Währungskrise ist US-Kriegstaktik, sagt Venezuelas Regierung

Venezuelas Regierung glaubt, dass das US-Finanzministerium NGOs damit beauftragt, Geldscheine aus dem Land zu schaffen. Dadurch soll in Venezuela Chaos ausbrechen und das Finanzsystem kollabieren. Dabei handle es sich um eine „Kriegstaktik“, die man bereits in Libyen und im Irak angewandt habe. Aus diesem Grund werden die 100-Bolivares-Scheine aus dem Verkehr gezogen.

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Flagge Venezuelas, Bild: Gegenfrage.com

Venezuelas Regierung gab in einer Stellungnahme an, dass das Entziehen von Geldscheinen eine Kriegstaktik darstelle, die bereits im Zuge der US-Invasionen in der Vergangenheit im Irak und in Libyen angewandt wurde. So sagte Innenminister Nestor Reverol am Montag, dass es sich bei der „Extraktion der großen Scheine“ um eine Kriegsoperation handle.

Nach einem Treffen mit Vertretern des venezolanischen Bankenverbandes erklärte der Abgeordnete, das Ziel dieser Strategie sei eine Entziehung der Liquidität, um in seinem Land Chaos bei täglichen Transaktionen ausbrechen zu lassen. Am Sonntag unterzeichnete Präsident Maduro eine Verordnung, die das Ende der 100-Bolivares-Scheine einläutet, um „illegale Aktivitäten“ zu unterbinden.

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„Diese Operationen wurden in Ländern wie dem Irak und Libyen praktiziert, wo sie die Währung angreifen und eine Krise auslösen, um einen Sturz der Regierung herbeizuführen. Dies ist Teil eines unkonventionellen Kriegs und soll das Finanzsystem zum Zusammenbruch bringen“, so Reverol. Der Minister behauptete, dass Bargeld in hohen Mengen durch verschiedene NGOs abgezogen werde, die im Auftrag des US-Finanzministeriums operierten. Ziel sei es, Venezuelas Finanzsystem zu ersticken.

„Venezolanisches Geld wird in Schuppen in kolumbianischen Städten gelagert, in der angrenzenden Stadt Tachira, und in Ländern wie der Schweiz, Polen, der Ukraine, Spanien, Deutschland und der Tschechischen Republik“, fügte er hinzu. Dies hätten kriminelle Gangs zuvor aufgekauft. Caracas schließt die Grenze zu Kolumbien darum für 72 Stunden.

Der neuen Verordnung folgend können die Bürger Venezuelas ihre 100-Bolivares-Scheine weiterhin für ihre Barzahlungen verwenden, müssen diese innerhalb von zehn Tagen bei der Zentralbank in Caracas eintauschen werden, ehe sie wertlos werden.

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In dem südamerikanischen Land tobt derzeit eine Hyperinflation. Dass diese tatsächlich durch das Entziehen von Banknoten losgetreten wurde, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Eher wurde die Inflation durch die massive Erhöhung der Geldmenge verursacht. Die Zentralbank weitet diese seit 2010 dramatisch aus. Zwischen 2011 und 2015 erhöhte sich die Geldmenge um 341 Prozent. Für dieses Jahr errechnete der IWF eine Inflationsrate von 720 Prozent.

Der 100-Bolivares-Schein ist derzeit Venezueas Banknote mit dem höchsten Nennwert. In den kommenden Tagen sollen auch Geldscheine mit einem Nennwert von bis zu 20.000 Bolivares in Umlauf gebracht werden.

Quellenangaben anzeigen
telesur, mises

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