Ahmadinejad an Obama: „Noch Zeit, Vergangenheit wiedergutzumachen“


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Irans früherer Präsident Mahmoud Ahmadinejad schrieb in einem Brief an das Weiße Haus, dass Barack Obama noch Zeit habe, die Vergangenheit wiedergutzumachen. Ahmadinejad bezog sich dabei in erster Linie auf iranische Vermögenswerte, welche von Obama eingefroren wurden.

ahmadinejad
Von Hamed Malekpour – http://www.tasnimnews.com/, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47190690

US-Präsident Barack Obama sollte seine verbleibende Zeit im Amt mit Bedacht nutzen, die Rechte der Menschen wiederherstellen und zwei Milliarden Dollar in Form von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten wieder freigeben, schrieb der ehemalige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad in einem Brief an das Weiße Haus. Ahmadinejad, der als Präsident des Iran von 2005 bis 2013 diente und für eine Reihe umstrittener Aussagen einige Aufmerksamkeit erlangte, sandte die Nachricht persönlich an Obama, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim.

Die Nachricht wurde über die Schweizer Botschaft in Teheran an das Weiße Haus weitergereicht. „Sie traten Ihr Amt als Präsident der Vereinigten Staaten inmitten einem Höhepunkt der globalen Frustration an … Nach mehreren Jahrzehnten der hegemonialen Politik und des Verhaltens aufeinanderfolgender US-Regierungen“, so der Brief. „Ihr Slogan der Kampagne war „Veränderung“ (Change) und Sie behaupteten, diese Politik und Verhaltensweise entschlossen zu ändern.“

Die Nachricht sei „keineswegs politischer Natur“, sondern auf Jahre des Schweigens über die „Unterdrückung und Grausamkeit verschiedener amerikanischer Regierungen“ gegen den Iran zurückzuführen. Obamas Versprechen, die Beziehungen mit Teheran wieder herzustellen, sei nie erfüllt worden, „und die gleiche feindliche Politik und die gleichen feindlichen Trends wurden verfolgt, nur auf eine alternative Weise.“ Eine „Wiedergutmachung für die Vergangenheit“ sei angebracht, so Ahmadinejad.

Die Nachricht kommt dann auf den Punkt: „Am 9. Juni 2014 beschloss ein Gericht in Amerika, basierend auf unbegründete Behauptungen ohne zuverlässige Unterlagen, zwei Milliarden Dollar aus dem Eigentum der iranischen Nation rechtswidrig einzufrieren.“  Im April entschied das US Supreme Court, dass iranische Vermögenswerte in Höhe von zwei Milliarden Dollar an amerikanischen Familien bezahlt werden müssten, deren Angehörige bei Militäroperationen in Beirut und Saudi-Arabien in den Jahren 1983 und 1996 ums Leben kamen.

Der Iran wurde dafür verantwortlich gemacht, bezeichnete dies jedoch als „Raub“ und reichte eine Klage am Internationalen Gerichtshof ein. Ahmadinejad schrieb, dass sich das „historische Misstrauen“ gegenüber den USA auf diese Weise immer weiter vertiefe. Zum kompletten Brief (persisch und englisch) geht’s hier entlang: dolatebahar.com.

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