7000 Polizisten schützen Merkel vor wütenden Griechen


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Während Merkels Besuch in Athen kommt es zu landesweiten Streiks und Massenprotesten. 7000 Polizisten schützen die Bundeskanzlerin vor Demonstranten. Man sieht Plakate mit Aufschriften wie „Sie haben’s geschafft, wir Griechen gratulieren Ihnen“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Autor: Pixelfehler, CC-BY-SA-3.0

Griechische Gewerkschaften haben im Vorfeld des aktuellen Besuchs von Kanzlerin Merkel zu einem landesweiten Streik gegen die Sparpolitik des Landes aufgerufen. Schulen und Apotheken bleiben geschlossen, Schiffe liegen in den Häfen und in Krankenhäusern werden nur noch Notfälle behandelt.

Die Proteste richten sich auch gegen die geplanten Entlassungen von weiteren 11.000 Staatsbediensteten bis Ende des Jahres. Allerdings waren die Streiks schon vor der Bekanntgabe des Merkel-Besuchs angekündigt worden. Aktuell wird Merkel von 7000 griechischen Polizisten vor Demonstranten beschützt (Fotos hier). Zu sehen sind Plakate mit Aufschriften wie „Sie haben’s geschafft, wir Griechen gratulieren Ihnen“.

In einem Athener Bankenviertel explodierte heute morgen eine Autobombe, verletzt wurde dabei jedoch niemand. Zuvor hatte die griechische Regierung eine Rückkehr an den Kapitalmarkt angekündigt, heute soll eine Staatsanleihe mit fünf Jahren Laufzeit ausgegeben werden.



Die griechische Regierung hatte aufgrund des Staatsdefizites im April 2010 Anträge auf Staatshilfen von EU und IWF eingereicht. Harte Kürzungen und horrende Preissteigerungen haben bis heute zahllose griechische Familien in den Ruin gestürzt. Von den Rettungsmilliarden fließen laut Attac Österreich fast 80% direkt in den Finanzsektor, der Rest kann teilweise „nicht genau zugeordnet werden“.

Im Jahr 2010 hatte Angela Merkel von der Gemeinschaftswährung Euro als „Friedensidee Europas“ gesprochen.

Update: Die zuvor verlinkte Fotostrecke im Telegraph war nicht aktuell, Link ersetzt.