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Währungskrise: Flucht in Sachwerte
8. Dezember 2009 | Einen Kommentar hinzufügen
“Die Deutschen müssen mehr konsumieren”, heisst es. “Knausrige Deutsche gefährden Aufschwung”, tönt man. So so, wir Bürger sind also knausrig und sollen mehr konsumieren. Gleichzeitig liest man in den selben Medien, dass die Bürger mehr sparen sollen für’s Alter. Zwar bezahlt man bereits Monat für Monat beachtliche Teile des Einkommens pflichtgemäß in den Rententopf ein, aber reichen wird das wohl auch kaum. Bzw. ist eh nichts mehr davon übrig, da unsere Politiker auch nicht sparen.
An dieser Stelle fängt man an, das System generell in Frage zu stellen. “Wie man’s macht, macht man’s falsch”, heisst es so schön. Was also kann man tun? Man will dem System ja nicht schaden, indem man ihm Geld entzieht und viele Scheine hortet (mal abgesehen vom ständigen Kaufkraftverlust). Man will sich aber auch nicht selbst schaden, indem man nichts spart. Legt man seine Ersparnisse bei der Bank an, werden sie gerne mal 12,5-fach als Kredit weiterverliehen, was für jeden logisch denkenden Menschen ebenfalls nicht vertretbar ist. Bleibt eigentlich nur noch der Ausstieg aus dem System. Und das funktioniert nur, wenn man dieses merkwürdige Geld, welches lediglich Schulden als Grundlage besitzt, nicht mehr benutzt und in Sachwerte anlegt.
Edelmetalle
Natürlich bietet sich als Alternative zu Dollar, Schweizer Franken, Yen, Pfund, Euro und was es alles gibt primär Gold an, Silber wird sicher auch demnächst von einigen Anlegern entdeckt werden. Gold und Silber sind in der Tat reales Geld, nicht diese bunten Scheine, die man uns als dieses verkauft. So steht es sogar in der US-Amerikanischen Verfassung. Und da alle Währungen der Welt wenigstens teilweise mit Dollars gedeckt sind, trifft dieser Geldbetrug im selben Maße auf uns zu.
Unsere ungedeckten Währungen eignen sich nicht als Wertaufbewahrungsmittel, da sie willkürlich in ihrem Wert schwanken, frei nach Laune der internationalen Notenbanken und Machthaber. Aber gibt es auch noch weitere Werte, außer Gold und Silber, in die es sich lohnt zu konvertieren (investieren wäre evtl. die falsche Wortwahl)?
Wichtig ist dabei, dass man in Dinge konvertiert, die eine hohe Akzeptanz genießen und in ihrer Kaufkraft stabil bleiben oder bestenfalls im inflationsbereinigten Wert steigen. Gold und Silber z.B. kann man an Banken oder auch Privatleute in Foren und auf Flohmärkten verkaufen. Es macht aber weniger Sinn in Fernseher oder Jahreswagen anzulegen, weil hier ein permanenter Wertverlust stattfindet.
Alkoholische Getränke
Ein eher zu empfehlender Sachwert, der in seinem Wert aller Vorraussicht nach nicht fallen und seine Kaufkraft langfristig erhalten dürfte, ist hochwertiger Alkohol. Denn dieser ist sehr lange (wenn nicht ewig) haltbar und wird insbesondere bei wohlhabenden Menschen immer beliebt und gefragt sein. Eine gute, bekannte Whisky-Sorte beispielsweise dürfte vermutlich sogar im Wert steigen. Denn Brennereien sind auch nur Unternehmen, die ihr Sortiment ändern oder auch pleite gehen. Und was passiert bekanntermaßen, wenn ein Produkt rar wird? Man denke an dieser Stelle an die horrenden Preise für die uralten, jedoch gut erhaltenen alkoholischen Getränkesorten in den Schaufenstern des KaDeWe in Berlin.
Einige Haken: Dummerweise schmeckt ein guter Whisky sehr lecker und wird möglicherweise ausgetrunken im Lauf der Jahre. Die richtige Lagerung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, schließlich möchte man nicht nach einem kleinen Erdbeben der Stufe III sein Vermögen verlieren. Ein wenig Disziplin ist also auch gefragt. Kleiner Tipp: Es empfiehlt sich ein Blick auf den World-Whisky-Index, wo man schnell einen Überblick bekommt.
Zigaretten
Zigaretten sind ein gutes Kriseninvestment. Zwar sind sie nicht so lange haltbar wie Schnaps, lange genug aber um den Kondratieff-Winter zu überstehen. Außerdem dienten sie, wie Alkohol auch, in vielen Währungs- und Gesellschaftskrisen als Tauschmittel. Da niemand weiß, wie sich die Krise noch entwickeln wird, sollte man allen Ernstes darüber nachdenken, ein paar Stangen Zigaretten “ins Depot” zu nehmen.
Musikinstrumente
Auch klassische Musikinstrumente dürften langfristig sehr wertstabil sein. Es gibt hier ebenfalls einen riesengroßen Markt mit vielen Sammlern, Profis und Handwerkern, über den man sich – wie beim Whisky auch – im Vorfeld informieren sollte. Natürlich ist darauf zu achten, dass man nicht hohe Geldbeträge in billige Instrumente aus fernöstlichen Massenproduktionen pulvert, sondern auch hier auf hohe Qualität achtet. Dafür gibt es vielversprechende Ratgeber im Internet oder in Buchform.
Oldtimer, Kunst, Antiquitäten
Oft werden auch Oldtimer, Antiquitäten und Kunst empfohlen. Alle sind sehr schöne Sachwerte, Kunst ist etwas wunderbares und auch eine Vorliebe für schicke Autos und Antiquitäten kann sicher jeder nachvollziehen. Ein Oldtimer muss aber gepflegt werden und verursacht laufende Kosten, während der Kunstmarkt sehr hohen Schwankungen ausgesetzt ist und die Werte sehr fiktiv sind, ähnlich wie bei Briefmarken. Mit Antiquitäten lassen sich die Euros ebenfalls gut anlegen, die berühmten Vasen aus der Ming-Dynastie sind beispielsweise sehr bekannt, wertvoll und durchaus als Wertanlage geeignet. Doch auch hier ist dringend Fachwissen erforderlich, allein schon um die zahlreichen täuschend echten Fälschungen zu entlarven.
Waffen
Waffen sind ebenfalls eine interessante Wertanlage, man muss sich allerdings an Kontrollen, Nachweise und die vollständige Offenlegung aller Daten gewöhnen. Bei größeren Vermögen ist das evtl. etwas abschreckend. Wobei im Falle eines Sparplans bei der Bank prinzipiell auch nichts anderes geschieht.
Lagerung der Sachwerte
Gerne wird das Argument gebracht, dass Sachwerte teuer sind in der Lagerung, was natürlich sehr pauschal ist und nicht immer zutrifft. Gold im Wert von 250.000 Euro passt mühelos in einen Schukarton. Ein Bankschließfach gibt es ab 40 Euro pro Jahr, was vertretbar ist. Ein Bankfonds kostet in der Regel das selbe. Den Schnaps und die Zigaretten lagert man im Keller, bestenfalls hinter einer Brandschutztür. Antiquitäten kann man sich als Dekoration in den Wohnbereich stellen, der tatsächliche Wert dürfte von den meisten Besuchern in der Regel nicht wahrgenommen werden. Natürlich sollten Sie eine Ming-Vase im Wert von mehreren Tausend Euro nicht im schmalen Flur auf den Kachelboden oder auf ein wackliges Telefontischchen stellen, sondern außerhalb der direkten Reichweite auf einen stabilen Grund.
Fazit
Falls Ihnen das alles zu anstrengend ist, kann ich Ihnen sagen, dass es mir im Falle dieser sperrigen Sammlergegenstände ähnlich geht. Ich empfehle an dieser Stelle Gold, da es sehr platzsparend und zudem mehrwertsteuerfrei ist – so hat der Fiskus weder einen Vorteil, noch einen Nachteil. Man unterstützt das System nicht, fügt ihm aber auch keinen Schaden zu. Dazu ein wenig Anlagesilber, Silberzehner als Bargeld, Schnaps und Zigaretten als Krisentauschmittel, ein kleiner Lebensmittelvorrat (Konserven usw.) und etwas Outdoor-Equipment, um im Notfall ein paar Wochen das Zuhause nicht verlassen zu müssen, gehört ebenfalls dazu.
Um größere Vermögen vor Bankverlusten zu schützen, dienen oben genannte Dinge wunderbar als Wertaufbewahrungsmittel, die man wenigstens teilweise ins Vermögen einstreuen sollte. Zwar muss man dafür Mehrwertsteuer abdrücken, im privaten Wiederverkauf aber dürfte sich das weitgehend relativieren. Außerdem gibt es nicht das Risiko des Totalverlusts. Wichtig ist allerdings, dass man sich Sachwerte nicht auf Kredit kauft, wie es z.B. die meisten Eigenheimfinanzierenden tun. Denn dies ist weder rentabel noch logisch, und außerdem birgt es wieder die üblichen Bankrisiken. Zudem sollte man sich darüber Gedanken machen, wie man die Sachwerte wieder los wird, wenn es schnell gehen muss. Es möge aber unbedingt jeder selbst urteilen.
Veröffentlicht unter: _Musik · Etiketten: Banken, Dollar, Edelmetall, Edelmetalle, Euro, Geld, Gesellschaft, Inflation, Krise, Medien, Schulden, Schweiz, Silber, System, Waffe, Welt
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