19.04.1993: Waco-Massaker in Texas, USA


Geschichte/Krass!/USA

Am 19. April 1993 wurde ein von einer christlichen Gemeinde bewohntes Gelände in Waco, Texas von FBI-Beamten angegriffen. 76 Mitglieder der Gruppe starben in den Flammen und im Kugelhagel, darunter 21 Kinder und zwei schwangere Frauen.

FBI, Waco-Massaker
FBI, Waco-Massaker, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1993 wurde eine seit dem 28. Februar dauernde Belagerung einer kleinen christlichen Religionsgemeinschaft in Waco, Texas, durch das FBI und andere Bundesbehörden gewaltsam beendet. Durch das brutale Vorgehen der Behörden wurden 76 Gemeindemitglieder, darunter 21 Kinder und zwei schwangere Frauen, getötet.

(Fachliteratur zum Thema gibt's hier: klick)

Aufgrund von Verdächtigungen, die sich auf Theorien über sektenähnliche Vorgänge bei den Davidianern stützten, erhielt das ATF einen Durchsuchungsbefehl für Mount Carmel in Waco. Die Davidianer hörten bereits im Vorfeld von der anstehenden Durchsuchung, verweigerten den Beamten den Zutritt und verschlossen die Türen.

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Panzer belagern das Gelände

Die Beamten demolierten diese daraufhin und versuchten sich gewaltsam Zutritt zum Gebäude zu verschaffen, wogegen sich die Davidianer zu wehren versuchten. Eine Schießerei begann, wodurch vier Beamte und fünf Davidianer ums Leben kamen. Es gelang den Beamten nicht, das Gebäude zu stürmen, weshalb Panzerfahrzeuge anrückten und das Gelände belagerten.

Die Davidianer betonten immer wieder, selbständige und freiwillige Mitglieder einer Religionsgemeinschaft zu sein, die von den Behörden in Ruhe gelassen werden wollten. Am 5. März erklärten sich die Mitglieder bereit, den Behörden ihre Kinder zu übergeben, mit der Bedingung, diese bei Verwandten unterzubringen.

Die Behörden hielten sich nicht an die Abmachungen und übergaben die Kinder dem Jugendamt in Waco. Das FBI, welches den Fall bereits übernommen hatte, kappte sämtliche Kommunikationsmittel der Gruppe.

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Beim Jugendamt wurden Videos aufgezeichnet, worin die Kinder nicht bei ihren Verwandten, sondern beim Jugendamt zu sehen waren und zuckerhaltige Getränke zu sich nahmen. Diese Aufnahmen wurden der Gruppe übergeben, was die Mitglieder entsetzte.

Das Ganze zog sich knapp sieben Wochen hin, bis sich Anführer David Koresh dazu bereit erklärte, das Gebäude zusammen mit seiner Gemeinde unbewaffnet zu verlassen und sich den Behörden zu stellen. Vorher wollte er jedoch ein Manuskript fertigstellen.

Hillary Clinton lässt das Gebäude mit Tränengas angreifen

Nach drei weiteren Tagen verlor das FBI die Geduld und ließ die Panzer Löcher in das Gebäude rammen. Dies geschah angeblich auf Geheiß der damaligen First Lady Hillary Clinton. Es wurde Tränengas durch die Löcher in das Gebäude geleitet, offenbar um die Mitglieder aus dem Gebäude zu treiben.

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Als die Bemühungen vier Stunden lang erfolglos blieben, brach ein Feuer aus, welches laut Statement von US-Beamten von den Religionsanhängern selbst gelegt wurde. Der Brand breitete sich rasch aus, zudem eröffneten die Beamten das Feuer auf das Gebäude und hielten Rettungskräfte zurück. So wollte man diese diese vor der Schießerei schützen, hieß es.

Auch aus schwarzen Hubschraubern ohne Kennzeichnung sei auf die Menschen geschossen worden, sagten Augenzeugen. Diese wurden von der Rechtsanwältin Linda Thompson als „von der CIA bezahlte Schläger“ bezeichnet. Später stellte sich heraus, dass das FBI tatsächlich Unterstützung von der Delta Force erhalten hatte.

Psychoterror und Kugelhagel

76 Davidianer kamen in den Flammen und im Kugelhagel ums Leben. Darunter 21 Kinder, schwangere Frauen und Anführer Koresh. Zwölf überlebende der Gemeinde wurden wegen Mordes angeklagt und vor ein Gericht gestellt, neun von ihnen wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der letzte von ihnen wurde im Jahr 2007 aus der Haft entlassen.

Das FBI machte ab Beginn des Einsatzes schwere Fehler, urteilten einige Experten hinterher. So wurde den Gläubigen etwa Strom und Wasser abgestellt, das Gebäude 24 Stunden pro Tag mit lauter Musik beschallt und mit grellen Scheinwerfern beleuchtet.

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Zusätzlich umstellten 500 schwer bewaffnete FBI-Beamte das Gebäude. Auf diese Weise wollte man die sogenannten Aufständischen psychisch terrorisieren und zur Aufgabe bewegen.

CNN macht ein Medienspektakel aus dem Einsatz

CNN machte aus dem Einsatz in der ruhigen Kleinstadt Waco durch reißerische Berichterstattung ein Medienspektakel. Touristen strömten aus allen Ecken der USA herbei. In Dokumentationen bezeichnete CNN die Stadt ironisch als „Camp David“.

Restaurant- und Hotelbesitzer in der Stadt machten nie dagewesene Umsätze. Die Verkäufe von Handfeuerwaffen schnellten landesweit in die Höhe. Und die Medien, allen voran CNN, verzeichneten Rekordquoten.

NBC verfasste ein Drehbuch und engagierte Schauspieler, um den FBI-Einsatz zu verfilmen. Auch deutsche Boulevardmedien (Bild, Spiegel usw.) berichteten reißerisch über den „Blut-Jesus“, um ihre Auflagenzahlen zu steigern. Gemeint war damit der davidianische Anführer David Koresh.

Justizministerium bestätigt FBI-Version

Rechtsanwälte und Analysten des Vorfalls bestritten jedoch die Behauptung der Beamten, die Religiösen hätten ihr Gebäude und damit sich selbst angezündet. 1999 wurde bekannt, dass das FBI Pyrotechnik einsetzte, sogenannte Flite-Rite-Granaten, welche ins Gebäude gefeuert wurden und dort durch Verbrennung Tränengas freisetzten.

Ob das Feuer möglicherweise auf diese Weise ausbrach, wurde im Jahr 2000 vom US-Justizministerium untersucht. Man hielt jedoch an der FBI-Version fest, die Menschen hätten ihren Unterschlupf und damit sich selbst angezündet.

Quellenangaben anzeigen
Daily MailPolitical Ears, CBS News, Mirror.co.ukHistory Commons, Truthseeker, ABC News

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