menschen einen großen Grenzübergang zwischen den USA und Kanada. Weitere Demonstrationen fanden an kanadisch-amerikanischen Grenzübergängen in Ontario und Quebec statt.

Im Juli 1971 reichte das Committee for Nuclear Responsibility eine Klage gegen die Atomenergiekommission ein und forderte das Gericht auf, den Test zu beenden. Die Klage blieb ohne Erfolg. Der Oberste Gerichtshof lehnte die einstweilige Verfügung mit 4 zu 3 Stimmen ab.

Quellenangaben anzeigen
llnl.gov, latimes, timewikipedia

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