Gegenfrage.com | News, die andere weglassen » _Musik » Wozu brauchen wir eine Bank?
Wozu brauchen wir eine Bank?
9. November 2009 | Einen Kommentar hinzufügen
Wenn ich durch die Innenstadt meines Wohnortes, einem beschaulichen 35.000 Einwohnernest, spaziere, dann fällt mir auf, dass einzelne Geschäftsbereiche in größerer Zahl vertreten sind, als andere.
Platz 1 sind mit Sicherheit Dönerbuden. Manchmal frage ich mich, wer so viel Döner isst, dass es sich für jedes dieser Lokale rentiert. Egal, Döner schmeckt einigen Menschen offenbar sehr gut und es handelt sich dabei um die günstigste Methode, Fastfood zu konsumieren.
Platz 2 sind Optiker. Deutschlands Gesellschaft wird älter, also gibt es wohl einen höheren Bedarf an Brillen und Kontaktlinsen als in früheren Jahren.
Und Platz 3 sind Banken. Doch was ist überhaupt die Aufgabe einer Bank? Sehen wir zur Beantwortung dieser Frage nach, was der Chef einer der mächtigsten Großbanken der Welt, Lloyd Blankfein, zu diesem Thema sagt:
“Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.” Seine Schlussfolgerung: Banken hätten einen gesellschaftlichen Zweck und würden deshalb “Gottes Werk” verrichten, sagte Lloyd Blankfein wörtlich.
Das klingt soweit sehr nett und zuvorkommend, doch woher kommt das Geld eigentlich, welches die Banken verleihen? Primär von den Einlagen der Kunden. Wenn Person A beispielsweise Inventur im Supermarkt macht, dadurch 50 Euro verdient und diese auf sein Girokonto einbezahlt, dann verleiht die Bank diese 50 Euro an Person B weiter, die einen Kredit aufnehmen möchte. Der Denkfehler hierbei: Nun sind 100 Euro im Umlauf, obwohl eigentlich nur 50 Euro existieren.
Dieses Beispiel diente der Veranschaulichung. Noch unglaublicher dabei ist, dass die Bank in diesem Fall nicht nur 50 Euro als Kredit weitergeben darf, sondern im Regelfall wesentlich mehr. Auf Wikipedia kann man folgendes dazu lesen:
Kernkapital sind alle abschließend in § 10 Abs. 2a Satz 1 KWG aufgezählten Bilanzpositionen, die eingezahlt wurden und die dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen. Mindestens 4 % der Eigenmittel müssen Kernkapital sein (generell 50 % der Eigenmittel, d.h. bei 8 % Unterlegung 4 %).
Wie viel Geld ist nun also im Umlauf, wenn Person A ein paar Stunden Inventur im Supermarkt geleistet hat? 500 Euro vielleicht? 1000? Was geschieht, wenn jemand einen Kredit über 1000 Euro aufnimmt und das Geld einfach auf sein Girokonto einbezahlt? Die Bank verleiht es erneut weiter. Werden aus anfänglichen 50 Euro dann 10.000 Euro und so weiter?
Da fragt sich doch unser gesunder Menschenverstand: Kann das langfristig gutgehen? Was passiert, wenn eine Bank das nicht vorhandene und trotzdem verliehene Geld nicht zurückerhält, wie es momentan ständig geschieht (siehe hier, hier oder hier)? Man muss kein Untergangsprophet sein, um dieses System in Frage zu stellen.
Die eigentliche Frage ist: Was erwarten wir von einer Bank?
Meiner persönlichen Ansicht hat eine Bank nur die Funktion, auf mein sauer verdientes Geld aufzupassen. Ein riesiger Tresor also, wo meine Knete und die von Millionen anderen Kunden liegt und auf seine Abholung wartet. Ein Bankkonto = eine Schublade im Tresor. Sich daran zu bedienen und es gegen Zinsen zu verleihen ist aus moralischen Gründen schon undenkbar, wie ich finde. Dadurch dann aber so dermaßen viel zu kassieren, dass etliche Bankmanager Milliarden von Euro kassieren, ist eine Frechheit. Vor allem, weil es sich dabei um “Luftgeld” handelt, für welches niemand jemals vorher Arbeitsstunden leistete.
Wo ist das Problem?
Komplexe Finanzprodukte sollte man abschaffen, Geld ist eine einfache Angelegenheit und darf nicht verkompliziert werden. Ebenso wie Kredite, das Zinssystem und die Möglichkeit einer negativen Kontoführung abgeschafft werden sollten. Niemand muss “ins Minus” gehen, niemand muss wirklich Schulden (= Kredit oder Finanzierung) machen. Ausgenommen davon sind natürlich Notfälle (Nein, ein Sportwagen ist kein Notfall, ebensowenig ein DVD-Recorder, ein Notebook oder ein Einfamilienhaus). Sicher, viele Menschen wollen auf eine gewisse Lebensqualität nicht verzichten. Sollten sie aber, wenn sie dafür Schulden machen müssen. Ein altes Sprichwort aus der Zeit meiner Großmutter lautet: “Was du nicht bar bezahlen kannst, das brauchst du auch nicht.”
Fazit
Eine Bank hat prinzipiell keine Funktion, ausser die Kundeneinlagen zu bewachen. Geld kann nicht arbeiten, wie man den Kunden oft irreführend versucht aufzuschwatzen, also brauchen wir auch keine Bankmanager, die Finanzprodukte erfinden.
Nehmen wir an, es gibt 20 Millionen Konten in Deutschland (vermutlich gibt es ein vielfaches mehr). Jeder Kontoinhaber bezahlt eine Kontoführungsgebühr von 5 Euro pro Jahr, damit auf sein kreditfreies und nach unseren Voraussetzungen wertstabiles Geld aufgepasst wird. Ließe sich für insgesamt 100 Millionen Euro pro Jahr durch angefallene Kontoführungsgebühren nicht geeignetes Personal finden, das auf den Tresor aufpasst und die Überweisungen verwaltet? Natürlich benötigt man nicht etliche Banken, eine (staatliche) Bank reicht völlig. Eine Bank, die nicht Gewinne erzielen möchte, sondern den Bürgern einen Dienst erweist, indem sie auf die Ersparnisse “aufpasst”. Punkt.
Zum Vergleich: Satte 700 Millionen Dollar (umgerechnet ca. 500 Millionen Euro) bekam allein der Chef des Finanzinvestors Blackstone vergangenes Jahr. Wo sind hier die Verhältnisse? Es ist an der Zeit, diesen Saustall auszumisten. Was meinen Sie?
Was können wir tun?
Was Finanzfachmann Andreas Clauss in einem seiner Vorträge vorschlug, war folgendes: “Benutzen Sie deren Geld nicht mehr”. So einfach und doch genial. Benutzen Sie ihr Bankkonto so wenig wie möglich, nur für Miete, Nebenkosten und Einkäufe. Nehmen Sie keinen Kredit auf, legen Sie Ihr Geld nicht in Bausparverträge, Festgeldkonten oder sonstige Bankprodukte an, sondern investieren Sie in wertvolle und wertbeständige Sachwerte (Antiquitäten, Edelmetalle, Edelsteine, Kunst usw..). Damit leisten Sie bequem und effektiv Widerstand gegen dieses System, das so oder so mitsamt aller Sparguthaben zum Scheitern verurteilt ist. Zudem macht es auch wesentlich mehr Spaß, wertvolle Sachwerte zu sammeln, als einem Konto beim Herumdümpeln zuzusehen.
Wer nun argumentiert, dass nur sogenannte “Messies” in Sachwerte anlegen würden, dem sei nahegelegt, dass ein 1kg-Goldbarren im Wert von derzeit rund 20.000 Euro nur 11,5cm lang ist. Kleiner als ein Sparbuch sogar und langfristig mit Sicherheit auch wertbeständiger.
Also packen wir’s an!
_________________________________________________________________
Vielleicht interessiert Sie auch folgender Beitrag:
-
Max Keiser: “Wir brauchen ein Regime Change-Konzept” Der bekannte Journalist und Analyst Max Keiser sagte in einem Interview mit dem Nachrichtensender PressTV, dass die jüngsten Proteste in New York ähnlichen Ursprungs seien wie der Arabische Frühling...
Veröffentlicht unter: _Musik · Etiketten: Banken, Dekadenz, Deutschland, Dollar, Edelmetall, Edelmetalle, Euro, Geld, Gesellschaft, Krise, Schulden, System, Welt, Wirtschaft
Unabhängige Information
- Bullion-Investor.net
- Bunte Nachrichtenagentur Deutschland
- Dorian Grey
- Frank Meyer & Bankhaus Rott
- Gelbes Forum NACHRICHTEN
- Hartgeld.com
- IKnews.de
- info.kopp-verlag.de
- Infokrieg.tv
- Klatschnews.com
- Krisenfrei.de
- Mybullion.de
- Net-News-Express
- NuoViso
- Querschüsse
- Radio-Reschke.de
- Schnittpunkt2012
- Seite3.ch
- SPIEGELblog
- The Intelligence
- Wirtschaftsfacts.de
Amazon
Meistgelesene Beiträge
- Ex-Schatzkanzler: “Ende des Euro ist unvermeidlich”
16.361 mal gelesen - Doku: “Hitlers Krieg? Was Guido Knopp verschweigt”
14.881 mal gelesen - Nigel Farage: “Die EU schafft Konflikte in Europa”
11.432 mal gelesen - Gold: Rekordjagd ohne Jäger?
10.548 mal gelesen - Euro: Offizieller und inoffizieller Wertverlust
9.310 mal gelesen - Die PIGS sind eigentlich die “PIGSBISGULIWURM”
9.127 mal gelesen - Max Keiser: Deutschland wird wieder ‘Deutsches Reich’
9.114 mal gelesen - Russland und China drohen offen mit drittem Weltkrieg
8.950 mal gelesen - ‘Die Eurozone befindet sich in der Endphase’
8.766 mal gelesen - “Silberzehner” als Schutz vor dem Crash
8.104 mal gelesen
© 2012 Gegenfrage.com | News, die andere weglassen

















Letzte Kommentare