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01.11.2008: Bolivien wirft US-Drogenbehörde DEA aus dem Land


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Am 01. November 2008 stoppte Boliviens Präsident Morales sämtliche Aktivitäten der DEA in seinem Land. Er beschuldigte die US-Behörde Unruhen ausgelöst zu haben und Spionage zu betreiben.

DEA Bolivien
DEA Bolivien, Bild: Gegenfrage.com, Flaggen gemeinfrei

An diesem Tag beendete der bolivianische Präsident Evo Morales sämtliche Operationen der US-amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA in Bolivien, nachdem er einige Agenten der Spionage beschuldigt hatte. Er warf der DEA vor, in seinem Land Unruhen auszulösen, durch die im September 2008 mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen waren.

Darüber hinaus deckten lateinamerikanische Journalisten im Jahr 2014 auf, dass die DEA zwischen 2000 und 2012 mit einer der größten Gangs Mexikos kooperierte und illegale Drogen im Wert von Milliarden Dollar in die USA schmuggeln ließ.

„Ab heute sind alle Aktivitäten der US-DEA auf unbestimmte Zeit ausgesetzt“, sagte der bolivianische Führer in der Koka-Anbauregion Chimore in der Zentralprovinz Chapare am 01. November.

„Das Personal der DEA unterstützte die Aktivitäten des gescheiterten Staatsstreichs in Bolivien“, so Morales weiter. Die Agenten hätten „politische Spionage betrieben, um kriminelle Gruppen zu finanzieren“, welche Angriffe auf Regierungsbeamte und den Präsidenten geplant hätten. „Wir haben die Pflicht, die Würde und Souveränität des bolivianischen Volkes zu verteidigen.“

Kokainproduktion geht stark zurück

DEA-Sprecher Garrison Courtney sagte in einer Stellungnahme, dass es sich um eine „unglückliche Entscheidung“ Boliviens handle, die Aktivitäten der Behörde zu verbieten. In den Jahren nach der Ausweisung der DEA aus Bolivien ging die Kokainproduktion allerdings stark zurück.

Nach nur drei Jahren waren erste Erfolge der neuen Drogenpolitik in dem südamerikanischen Land feststellbar. Statt wie die DEA mit Polizei-Hundertschaften gegen die Cocaleros vorzugehen, suchten die Behörden gemeinsam mit den Landwirten nach Alternativen. Viele von ihnen nahmen dadurch letztendlich sogar mehr Geld ein.

Bolivien bleibt zwar nach Kolumbien und Peru der drittgrößte Kokaproduzent der Welt, doch ist die Produktion laut einem Bericht des Guardian zwischen 2010 und 2017 um 35 Prozent gesunken.

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abcguardian

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