Britisches Militär setzt Mini-Drohnen in Afghanistan ein


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In Afghanistan werden vom britischen Militär neue Drohnen mit den Abmessungen eines Spielzeughubschraubers eingesetzt, um feindliche Truppen auszuspähen. Afghanistans Präsident bezeichnet nicht mehr die Taliban, sondern „fremde Mächte“ als größte Bedrohung für sein Land.

Neue Mini-Drohne "Black Hornet"Bildquelle: proxdynamics.com
Neue Mini-Drohne „Black Hornet“
Bildquelle: proxdynamics.com

Britische Truppen setzen in Afghanistan nun angeblich Drohnen ein, die nur 10 Zentimeter klein sind und 16 Gramm wiegen. Das britische Verteidigungsministerium plant, 160 dieser Drohnen im Rahmen eines Vertrages in Höhe von mehr als 31 Millionen Dollar zu kaufen. Die ferngesteuerten Mini-Drohnen mit der Bezeichnung PD-100 PRS Black Hornet werden vom norwegischen Unternehmen Prox Dynamics produziert und sollen vom britischen Militär für Aufklärungsflüge und für die Ausspähung feindlicher Stellungen eingesetzt werden.

Die Drohnen sind mit einer winzigen Kamera, einem GPS-Empfänger und einem Onboard-Autopilot-System ausgestattet. Moderne Sensoren sollen den kleinen Hubschrauber auch bei stärkeren Windstößen stabil auf Kurs halten. Dazu soll er sehr leise sein, um beim Ausspionieren feindlicher Truppen kein Aufsehen zu erregen. Der eingebaute Autopilot kann bestimmte Routen automatisch abfliegen oder auch manuell gesteuert werden.

Die integrierte Kamera kann aus einer Entfernung von bis zu einem Kilometer Fotos und Videos aufzeichnen und der Akku liefert Energie für rund 30 Minuten Flugzeit. Prox Dynamics hat im Jahr 2008 mit der Entwicklung der Drohne begonnen bereits ein Jahr später den ersten Prototyp fertiggestellt. Der Hersteller hatte die Drohnen nach eigenen Angaben ursprünglich für den Einsatz in Katastrophengebieten geplant. Eine marktfähige Version der Black Hornet wurde erstmals auf der Counter Terrorist Expo in London im April 2012 vorgestellt.

Zunehmend drängt sich der Verdacht auf, dass Afghanistan neben der ehrenvollen Aufgabe als Drogen-Lieferant immer mehr zum Mülleimer alter Waffen der Westmächte, bzw. zum Testobjekt neuer Waffen wird. Da wundert es nicht, dass Afghanistans Präsident Hamid Karzai inzwischen nicht mehr die Taliban als die größte Bedrohung für sein Land erachtet, sondern „fremde Mächte„. Allerdings ohne nähere Definition.