500 Rabbis protestieren gegen Siedlungspolitik Israels


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Die Organisation „Rabbis for Human Rights“ hat in einem offenen Brief Israels Regierung dazu aufgefordert, den Siedlungsbau auf palästinensischen Wohngebieten im Westjordanland zu stoppen. Dies verstoße gegen das Völkerrecht sowie gegen die jüdische Tradition.

Über 500 Rabbiner aus Israel, Großbritannien, den USA und Kanada von der Organisation „Rabbis for Human Rights“ (RHR) haben Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem offenen Brief aufgefordert, die Zerstörung palästinensischer Wohnungen und Häuser zur Errichtung israelischer Siedlungen zu stoppen.

Dies verstoße zum einen gegen das Völkerrecht, zum anderen gegen die jüdische Tradition. Der Brief folgt der Ankündigung der israelischen Regierung, 400 palästinensische Wohngebäude im völkerrechtlich besetzten Westjordanland abzureißen. Das Gebiet ist auch als Zone C bekannt: „Großes menschliches Leid wird verursacht, indem jeden Jahr hunderte Häuser allein in der Zone C abgerissen werden“, so der Wortlaut des Briefes.

Ende Januar beschuldigten die Vereinten Nationen Israel des illegalen Abrisses der Häuser von 77 Palästinensern, darunter vieler Kinder in Ost-Jerusalem, Ramallah, Jericho und Hebron. „In den vergangenen drei Tagen wurden 77 Palästinenser obdachlos, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder“, so das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in einer Erklärung.

Israel begründet das Vorgehen damit, dass Palästinenser für den Bau ihrer Wohnobjekte keine Baugenehmigung bei der gegen das Völkerrecht verstoßende Besatzungsmacht eingeholt hätten.

Viele Juden auf der ganzen Welt lehnen die Politik Israels ab. Insbesondere in den New York City, wo die meisten Juden außerhalb Israels leben, gibt es immer wieder heftige Proteste gegen Israels Regierung. Laut einer Umfrage des Jewish Council for Public Affairs, bei der 552 Rabbis in den ganzen USA befragt wurden, glauben nur 20 Prozent an friedliche Absichten der israelischen Regierung (Umfrage hier zum Download: PDF 0,5 MB).

Etwa im Juni 2013 protestierten zwischen 20.000 und 100.000 Juden in New York gegen den Wehrdienst in der israelischen Armee, da diese die fundamentalen jüdischen Werte untergrabe. Dieses Ereignis fand seitens großer Medien leider kaum Beachtung. Eindrucksvolle Fotos hier oder hier.

6 Kommentare

  1. Wenn die echten gläubigen Juden auf unserer Seite hätten und sich nicht missbrauchen lassen, hätten die Zionisten Weltweit keine Chance.

    Ein Leben im Widerspruch
    Die größte jüdische Minderheit im gesamten Nahen und Mittleren Osten

    Angesichts der düsteren Schlagzeilen überrascht es schon, dass die Islamische Republik Iran immer noch die Heimat für die größte jüdische Minderheit im gesamten Nahen und Mittleren Osten ist. Zwischen 25.000 und 35.000 Juden – die Schätzungen variieren je nach Quelle – leben heute noch im Iran, die überwiegende Mehrheit in Teheran. Aber was ist das für ein Leben? Ein Leben in Geiselhaft? Ein Leben in ständiger Lebensgefahr in einem Staat, in dem der Antisemitismus so virulent und potenziell mörderisch ist wie einst im Deutschland der Nazizeit, wie Victoria Golshani in der Harvard-Publikation „New Society“ behauptet? Der Blick auf den Alltag der Juden im Iran enthüllt ein wesentlich komplexeres Bild.

    Wer sich heute in der Megapolis Teheran umschaut, wird nicht lange nach Spuren sehr lebendigen jüdischen Lebens suchen müssen. Das jüdische Hospital ist eins der besten in Teheran, und das nächste Kosher-Restaurant ist nirgendwo allzuweit weg. In der Stadt allein gibt es dreißig Synagogen, die Juden haben eigene Schulen und einen eigenen Abgeordneten im Parlament. Und sie reagieren manchmal gereizt auf Einmischung von außen.

    Im Juli 2007 machte ein Angebot Schlagzeilen, das die israelische Hebrew Immigrant Aid Society allen iranischen Juden unterbreitet hatte: Jeder jüdischen Familie wurden 5.000 Dollar im Gegenzug für die Auswanderung aus dem Iran versprochen. Für die Schlagzeilen vor allem in der englischen und amerikanischen Presse sorgte jedoch nicht so sehr das Angebot selbst, sondern vielmehr die empörte Reaktion der iranischen Juden. Der englische Guardian zitierte ein öffentliches Statement der „Society of Iranian Jews“: „Die Identität iranischer Juden kann nicht ge- oder verkauft werden. Iranische Juden leben seit Urzeiten in Iran. Sie lieben ihre iranische Identität und ihre Kultur; weder Drohungen noch dieser unreife politische Bestechungsversuch werden ihr Ziel erreichen, die Identität iranischer Juden auszulöschen.“

    http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Ein-Leben-im-Widerspruch/20090305

  2. Das passt schon,

    so sollen ja auch die Juden aus Frankreich und Kiew nach Israel geködert werden. Dort angekommen werden sie in sogenannten Wehrsiedlungen als lebende Schutzschilde gegen die Palestinenser mißbraucht.
    Wer schlau ist bekämpft den Antisemitismus in Paris, London oder Berlin. Frankreich kann unangenehm werden wenn Marine Le Pen nicht gewinnt, Israel ist aber für jeden verblendetetn Trottel eine tödliche Falle.

  3. Welche Art von „Antisemitismus“ gibt es denn in Paris. London und Berlin?
    Und soweit es ihn gibt, von wem geht er aus?
    Und welche Ursachen hat er?

    Oder sind die Antworten auf diese Fragen „antisemitisch“?

  4. Men betrachte sich die Entwicklung der jüdischen Landnahme in Palästina und vergleiche sie mit der Ausbreitung der „Migranten“ in der BRD!

    Wird dann klar, wohin der Zug HIER fahren wird?

  5. @ Florian Geyer

    Die „jüdische Landnahme“ war in Wirklichkeit die Rückkehr nach einer Abwesenheit von 2000 Jahren.

  6. Außerdem, siehe oben, beweist diese Demonstration den Schwachsinn der Verallgemeinerung israelischer Verbrechen auf die Juden als Rasse insgesamt.

    Wer keine Sippenhaft von noch nicht geborenen deutschen Kindern für den verlorenen Krieg will, kann im Umkehrschluss keine Sippenhaft gegenüber den Kindern Israels aussprechen.

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