Britische Regierung blockiert Schuldentilgung an Iran


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Der Iran liefert Öl und Gas an das Energieunternehmen Shell, wird aufgrund des EU-Embargos dafür aber nicht bezahlt. Grund: Die Begleichung der Schulden könnte dem Iran wirtschaftlich nützen. Die britische Regierung blockiert zudem sämtliche legale Möglichkeiten das Embargo zu umgehen.

Öl-Bohrinsel
Öl-Bohrinsel (Archivbild)
Quelle: Wikipedia

Ob berechtigt oder nicht: Dass ein Embargo wirtschaftliche Aktivitäten beeinträchtigt, versteht sich von selbst. Dass jedoch Leistungen in Anspruch genommen werden, ohne dass später dafür bezahlt wird, dürfte wohl gegen die Spielregeln und außerdem gegen jede Moral verstoßen. So derzeit in Großbritannien: Das anglo-niederländische Öl- und Gasunternehmen Shell möchte gerne ausstehende Rechnungen von 2008 bis 2012 in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar an den Iran begleichen, was die britische Regierung jedoch blockiert. Begründet wird dies mit den aktuellen EU-Sanktionen gegen die Islamische Republik.

Das Begleichen der Rechnung würde dem Iran wirtschaftlich nützen, so die Erklärung. Shell hat angeblich bei der Regierung in London um die Möglichkeit gebeten, die Zahlungen in Form von Medikamenten des britischen Pharmaherstellers GSK zu leisten, was jedoch von der Regierung abgelehnt wurde. Die Sanktionen betreffen angeblich alle wirtschaftlichen Bereiche bis auf Pharma und Nahrungsmittel. Aufgrund dessen prüfte Shell die Möglichkeit, die Schulden über einen US-Agrarbetrieb zu in Form von Getreide zu bezahlen, was ebenfalls von London blockiert wurde.

Die US-Sanktionen gegen den Öl- und Finanzmarkt des Iran treffen in erster Linie die zivilie Bevölkerung und werden mit dem laufenden Atomenergieprogramm begründet, durch das sich insbesondere Israel bedroht fühlt. Bemerkenswert dabei ist, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat, der eine friedliche Nutzung von Atomenergie voraussetzt.  Zahlreiche Iraner verlieren ihre Jobs, so sind heute etwa 50% aller weiblichen Akademiker im Iran arbeitslos. Insbesondere der iranische Privatsektor steht unter enormem Druck, da Zahlungen an Lieferanten von Bau- und Ersatzteilen aufgrund des Ausschlusses aus dem internationalen Handel nicht mehr geleistet werden können.



3 Kommentare

  1. Da sieht man die Moral dieser Regierung sehr schön. Die gleichen Leute entscheiden über Enteignungen und Sparmaßnahmen an uns Steuerzahlern.

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