04.03.1945: USA bombardieren versehentlich Zürich und Basel


Geschichte/Schweiz/USA

An diesem Tag im Jahr 1945 bombardierten sogenannte Befreiungsbomber der US Air Force versehentlich die Schweizer Großstädte Zürich und Basel. Die USA und Großbritannien bombardierten die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs versehentlich insgesamt 70 Mal.

Bombardierung Zürich Basel
Versehentliche Bombardierung Zürich und Basel, Bild: Regierungssitz in Bern, Gegenfrage.com

Am 4. März 1945 warfen sechs B-24H-Liberator-Bomber („Befreiungsbomber“) insgesamt 12,5 Tonnen Sprengstoffbomben und weitere 12 Tonnen Brandbomben über Zürich ab. Wie die US Air Force später erklärte, handelte es sich dabei um ein Missverständnis. Eigentlich hatte man die Absicht, das 170 Kilometer nördlich gelegene Pforzheim in Süddeutschland zu bombardieren.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Einige Quellen schreiben auch, dass Zürich mit Aschaffenburg (bei Frankfurt am Main), Straßburg oder Freiburg im Breisgau verwechselt wurde. Zur gleichen Zeit bombardierten weitere US-Kampfflugzeuge die Stadt Basel mit 12,5 Tonnen Sprengstoffbomben und fünf Tonnen Brandbomben.


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Am 04. März befanden sich rund 1.000 US-Bomber in der Luft, um süddeutsche Städte zu zerstören. Aufgrund dichter Wolken und Nebels kehrten die meisten Bomber wieder zurück zu ihren Stützpunkten – wie auch immer ohne Sicht, Radar und einer anscheinend nicht im Ansatz vorhandenen Orientierung. Einige andere ließen die Bomben anscheinend einfach irgendwo fallen.

Die Luftwaffe der neutralen Schweiz war zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich verteidigungsfähig, weshalb der Luftraum nicht geschützt werden konnte. Die Piloten der Befreiungsbomber wurden vor Gericht gestellt und freigesprochen. Für eine Bestrafung „existierten nicht genügen Beweise“, so die Untersuchungskommission.

„Warnschusstheorie“

In der Schweiz kamen einige Experten zum Schluss, dass nicht das Wetter an der Bombardierung dieser (und anderer) Ziele in der Schweiz verantwortlich gewesen sein könnte, sondern Rüstungsexporte ins benachbarte Deutschland („Warnschusstheorie“).


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So war etwa das 20-mm-Oerlikon-Geschütz, welches an die Alliierten geliefert wurde, auch das wichtigste Exportprodukt nach Deutschland, Italien und Rumänien. Zwischen 1940 und 1944 machte der Zürcher Bührle-Konzern (damals: Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon) damit einem Umsatz von über einer halben Milliarde Franken. Außerdem wurden 7.013 Stück 20-mm-Kanonen, 14.758.489 Schuss Munition, 12.520 Ersatzrohre und 40.092 Magazine geliefert.

Eine mögliche Vorsätzlichkeit bezeichnen Schweizer Medien heute als „Mär“. Es sei „völlig klar“, dass die Bombardements auf Versehen beruhten. Die versehentlichen Bombardierungen gelten heute als „Kollateralschäden“.

70 Versehen während des Zweiten Weltkriegs

Erstmals wurde Zürich am 23. Dezember 1940 versehentlich von einem britischen Bomber bombardiert. Der Wellington-Bomber hatte eigentlich das 235 Kilometer entfernte Mannheim zum Ziel gehabt, hieß es in einer Erklärung. Auch hier wurden zufällig Unternehmen getroffen, die nach Deutschland exportierten. Darunter die Zahnradfabrik Maag.


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Insgesamt 70 Mal bombardierten amerikanische und britische Bomber während des Zweiten Weltkriegs versehentlich die Schweiz. Nach offiziellen Zahlen starben dabei insgesamt 84 Schweizer. 7.379 Mal wurde der Fliegeralarm ausgelöst.

Quellenangaben anzeigen
aerospacepowerjournal, wikipedia, 20minuten, nzz


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