6,3 Millionen Griechen sind arm oder von Armut bedroht


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Mehr als die Hälfte aller Griechen sind arm oder von Armut bedroht. Dies ergab eine Studie der griechischen Regierung, welche am Donnerstag veröffentlicht wurde. Griechenland hat die höchste Armutsrate in der Europäischen Union.

Steht für Freiheit und Unabhängigkeit:
Die griechische Flagge, Bild: Wikipedia

57 Prozent aller Griechen bzw. etwa 6,3 Millionen Menschen leben in Armut oder auf dem besten Weg dorthin. Dies ergab eine Studie des griechischen Parlaments, welche sich auf Zahlen aus 2013 stützt und am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Ausgewertet wurden Haushaltseinkommen und Lebensbedingungen für den Bericht mit dem Titel „Mindesteinkommenspolitik in der Europäischen Union und Griechenland: Eine vergleichende Analyse“, worin festgestellt wurde, dass „rund 2,5 Millionen Menschen unterhalb der relativen Armutsgrenze leben, welche auf 60 Prozent der durchschnittlichen Haushaltseinkommen festgelegt ist.“ Weitere 3,8 Millionen Menschen sind aufgrund von materieller Verarmung und Arbeitslosigkeit von Armut bedroht. Insgesamt seien 6,3 Millionen der 11,03 Millionen in Griechenland lebenden Menschen betroffen, so der Bericht.

Laut Eurostat rangiert Griechenland an der Spitze aller 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Hinblick auf Armutsgefährdung, zudem hat Griechenland den höchsten Armutsanteil in der Bevölkerung (23,1 Prozent). Was Ungleichheit in der Bevölkerung angeht befindet sich Griechenland EU-weit auf Platz 4 nach Spanien, Rumänien und Bulgarien.

Die relative Armut wird mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens definiert. Im Jahr 2013 entsprach das einem Einkommen von 432 Euro pro Monat und Person, für eine vierköpfige Familie 908 Euro.

9 Kommentare

  1. @Isaak
    Ist ja nur die relative Armutsgrenze. 100% Armut gibt es nach diesem Maßstab nie. Habe den Artikel schnell noch um tatsächliche Zahlen ergänzt.

  2. Studie im Auftrag der ReGIERung…..da war doch mal wasw, ist ca. 12 Jahre her….was war das noch?
    Achja, es fällt mir wieder ein, der Beitritt zum €-Land…..dank gewiefter ReGIERungs-Zuarbeiter.

  3. So zwischendurch ein Beitrag von jemanden, der in Athen wohnt und die Sache direkt vor Ort zu spüren bekommt. Bin mit der Dame im privaten Mailverkehr und habe mir die Erlaubnis eingeholt, ein paar Ausschnitte vom letzten Mail abzudrucken.

    Macht jedenfals sehr nachdenklich.

    Text:
    „Mittlerweile bin ich arbeitslos, aber das ist hier schon die Regel. Entlassungen sind die Folgen der Sparmassnahmen, die vom IWF und von der Troika verlangt werden. Schulen schliessen, Lehrer werden entlassen, bestimmte Unterrichtsfaecher sollen allmaehlich abgeschafft werden, Krankenhaeuser schliessen, Aerzte werden entlassen, lebensnotwendige Untersuchungen – auch fuer die Versicherten – werden nicht mehr bezahlt,mit der Begruendung, dass sehr viel Geld fuer medizinische Anlagen von Siemens ausgegeben wurde, -so der Gesundheitsminister.-

    Wer kein Geld hat, stirbt also.
    ….
    Die Situation ist hier sehr-sehr ernst. Manche meinen, dass in der naechsten Zeit Blut fliessen wird. Die Leute haben schon laengst aufgehoert zu traeumen. Unser Leben ist kein Leben. 6,3 Mio von den insgesamt 10 Mio der gr.Bevoelkerung leben unter dem Existenzminimum. Mir geht es noch gut im Vergleich zu anderen.“

    Und was hat erst Mutti Merkel erzählt, als sie in Griechenland war? Wie begeistert sie war von den Erfolgen im Land……

  4. Möchte noch was anfügen, was wahrscheinlich wenig bekannt ist.

    Auch ich gehöre zu denen, die sich von Pauschalaussprüchen wie „laß mal die reichen Obergauner in Griechenland ihre Steuern bezahlen, dann kommt schon alles in Ordnung in dem Land“ haben leiten lassen.

    Ich kann es nicht beurteilen, inwiesweit das heute noch zutrifft. Es ist durchaus denkbar, wenn nicht sogar wahrscheinlich, daß die oben schwimmenden Fettaugen wie bestimmte Konzerne, – egal, ob es Onassis, oder sonst jemand ist, – da ihre Leichen im Keller haben. Ich sehe ja auch, wie sich griechische Konzerne hier in Rumänien verhalten, wie sie rein ihren Interessen nachgehen, und sich einen Dreck um den Staat, um seine Gesetze oder um die Bevölkerung scheren.

    Dann gibt es aber noch die andere Seite der Medaille. Jeder weiß, daß der Klein- und Mittelstand das Rückgrat jeder Volkswirtschaft ist. Wenn diese Schicht ausradiert wird, dann gibts wieder Kommunismus, aber in anderer Form. Die spürbaren Auswirkungen sind dieselben, nämlich, daß die einfachen Leute nichts mehr haben und auch nicht auf die Beine kommen können.

    Auch hier in Rumänien hat man das mit ähnlichen Gesetzen versucht. Es gab eine Pauschalsteuer für Gewerbebetriebe, – ungeachtet, ob diese Gewinn oder Verlust machen. Mit der Begründung, – solange das Gewerbe angemeldet ist, muß wohl irgendwas reinkommen, sonst würden die Leute verhungern. Daß da oftmals unsinnige Kredite zum Überleben aufgenommen wurden, die kein Mensch mehr zurückzahlen kann, oder das Ersparte aus der Verwandtschaft dafür herhalten muß, interessierte niemand.

    Nachdem man festgestellt hat, daß die Insolvenzen rapide zunahmen, änderte man das Gesetz. Leider zu spät. Aufgrund der anhaltenden Talfahrt in RO bringt auch die derzeitige bessere Steuerregelung nichts mehr, – weil kein Aufschwung in Sicht ist.

    In Griechenland wirds nicht anders sein. Möchte da noch was aus dem privaten Mailverkehr mit Griechenland herausgreifen:

    “ Es geht um die “Steuerhinterziehung” der Griechen. Die Wahrheit ist, dass der Lohnempfänger, der Rentner und der Mittelschichtler schon immer Steuern bezahlt hat. Die Elite zahlt gar nichts.
    Die Immobiliensteuern sind zur Zeit hier die höchsten in der westlichen Welt. Die Steuergesetze und eine Menge anderer Gesetze werden im Ausland verfasst und kommen in englischer Sprache nach Griechenland. Wir sind schon ein Protektorat. Es fragt sich nur wessen. Die meisten können diese extrem hohen Steuern nicht zahlen. Es wird dann klar, dass man damit die Enteignung des privaten Eigentums bezweckt. 30% der gebauten Fläche Griechenlands soll demnächst enteignet und den Kreditgebern weitergegeben werden.

    Ich besitze zum Glück nichts. Mein Vater besitzt ein 5- Zimmer-Haus . Er überlegt sich, ob er ein Teil abreisst,mit der Hoffnung weniger Steuern zu zahlen, weil eben die Steuern unbezahlbar sind.“

    Mein Kommentar dazu:
    Ähnliche Erscheinungen gibt es in Rumänien. Die Banken kümmern sich schon gar nicht um die Verwertung von verpfändeten und eingezogenen Immobilien. Sie sind einfach zugemüllt damit und finden zu einem vernünftigen Preis ohnehin keine Abnehmer. Wenn es nicht zum totalen Kollaps kommt und es irgendwann wieder „normaler“ wird, dann sind die Banken neben dem Staat und den Kirchen die größten Grundstücks- und Immobilienbesitzer im Land.

    Die Griechen haben einen großen Fehler damit gemacht, daß sie sich die Rettungsschirme aufschwatzen ließen und sich in die Hände des IWF begeben haben. Orban in Ungarn hats da besser gemacht, – der hat das Spiel durchschaut.

    Hintergründe zum IWF habe ich – glaube ich – schon mal hier aufgeführt, – das Radiointerview ist sehr interessant:

    http://www.youtube.com/watch?v=99l_q8cJ8GA&feature=youtu.be

    Die Einzelheiten über diese Steuersituation in Griechenland kann man in diesem Bericht nachlesen, auch, wenn er nicht mehr brandneu ist. Mir war er jedenfalls so nicht bekannt.

    http://solitarythinkers.wordpress.com/2014/02/07/genozid-durch-uebermaessige-besteuerung/

    Bleibt die Frage, wo das alles hinführen soll. Inwieweit der Ausverkauf des Landes mit den Öl- und Gasvorkommen in der Ägäis zusammenhängt, an die man gewissermaßen vor Europas Haustüre drankommen will, ohne lange Umwege über den Nahen Osten oder Rußland. Ich habe irgendwie den Eindruck, daß man das in den deutschsprachigen Ländern gemalte Bild von Griechenland auch von anderer Seite aus betrachten muß.

    Da stinkt einiges gewaltig zum Himmel.

  5. @ helmut-1
    Es wird einem endlich wieder etwas warm ums Herz, wenn man sieht, dass doch langsam einige Menschen dieses perverse Gestrick von Lügen und Propaganda durchschauen, denn das Leben hier in Griechenland hat sich wirklich in eine Art Nicht-Leben verwandelt und ihr Kontakt in Athen übertreibt da nicht im Geringsten.
    Danke.

  6. Die Verschärfung Krise in der EU ist gewollt

    Die Verschärfung der Krise ist gewollt, um die neoliberale Agenda leichter durchpeitschen zu können, und diese den Menschen als notwendig verkaufen zu können. Sodass der IWF bald überall in Europa seine neoliberalen Reformen (Strukturanpassungsprogramme=Structural Adjustment Program) diktieren kann, die uns von Frau Merkel als notwendig verkauft werden können:

    http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1371
    http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=327

    Durch die Verschärfung der Krise können auch Osteuropäer neue Milliardenforderungen an die Eurokraten stellen, welche bald alternativlos abgenickt werden können im Bundestag:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/05/wiederaufbau-eu-oststaaten-wollen-700-milliarden-euro/

    Wer weiß, vielleicht wird Merkel einen neuen Rettungsschirm mit neueren Hebeln konstruieren. Achne damit ist bereits der Goldman Sachs Agent in der EZB Mario Draghi beschäftigt. Dieser unfähigste und übelste Rechtsbrecher der EU-Verträge seit Gründung der EWG im Jahre 1956 wird unser Europaprojekt mit seiner Druckerpresse retten. Oder ne er rettet ja eigentlich nur die Banken,Hedge Fonds und soll nur die heiligen Finanzmärkte beruhigen in unserer markkonformen Demokratie. Na dann ist alles gut.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/oekonomen-schlagen-alarm-ezb-wird-zum-endlager-fuer-finanziellen-atommuell/10786750.html

    Wenn die EZB Politik nur die deustchen Sparer endgültig ruiniert, ist das nicht so schlimm. Hauptsache die Finanzmärkte erzielen neue Superrenditen und Megagewinne….

    Auf dem Weg hin zum neokorporatistsichen Staat namens VSE sind wir schon kurz vor dem Ziel:

    An der EZB Spitze sitzt bereits ein Goldman Sachs Agent und einen “Hedge Fonds Geier” an der Spitze des ESM Gouverneursrates ein gewisser Klaus Regling. Um die Banksters und Finanzmärkte glücklich zu machen, da wir Frau Merkel zufolge in einer marktkonformen Demokratie leben.

    Als nächstes werden die Gemeinderäten, die regionalen Landesparlamente und nationalen Parlamente entmachtet um die Vollmachten,politische Entscheidungsmacht z.B. über Umweltschutz Verbraucherschutzstandards und die gesetztgebende Gewalt auf die Konzerne und Banken zu übertragen unter anderem durch die folgenden Abkommen
    -TTIP
    -CETA
    -TISA
    -GATS (General Agreement on Trade in Services)

    Der feuchte Traum von Globalisten udn NWOler wird immer realer und kommt immer näher
    http://en.wikipedia.org/wiki/Corporatocracy

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