UN: Im Jemen stirbt alle zehn Minuten ein Kind

Durchschnittlich alle zehn Minuten stirbt laut einem neuen UN-Bericht ein Kind im Jemen. Die Infrastruktur wurde zerstört, das Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch, Hunderttausende sind unterernährt, behandelbare Krankheiten breiten sich aus.

Jemen, Saudi-Arabien, UNICEF

Flaggen Jemen, Saudi-Arabien, UNICEF, alle gemeinfrei

Laut Zahlen der Vereinten Nationen steht befindet sich das Gesundheitssystem im Jemen kurz vor dem Zusammenbruch. Zudem machen der Bevölkerung Unterernährung und andere vermeidbare Krankheiten, wie Durchfall oder Infektionen der Atemwege, zu schaffen. Dies geht aus Daten hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Der Jemen wird seit März 2015 von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten bombardiert.

Der Gesundheitszustand von Kindern im ärmsten Land des Nahen Ostens war niemals zuvor so katastrophal, wie es heute der Fall ist“, sagte Meritxell Relaño, UNICEF-Vertreter im Jemen. Die Anzahl der Unterernährten befinde sich auf einem Allzeithoch, Tendenz steigend. Mindestens 462.000 Kinder seien aktuell akut unterernährt, eine dramatische Steigerung im Vergleich zu 2014. Alle zehn Minuten stirbt deshalb ein jemenitisches Kind.

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Durch den von Saudi-Arabien begonnenen Angriffskrieg starben bis jetzt rund 10.000 Menschen, die meisten davon Zivilisten. Millionen Menschen wurden vertrieben. Zudem wurden weite Teile der jemenitischen Infrastruktur zerstört, weniger als ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Doch auch schon vor dem Krieg waren Armut, Nahrungsmittelknappheit und ein mangelhaftes Gesundheitssystem im Land weit verbreitet. „Gewalt und Konflikte haben die signifikanten Fortschritte in den vergangenen zehn Jahren wieder umgekehrt“, so Relaño. „Krankheiten wie Cholera und Masern haben sich verbreitet. Durch die wenigen funktionierenden Gesundheitseinrichtungen fordern diese Krankheitsausbrüche hohe Opferzahlen.“

Er fügte hinzu: „Wir rufen die Konfliktparteien auf, uns landesweit ungehinderten Zugang zu den Kindern in Not zu gewähren, damit wir Nahrungsmittelhilfen liefern, unterernährte Kinder behandeln und jemenitische Gesundheitsdienste unterstützen können.“ Seit Beginn des Kriegs hat die saudi-arabische Luftwaffe mehrfach Krankenhäuser gezielt bombardiert, inklusive einer Einrichtung der Ärzte ohne Grenzen.

Quellenangaben anzeigen
un news centre, telesurreliefweb

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