An diesem Tag
06.06.1944: Bomben auf Caen, Vire, Lisieux und Saint-Lô (Frankreich)


Frankreich/Geschichte/Großbritannien/Kanada/USA

Am 06. Juni 1944 bombardierten anglo-amerikanische Kampfflugzeuge die französischen Städte Caen, Vire, Lisieux und Saint-Lô und zerstörten diese bis zu 95 Prozent. 

Bombardierung Caen 1944
Bombardierung Caen 1944, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1944 bombardierten anglo-amerikanische Kampfflugzeuge die französischen Städte Caen, Vire, Lisieux und Saint-Lô. Im Zweiten Weltkrieg legten die Briten und Amerikaner die Küste der Normandie als Startpunkt der Invasion fest.

Caen

Caen war ein strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, weshalb die Stadt im Zuge der Operation Overlord innerhalb weniger Tage besetzt werden sollte. Während der Bombardierungen suchten viele Einwohner der Stadt Zuflucht in der Abbaye aux Hommes, erbaut von Wilhelm, dem Eroberer, etwa 800 Jahre zuvor.

Sowohl die Kathedrale als auch die Universität wurden durch die Bombardierung völlig zerstört. Die Royal Air Force führte zwei große Bombenangriffe auf Caen durch. Einmal am „D-Day“ (06. Juni 1944) und ein weiteres Mal einen Monat später, am 07. Juli.

Luftangriffe trafen fast ausschließlich zivile Ziele

Durch die intensiven Luftangriffe wurden ca. 75 Prozent der Stadt der zerstört. Laut offiziellen Angaben kamen zwischen 2.000 und 5.000 französische Zivilisten ums Leben. Die Stadt war zu dieser Zeit von deutschen Truppen besetzt. Die Luftangriffe richteten sich jedoch nicht gegen deutsche Stellungen, die am Stadtrand zu finden waren. Diese blieben fast alle unversehrt.

Stattdessen, so beschreibt es die britische Daily Mail, legten die britischen Bomber die Innenstadt in Schutt und Asche. Die Zahl der Todesopfer bezeichnet die Zeitung als „umstritten, sie könnte aber bis 5.000 reichen“.

Der britische Historiker Antony Beevor schrieb diesbezüglich: „Die britische Bombardierung von Caen, die am D-Day begann, war dumm, kontraproduktiv und befand sich vor allem ganz nahe am Rande eines Kriegsverbrechens.“

Die Befreier wurden mit Beschimpfungen begrüßt

Heute spricht man allgemein von einer Befreiung der Stadt durch die Briten. Der britische Telegraph schreibt, dass die Einheimischen ihre Befreier bei ihrer Ankunft als „Bastarde“ beschimpften, die Bombenangriffe beizeichnete man als „kriminell“.

Jean Quellien, ein führender französischer Historiker, schreibt: „Betrachtet man die Überlieferungen aus den Jahren 1944 und 1945, zeigt sich ein deutliches Gefühl der Wut. Man findet Phrasen wie: Oh, diese Bastarde.“

„Solche Ausdrücke sind im Laufe der Jahre völlig verschwunden, da es politisch unkorrekt ist, sie offen zu sagen. Aber wenn man mit Leuten leise und privat spricht, hat eine gewisse Anzahl definitiv noch ein Problem damit“, so Quellien. Der Wiederaufbau von Caen konnte erst im Jahr 1962 fertiggestellt werden.

Vire, Lisieux und Saint-Lô

Auch die Stadt Vire wurde von britischen Bombenangriffen heimgesucht. Die Luftangriffe begannen um 06. Juni 1944 um 20 Uhr abends, 95 Prozent der Stadt waren hinterher zerstört. Angeblich handelte es sich dabei um ein Versehen, da Zielmarkierungen nicht funktionierten. Der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt begann erst in den 1960er Jahren. Offiziellen Zahlen zufolge kamen 400 Einwohner der Kleinstadt ums Leben.

Lisieux wurde am gleichen Tag ebenfalls durch alliierte Luftangriffe zu zwei Dritteln zerstört. Hier kamen nach offiziellen Zahlen etwa 800 Zivilisten ums Leben. So wurde auch das Benediktinerkloster bombardiert, wodurch 20 Nonnen starben.

Saint-Lô wurde in der Nacht vom 06. auf den 07. Juni von 2.000 US-Bombern angegriffen und zu 95 Prozent zerstört. 1.000 der 12.000 Bewohner starben im Bombenhagel.

Quellen und Fotos anzeigen
dailymail, telegraph, wikipedia, pagespersoorangewikipedia



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