Vergessene Geschichte
17.02.2011: Blutiger Donnerstag in Bahrain


Geschichte

Am 17. Februar 2011 räumten Sicherheitskräfte in Bahrains Hauptstadt Manama eine Demonstration gegen die Herrscherfamilie. Vier Menschen starben, 300 wurden verletzt. Der Tag ging als „Blutiger Donnerstag“ in die Geschichte ein.

Blutiger Donnerstag Bahrain
Blutiger Donnerstag Bahrain, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 2011 fand in Bahrain der Blutige Donnerstag (arabisch : خميس البحرين الدامي) statt. Dieses Ereignis war Teil des sogenannten Arabischen Frühlings, der durch eine Nahrungsmittelkrise ausgelöst worden war.

Die Sicherheitskräfte von Bahrain attackierten Demonstranten am frühen Morgen auf dem Perlenplatz in der Hauptstadt Manama, wo diese ihre Lager aufgeschlagen hatten. Die meisten von ihnen schliefen damals in Zelten.

Bei dem Angriff starben vier Protestierende, 300 wurden verletzt. Die Räumung des Zeltlagers wurde von Zeugen als unvorhersehbar und extrem brutal beschrieben. Wolken von Tränengas bedeckten das Gebiet, die Beamten feuerten Vogelschrot auf jene Demonstranten ab, die sich weigerten den Platz zu verlassen.

Einigen Berichten zufolge wurden auch Ärzte, Krankenwagen und ein Journalist angegriffen. Weitere Auseinandersetzungen brachen noch Stunden nach dem Überfall aus. Am Nachmittag setzten die Nationalgarde und die Armee Panzer, mehr als 50 gepanzerte Mannschaftswagen und andere gepanzerte Fahrzeuge ein und errichteten Checkpoints im ganzen Land.

Die Demonstranten suchten daraufhin Zuflucht im Krankenhaus in Salmaniya und setzten ihren Protest fort. Tausende von ihnen riefen „Nieder mit dem König, nieder mit der Regierung.“ Die Regierung beschuldigte die Demonstranten, die Sicherheitskräfte angegriffen zu haben.

50 von ihnen erlitten Verletzungen und man beteuerte, dass Maßnahmen erforderlich gewesen seien, um Bahrain vom „Rande eines sektiererischen Abgrunds“ zurückzubringen. Doch wiesen die Oppositionsparteien diese Behauptung der Regierung als „albern“ zurück.

„Abscheuliches Massaker“

Sie bezeichneten den Überfall als „abscheuliches Massaker“ und reichten ihre Rücktritte aus dem Unterhaus des Parlaments ein. Eine Reihe von internationalen Menschenrechtsgruppen und unabhängigen Beobachtern kritisierten das harte Vorgehen der Regierung.

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten äußerten öffentlich ihre tiefe Besorgnis und ihr Bedauern über die Gewalt gegen Demonstranten in Bahrain. Die Regierung des Vereinigten Königreichs kündigte an, angesichts der Unruhen einige Waffenausfuhrlizenzen nach Bahrain zu widerrufen.

Allerdings handelte es sich dabei offensichtlich um hohle Phrasen. Die USA lieferten weiterhin Waffen an die Regierung in Bahrain. Anders als gegenüber Libyen oder Syrien, wo ebenfalls Proteste gegen die Regierung stattfanden, unterstützte man das bahrainische Königshaus.

Washington und London betreiben Marinestützpunkte in Bahrain (ähnlich wie Russland in Syrien) und pflegen beste Kontakte zur Herrscherfamilie Al Khalifa. Auf der pompösen Feier zum 90. Geburtstag der englischen Königin Elizabeth II. im Jahr 2016 erhielt der bahrainische Diktator sogar einen Ehrenplatz an der rechten Seite der Queen.

Quellenangaben anzeigen
alwasatnews, aljazeera, bicireport (pdf)



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