An diesem Tag
01.07.1968: Atomwaffensperrvertrag wird unterzeichnet


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Am 01. Juli 1968 unterzeichneten die USA, Großbritannien, die Sowjetunion und 58 weitere Staaten den neu ins Leben gerufenen Atomwaffensperrvertrag unter der Leitung der Vereinten Nationen.

Atomwaffensperrvertrag
Atomwaffensperrvertrag, Bild: Vereinte Nationen in Genf, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1968 unterzeichneten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion den Atomwaffensperrvertrag (oder Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, allgemein bekannt als Nichtverbreitungsvertrag oder NVV).

Dabei handelt es sich um einen internationalen Vertrag, dessen Ziel es ist, die Verbreitung von Atomwaffen und entsprechenden Waffentechnologien zu verhindern. Er schreibt die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie vor und hat die vollständige nukleare Abrüstung zu Ziel.

Zwischen 1965 und 1968 wurde der Vertrag vom Abrüstungsausschuss der Achtzehn Nationen ausgehandelt, einer Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, Schweiz. Er wurde am 01. Juli 1968 zur Unterzeichnung aufgelegt und trat 1970 in Kraft. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) kontrolliert die Einhaltung des Vertrags

Wie im Text gefordert, traten die NVV-Vertragsparteien nach 25 Jahren im Mai 1995 zusammen und vereinbarten, den Vertrag auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Bis August 2016 unterzeichneten 191 Staaten den Vertrag. Nur folgende Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen habenden Vertrag nicht unterzeichnet:

Die Atommächte Israel, Indien und Pakistan. Nordkorea unterzeichnete den Atomwaffensperrvertrag zwar im Jahr 1985, kündigte diesen jedoch aufgrund anhaltender militärischer Gewaltandrohungen durch die Atommacht USA im Jahr 2003 wieder auf. Darüber hinaus hat der 2011 gegründete Südsudan den Vertrag noch nicht unterzeichnet (Stand 2018).

Definition

Der Vertrag definiert Kernwaffenstaaten als solche, die einen nuklearen Sprengsatz vor dem 01. Januar 1967 gebaut und getestet haben. Dabei handelt es sich namentlich um die Vereinigten Staaten, Russland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und China.

Von vier weiteren Staaten ist bekannt oder wird ausgegangen, dass sie Atomwaffen besitzen: Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel. Die  israelische Regierung hält sich als einziges Land der Welt über den Besitz seiner Atomwaffen bedeckt.

Staaten ohne Atomwaffen erklären sich im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags dazu bereit, niemals Atomwaffen zu erwerben oder zu entwickeln. Die Atommächte erklären sich im Gegenzug dazu bereit, die Vorteile friedlicher Nukleartechnologie zu teilen und nukleare Abrüstung zu betreiben, um ihre nuklearen Arsenale endgültig zu beseitigen.

Der Vertrag wird alle fünf Jahre in Sitzungen der Überprüfungskonferenzen der Vertragsparteien des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen überprüft. Obwohl der Vertrag ursprünglich mit einer begrenzten Laufzeit von 25 Jahren konzipiert war, beschlossen die Unterzeichnerparteien im Konsens, den Vertrag während der Überprüfungskonferenz am 11. Mai 1995 in New York City auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

Zu der Zeit, als der NVV ins Leben gerufen wurde, gab es Prognosen, dass es 25-30 Atomwaffenstaaten innerhalb von 20 Jahren geben werde. Stattdessen gibt es über vierzig Jahre später nur neun Atommächte.

Kritik

Kritiker argumentieren jedoch, dass der Atomwaffensperrvertrag die Verbreitung von Atomwaffen oder die Motivation, sie zu erwerben, nicht stoppen kann. Sie drücken ihre Enttäuschung über die begrenzten Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung aus.

Die fünf autorisierten Kernwaffenstaaten (USA, Großbritannien, Russland, Frankreich und China) verfügen weiterhin über insgesamt rund 22.000 Sprengköpfe und verweigern die Abrüstung. Mehrere hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen haben zudem erklärt, dass sie wenig dazu beitragen können, dass Staaten Atomreaktoren zur Herstellung von Atomwaffen einsetzen.

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