An diesem Tag
29.01.1863: Massaker an den Shoshone-Indianern am Bear River


Geschichte/USA

Am 29. Januar 1863 griffen US-Soldaten ein Dorf der Shoshone-Indianer an und massakrierten hunderte Dorfbewohner, auch Kinder, Alte und Frauen. Der Vorfall ging als Bear River-Massaker in die Geschichte ein.

Shoshone-Indianer
Shoshone-Indianer, Symbolfoto, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1863 fand im Franklin County, Idaho, das sogenannte Bear River-Massaker statt. Colonel Patrick Edward Connor griff die Shoshone-Indianer mit mehreren Kompanien an.

Am frühen Morgen trafen US-Soldaten am Bear River ein und konnten zunächst von den Indianern abgewehrt werden. Anschließend wurden die Indianer von den Truppen umzingelt und das in einer Schlucht befindliche Dorf abgeriegelt.

Nun wurde das Feuer auf die Shoshone eröffnet, die das Feuer erwiderten. Nach etwa zwei Stunden ging den Indianern die Munition aus, sodass zur Verteidigung nur noch Tomahawks und Pfeil und Bogen eingesetzt werden konnten.

Einige versuchten durch den Bear River zu flüchten, doch warteten die Weißen bereits auf der anderen Seite des Flusses und eröffneten ebenfalls das Feuer. Die meisten der 300 Krieger wurden getötet.

Die US-Soldaten drangen immer weiter ins Dorf vor und begannen damit, die Dorfbewohner zu massakrieren. Neben den Kriegern kamen auch Kinder, Alte und Frauen auf bestialische Weise ums Leben.

Nachdem die meisten Männer und viele Kinder getötet worden waren, wurden die Frauen vergewaltigt. In einigen Fällen hielten die Soldaten Säuglinge an Füßen und schlugen ihre Köpfe wahllos gegen harte Gegenstände. Leisteten die Frauen Widerstand, wurden sie sofort erschossen.

Sie töteten jeden, der sich in den Indianer-Zelten versteckte und brannten das Dorf nieder. Bei dem Überfall starben insgesamt 246 Shoshone-Indianer und 21 US-Soldaten. Dabei handelt es sich allerdings um Daten der Unionsarmee.

Die Opferzahl der Shoshone-Indianer wurde von lokalen Siedlern höher geschätzt. Der dänische Einwanderer Hans Jasperson berichtete etwa in seiner Autobiografie aus dem Jahr 1911, er selbst habe 493 Tote gezählt. Col. Connor wurde zum Helden geehrt und stieg zum Brigadegeneral und später zum Generalmajor auf.

Vorgeschichte und Hungerkrise

Die Einrichtung der California und Oregon Trails, sowie die Gründung von Salt Lake City im Jahr 1847 brachte die Shoshone in regelmäßigen Kontakt mit weißen Kolonisten. 1856 hatten europäische Amerikaner ihre ersten festen Siedlungen und Farmen in Cache Valley etabliert, beginnend bei Wells, Utah und nordwärts.

Die Siedler pflegten zunächst freundschaftliche Beziehungen zu den umliegenden Indianerstämmen. Im Lauf der Jahre wurden die Indianer durch die hohe Zahl an weißen Einwanderern jedoch immer weiter verdrängt.

Im Jahr 1859 schrieb Jacob Forney, der Superintendent of Indian Affairs für das Gebiet von Utah, dass die Indianer „durch den Zustrom der weißen Bevölkerung verarmt“ seien. Er empfahl, ein Indianerreservat in Cache Valley zu gründen, um wichtige Ressourcen der Shoshone zu schützen.

Seine Vorschläge wurden vom US-Innenministerium abgelehnt. Verzweifelt begannen die Indianer mit der Plünderung von Lebensmitteln und Angriffen auf Farmen. Im Frühjahr 1862 wurde berichtet, dass „sich eine große Zahl der Indianer in einem hungernden und mittellosen Zustand befinden“.

Die Plünderungen wurden darum nicht als feindliche Akte, sondern als lebenserhaltende Maßnahmen gewertet. Der zuständige US-Beamte James Duane Doty kaufte Lebensmittel, um diese an die Indianer auszuteilen. Er schlug zudem vor, die Shoshone mit Vieh zu versorgen, „damit sie zu Hirten, statt zu Bettlern werden“.

Konfliktpotential nicht mehr zu ignorieren

Im Sommer und Herbst mehrten sich die Plünderungen jedoch, auch Vieh wurde gestohlen, sodass es zu einigen Gefechten zwischen Indianern und Siedlern kam. Die größte Aufmerksamkeit schenkten die US-Truppen jedoch dem gerade ausgebrochenen Bürgerkrieg.

Im Dezember 1862 jedoch machte sich die Army auf eine Expedition nach Cache Valley, um geklautes Vieh von den Shoshone zurückzuholen. Vier Indianer wurden gefangen genommen und dem Stamm ausgerichtet, sofort sämtliches Diebesgut zurückzugeben. Anderenfalls werde man die vier Gefangenen erschießen.

Die Weißen erhielten nichts zurück, worauf die vier Indianer erschossen und in den Bear River geworfen wurden. Das hohe Konfliktpotential war nicht mehr zu ignorieren.

Quellenangaben anzeigen
wikipedia, franklinidaho, militaryhistoryonline



5 Comments

  1. Ich denke, die Geschichte wird sich in der Zukunft wiederholen.
    Nur dann sind es nicht die Indianer, sondern die verarmten Menschen, die sich gegen die Obrigkeit auflehnen werden.
    Natürlich wissen das die Eliten der USA und haben schon über eine Milliarde Schuss DUM-DUM Munition eingelagert (die aus den Gewehren der Heimatschutzbehörde verschossen werden können, denn für Kriegseinsätze ist diese Munition geächtet) ebenso Millionen von Plastiksärgen und hunderte von Konzentrationslagern wurden gebaut.
    Frage:
    Worauf will man mit über 1 Milliarde Schuss seitens der Heimatschutzbehörde den schießen?
    Gut- für die Jagd ist die Munition zugelassen/erlaubt.
    Jagd auf wen/was???
    Und welchen erlegten Kadaver legt man dann in die Plastiksärge?
    Ich ahne es.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Genauso Gewalttätig wie die Amerikaner diesen Kontinent
    „Besiedelt“ haben, gehen Sie mit Anderen Ländern um.
    Diese „Nation“ beruht auf Gewalt und wird in Gewalt
    untergehen, nur werden Die Einige andere Länder mit
    nehmen in den Untergang . Leider

  3. Hoffe die sogenannte Bundesrepublik Deutschland die heute von einer Diktatorin misshandelt wird gehört dazu.

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