Abrüstung: Russland sieht keinen Grund für weiteren Dialog mit den USA


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Russlands Vize-Außenminister sagte bezüglich der nuklearen Abrüstung, dass man vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Umstände keinen Anlass sehe, weiterhin Gespräche mit den USA zu führen.

„Castle Romeo“ von United States Department of Energy - Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.
Castle Romeo“ von United States Department of Energy – Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Ryabkov sagte am Freitag, dass er keinen Grund sehe, den Dialog mit den Vereinigten Staaten bezüglich einer nuklearen Abrüstung unter den gegenwärtigen Umständen fortzuführen.

Die nukleare Abrüstung dürfe nicht von einigen anderen Faktoren getrennt werden, so Ryabkov, wie etwa den Militärübungen oder der Raketenabwehr nahe der russischen Grenzen. Es gebe immer mehr derartige Faktoren, weshalb er sich in der aktuellen Situation die Frage stelle, warum man einen Dialog mit den Vereinigten Staaten fortführen solle. Die US-Regierung hat Moskau immer wieder vorgeworfen, gegen den im Jahr 1987 unterzeichneten Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme zu verstoßen.

Russland hingegen wirft den USA vor, durch die Stationierung von Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern in Europa selbst gegen die Bestimmungen des Vertrags zu verstoßen.

Mit dem 1968 verabschiedeten Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag wurde ein erstes Abkommen vereinbart, das auf eine nukleare Abrüstung abzielt. Moskau und Washington verfügen zusammen über 90 Prozent der insgesamt 16.000 Atomsprengköpfe weltweit.