USA: 27 Prozent aller Studiendarlehen in Verzug

26. März 2012 von Bürgender

JPC

Mehr als ein Viertel aller Studiendarlehen in den USA werden laut einem Bericht von Fitch nicht mehr bedient. Die größte Gefahr lauert offenbar in steigenden Zinsen auf diese Darlehen. Droht den Steuerzahlern der USA und der gesamten Welt damit eine weitere Kreditblase, ähnlich den Subprime-Darlehen vor fünf Jahren?

Bereits vor Beginn der “US-Krise” im Jahr 2007 hatten einige Marktbeobachter vor sogenannten Subprime-Krediten gewarnt, doch wurden sie ignoriert, bestenfalls belächelt. Schließlich hatte US-Notenbank Ben Bernanke seiner Zeit versprochen, dass alles in Ordnung sei. Einige Monate später kam der große Knall und bis heute bröckelt der US-Wohnungsmarkt in sich zusammen.

Der nächste GAU wartet möglicherweise bei Studentendarlehen, welche mittlerweile in der Summe von über einer Billion Dollar betragen und Monat für Monat um 40 bis 50 Milliarden Dollar wachsen. Alles in bester Ordnung? Leider nicht: So offenbarte die Ratingagentur Fitch in einem Bericht, dass 27% dieser Studienkredite seit mindestens 30 Tagen nicht mehr bedient wurden. Nominal werden hier also Kredite in Höhe von 270 Milliarden Dollar nicht mehr bedient.


Laut Zero Hedge lauert die größte Gefahr in steigenden Zinsen. Aktuell befinden sich die Zinsen für Kredite auf einem Rekordtief, steigen diese nun jedoch an, sei dies die nächste Blase, die den US-Steuerzahlern um die Ohren fliegt. Bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 46% bei US-Bürgern zwischen 18 und 24 Jahren – der höchste Stand seit 64 Jahren – sind die Chancen auf einen Job nach dem Studium zudem nicht wirklich vielversprechend. Eigentlich ist die Situation in den USA somit kaum mehr besser als in Griechenland oder in Spanien.

Und was sagt der US-Notenbankchef dazu? Alles halb so wild: Bernankes eigener Sohn wird bis Beendigung seines Medizinstudiums Studentendarlehen in Höhe von 400’000 Dollar stemmen müssen. Ein schlechtes Omen?

2 Kommentare

  1. Erich Schlapphut

    Wie währe es mal damit. Beruf erlernen, Fernstudium neben der Arbeit mit Konsumverzicht der Eltern etwas Unterstützung, dann ist Praxis vorhanden Theorie auch, keine Schulden. Teilweise selbst so praktiziert und mein Nachwuchs hat es direkt so gemacht. Es gibt sogar ausländische Fernuniversitäten.
    Aber bei den Amis gibt es ja keine Berufsausbildung, da murkst jeder vor sich her und Hausmeister nennen sich Ingenieure.
    Deutschland macht ja den USA jeden Mist nach und dass heißt dann internationale Vergleichbarkeit.

  2. Wolter

    Man verschuldet sich für Studiengänge, die am Ende nicht genug Geld bringen, um davon leben und die bis dahin aufgelaufenen Verbindlichkeiten bedienen zu können. Schönes Schuldsklavensystem…

    Ähnlich wie in Deutschland studiert man in Amiland vorzugsweise soziale und schöngeistige Fächer. Am Ende dessen kann man sich dann im Kreis aufstellen, Gedichte schreiben und versuchen die dann nach China zu exportieren.

    Langsam aber sicher sollte sich der Westen im Allgemeinen mal fragen, von was zukünftig gelebt werden soll. Mit dem Diplom, Master etc. in der Tasche kann man kein Metall oder Holz bearbeiten und das behandeln kranker Seelen wird absehbar niemand mehr bezahlen können und wollen.

    Das gibt ein Erwachen. Ich freue mich schon…

    Auch in Deutschland sieht man allerorten den Drang zum Studium. Berufe zu erlernen ist zu popelig. Sogar Ingenieurstudiengänge sind mittlerweile zu popelig… Wahrscheinlich liegt es daran, dass man sich dort nicht heraus reden kann, wie als SozPäd.

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