Venezuela zieht Goldreserven aus EU und USA ab


China/Gold/Russland/USA/_Münzen

Der Spiegel hat den hohen Goldpreis analysiert und dabei festgestellt, dass es sich dabei um „Anlegerirrsinn“ handeln muss und rät von einem Kauf ab, da sogar schon Boulevardzeitungen wie die Bild darüber berichten. Ironischerweise ist der Spiegel ebenfalls eine Boulevardzeitung, insofern ist diese Analyse – wie gewohnt – mit einem Schmunzeln hinzunehmen. Andere Massenmedien machen die geplante deutsche Finanztransaktionssteuer für abschmierende Aktien und steigende Goldpreise verantwortlich. Ein schlechter Scherz? Nichts davon erklärt die Anstiege der Goldpreise nur ansatzweise. Dass Zentralbanken die Währungen verwässern, indem sie von gedrucktem Geld Anleihen im Wert von zig-Milliarden Euro kaufen und den „Goldpreis“ sowie sämtliche andere Sachwerte inflationsbedingt in die Höhe treiben, scheint niemanden zu interessieren. Was ebenfalls überhaupt keine Beachtung zu finden scheint, ist die Ankündigung von Präsident Hugo Chavez, dass Venezuela sämtliche Goldreserven, die bei europäischen und amerikanischen Banken lagern, abziehen wird. Zusätzlich sollen venezolanische Goldminen verstaatlicht werden, wie Paul Joseph von PrisonPlanet.com berichtet.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Chavez verglich die Goldindustrie in einer Rede mit der Mafia und erklärte, dass er es nicht erlauben könne, dass die Bank of England, JP Morgan Chase, Barclays, HSBC, die französische BNP Paribas oder die kanadische Bank of Nova Scotia über Venezuelas Goldreserven Wache halten. Das Land besitzt 365,8 Tonnen Gold, wovon 211 Tonnen nach aktuellen Schätzungen im Ausland lagern. „In diesen Zeiten ist es vorzuziehen, unser Gold nach Hause zu holen und es in unseren eigenen Kellern zu verstauen“, wie der venezolanische Zentralbank-Präsident Nelson Merentes sagte. Das venezolanische Vermögen werde zukünftig in stabilere Volkswirtschaften investiert wie beispielsweise China, Russland oder Brasilien. Venezuelas Außenminister Nicolas Maduro sagte, dass der Schritt Teil eines Plans sei zu einem „neuen internationalen Währungssystem“ als Alternative zum krisengeschüttelten Dollar als Reservewährung.

Seitens einiger Analysten wird nun erwartet, dass der Goldpreis demnächst die 2’000 US-Dollar je Unze überschreiten wird. Der George Washington Blog schreibt: „Die Verstaatlichung von venezolanischem Gold bedeutet weniger Gold im freien Markt, was das Gerangel um physisches Gold erhöhen und eine 100-zu-1 Hebelwirkung schaffen könnte“. Nun gut, solche Effekte mögen kurzfristig eventuell auftreten, doch am Ende bleibt Gold einfach Gold, ein schuldenfreier Sachwert, der Arbeitskraft speichert und in physischer Form private Vermögen vor dem Zugriff der Regierungen, sei es unter Chavez oder auch Merkel oder Obama, schützen kann.


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4 Comments

  1. Der letzte Satz “ Gold….in physischer Form ….vor dem Zugriff der Regierungen ….schützen “ , ist nicht so einfach.
    In vielen Ländern ist der Besitz von physichem Gold verboten. Das war in England, Holland und Indien so. Ob es jetzt noch so ist, kann ich nicht sagen. Die Aufzälung „England, Holland und Indien“ ist natürlich nicht erschöpfend, aber da weiß ich es genau, denn ich habe Ende der 70er Jahre versucht dort Gold bei den Banken zu kaufen. Die Reaktionen waren einhellige Empörung.

    Bei uns ist Gold frei verkäuflich (noch). Der Haken an der Sache ist, dass jeder der Gold kauft registriert wird, damit man in einem Staatsbankrott Zugriff auf diese Privatbestände hat.
    Man muss das Gold also ohne Quittung vom Schwarzmarkt kaufen. Niemand darf davon etwas wissen.
    Ein weiterer Pferdefuß lauert in der Qualität des Goldes, denn es sind Unmengen gefälschter Godbarren auf dem Markt. Auch Goldbarren die man bei einer Bank gekauft hat können gefälscht sein. Man kann inzwischen bereits gefälschte Goldbarren im Internet bestellen.
    Wie ist das möglich ? Ganz einfach : Gold hat das gleiche spezivische Gewicht wie Wolfram und man bekommt dann einen Wolframbarren mit Goldüberzug.

    Die Finanztechnischen Verwicklungen beschreibt Andreas Popp sehr anschaulich.
    http://www.youtube.com/watch?v=jeGnYEHj3Hw

    MfG. grillbert aus Hamburg.

  2. Ich werde sowieso nie verstehen, warum einige Leute unbedingt anfassbares Gold haben wollen und bereit sind die enormen Risiken einzugehen. Ich habe Ende letzten Jahres, als der Tiefpunkt des Marktes erkennbar war, verschiedene Goldaktien gekauft.
    Gold selbst wurde und wird niemals verboten, weil dies die Währungsreserven weltweit entwerten würde.
    1933 ist deshalb in den USA und in Deutschland nur der private Goldankauf und Goldverkauf verboten worden.
    Aus meiner Sicht macht genau das in EU- Europa und in USA wieder einen Sinn. Dies um so mehr, weil es heute im Zeitalter der Nacktscanner an den Flughäfen noch weniger Ausweichmöglichkeiten gibt. Sofort mit Verkündung dieser Handelsbeschränkungen entwertet sich der physische Goldbesitz drastisch. Denn man kann ja als Privatperson nicht mehr verkaufen und muss sich obendrein die Frage gefallen lassen, wo man das Gold her habe. Gibt es keine Quittung mehr, darf das Finanzamt schätzen. Der Goldpreis der in London gefixt wird, dürfte damit wenig zu tun haben. Der Goldpreis selbst dürfte also kaum schwanken. Denn es fällt nicht nur die private Nachfrage weg, sondern auch der private Verkaufsdruck.
    Mit Minenaktien schlafe ich ruhiger.

  3. Link hat nicht funktioniert, weil dazu mein Browser mehr mitteilen müsste.
    Aber jeder kann das googeln! Egal ob in Würzburg, oder in Villingen Schwenningen. Tafelgeschäfte gibt es überall!

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