633 Milliarden Dollar: Obama macht Militäretat 2013 fest


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Das Militärbudget der USA für 2013 beträgt 633 Milliarden Dollar und wurde gestern Abend von Friedensnobelpreisträger Barack Obama mit einem neuen Gesetz verabschiedet. Würde man nur einen Teil davon nicht in Atombomben und Angriffskriege stecken, sondern an Food Stamps-Bezieher spenden, könnte man vielen US-Bürgern sicherlich einiges Elend ersparen.

Sehr, sehr teuer: Kriegswaffen der USA

US-Präsident Barack Obama hat das Militärbudget der USA in Höhe von 633 Milliarden Dollar verabschiedet. Unterzeichnet wurde ein Gesetz dafür am Mittwoch Abend. Zwar betonte der Friedensnobelpreisträger, dass er mit Teilen des Budgetplans nicht einverstanden sei, doch seien einige Posten höchst brisant und zu wichtig, um sie zu ignorieren. Ob er damit die 480 Millionen Dollar an Militärhilfen für das neue israelische Raketensystem meint? Oder die 88,5 Milliarden Dollar, die der Überfall auf Afghanistan 2013 voraussichtlich kosten wird? Oder die 17 Milliarden Dollar für amerikanische Atomwaffen? Man weiß es nicht so genau.

Dem stehen übrigens inzwischen 47,7 Millionen Bezieher sogenannter Food Stamps gegenüber. Damit sind bedürftige US-Bürger gemeint, die selbst für ihren Lebensunterhalt nicht mehr aufkommen können und darum Lebensmittelmarken beziehen. 57 Prozent aller Kinder in den USA leben heute in ärmlichen Verhältnissen. Man könnte meinen, dass sich die 633 Milliarden Dollar – oder wenigstens ein Teil davon – vor diesem Hintergrund wesentlich sinnvoller einsetzen ließen.

Denn stellen wir uns einfach mal vor, Friedenspräsident Obama würde von den 633 Milliarden Dollar 477 Milliarden Dollar wegnehmen und unter den Lebensmittelmarkenbeziehern verteilen, dürfte sich jede Food Stamps Familie mit zwei Kindern über 40’000 Dollar zusätzlich pro Jahr freuen. Ein merkwürdiger Gedanke? Übrig wären dann „nur noch“ 156 Milliarden Dollar für das Militär, also mehr als die beiden Militärmächte China und Russland zusammen dafür 2013 aufbringen werden. Aber das reicht wohl nicht für einen Friedensnobelpreis.

Wer vom Sparpotential an dieser Stelle noch nicht ganz überzeugt ist, hier zur Erinnerung noch einmal die Kriege der USA seit dem Zweiten Weltkrieg (währenddessen und davor sah es übrigens auch nicht besser aus):

  • 1946 Bolivien
  • 1947 Griechenland
  • ab 1948 Israel
  • 1950-53 Korea
  • 1953 Iran
  • 1954 Guatemala
  • 1956 Ägypten
  • 1957-86 Haiti
  • 1958 Libanon
  • 1958 China/Taiwan
  • 1959-64 Kuba
  • 1960-70 Laos
  • 1963-65 Dominik. Republik
  • 1964-75 Vietnam
  • 1964 Brasilien
  • 1964-82 Bolivien
  • 1965 Indonesien
  • 1965-70 Kambodscha
  • 1970 Jordanien
  • 1971 Bangladesch
  • 1973 Chile
  • 1975 Peru
  • 1975 Osttimor
  • 1976 Angola
  • 1976 Argentinien
  • 1979-96 El Salvador
  • ab 1981 Nicaragua
  • 1982 Argentinien
  • 1983 Libanon
  • 1983 Grenada
  • 1980 Iran
  • 1981 Panama
  • ab 1981 Afghanistan
  • 1982-83 Irak
  • 1986 Libyen
  • 1988 Iran
  • 1989 Panama
  • ab 1990 Kolumbien
  • 1990-91 Kuwait
  • 1992 Somalia
  • 1992 Jugoslawien
  • 1993 Irak
  • 1994 Haiti
  • 1998 Sudan
  • 2001 Afghanistan
  • 2002 Venezuela
  • 2003 Irak
  • 2004 Haiti
  • 2005-06 Somalia
  • 2009 Taliban in Pakistan
  • 2011 Libyen
  • 2011 Syrien