Ägypten: Präsidentschaftskandidat ein 9/11-Truther?


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Der Spitzenkandidat auf das Amt des nächsten ägyptischen Präsidenten hat geäußert, dass die Anschläge des 11. September eine Verschwörung gewesen und von der US-Regierung selbst inszeniert worden sind. Die westliche Presse beschreibt ihn abfällig als Islamist. So hatten sich die Washingtoner Eliten die Demokratisierung des nordafrikanischen Staates wohl nicht vorgestellt.

Der Schuss ging wohl ordentlich nach hinten los: Nach der gewaltsamen Entfernung des ehemaligen ägyptischen Herrschers Hosni Mubarak und der Demokratisierung des nordafrikanischen Staates hat ausgerechnet der Spitzenkandidat auf den Posten des nächsten ägyptischen Präsidenten, Abdel-Moneim Abolfotoh, im vergangenen Jahr geäußert, dass die Anschläge des 11. September auf das World Trade Center und auf das Pentagon eine Verschwörung der US-Regierung gewesen sind.

So hatten sich die Washingtoner Eliten das sicher nicht vorgestellt. Natürlich ließen scharfe Kommentare der systemtreuen Presse nicht lange auf sich warten: Abolfotoh sei ein Islamist und eine führende Figur der Muslimbruderschaft. Dort ist er aber überhaupt kein Mitglied mehr. Und immerhin aber führt er vor 13 anderen Kandidaten mit insgesamt 32 Prozent aller Stimmen, wie eine Umfrage der Brookings Institution am Montag ergeben hat.

Abolfotoh äußerte seine Ansichten über den 11. September 2001, als das World Trade Center und das Pentagon angegriffen worden waren, im vergangenen Jahr im Gespräch mit dem ägyptischen Gelehrten Eric Trager. Trager, heute im Washingtoner Institut für Nahostpolitik, zitiert Herr Abolfotoh mit folgenden Worten: „Die USA haben dieses Verbrechen bis heute nicht vor ein amerikanisches Gericht gebracht. Warum? Weil alles eine Verschwörung ist!“

Die Ägypter werden am Mittwoch und am Donnerstag in ihren ersten Präsidentschaftswahlen abstimmen seit dem Sturz des ehemaligen Herrschers Hosni Mubarak im vergangenen Jahr. Falls keiner der Kandidaten mit der Mehrheit der Stimmen gewinnt, werden die beiden Spitzenkandidaten nächsten Monat in einer Stichwahl gegeneinander antreten.

Abolfotoh hat als junger Mann Medizin studiert, legte ein Spitzenexamen ab und arbeitete bis zuletzt als Arzt. Mit seiner Frau, die er während seines Studiums kennen lernte und die ebenfalls Ärztin ist, hat er heute sechs Kinder.

4 Kommentare

  1. Man fragt sich beim Lesen der Artikel der Mainstreampresse eh immer, was denn so verwerflich daran sein soll, in einem muslimischen Land einer muslimischen Einrichtung anzugehören? Man darf daran erinnern, dass unsere größte Partei die CHRISTLICH demokratische Union ist. So nebenbei bemerkt 🙂

  2. Also sowas geht gar nicht (nun musste man schon diese Muslim-Brüder in der Vergangenheit teuer kaufen) und nun kommt evtl. noch ein „Verschwörungstheoretiker an die Macht?!? Dann wird die internationale Gemeinschaft keinen Export mehr nach Ägypten machen und und das Land isolieren…sofern der sich nicht auch, wie die Europäischen Regierungen, nach der Wahl noch kaufen lässt-

  3. Die Piraten neuer Wein in alten Flaschen,

    ah ja zum Vorfall, der nicht untersucht werden darf bekennen die sich auch spähtestens jetzt sollten bei einem die Alarmglocken klingeln.

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