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Süßes Gift
25. November 2009 | 2 Kommentare
In diesem Artikel geht es ausnahmsweise nicht um Politik, Wirtschaft oder Edelmetalle. Vielleicht im übertragenden Sinne, wenn man Hüftgold als Wertanlage oder auch als Krisenvorsorge betrachtet.
Vor einigen Tagen fuhr ich, wie jede Woche, zum Megadiscounter meines Mißtrauens, um mich für die kommenden sieben Tage mit Lebensmitteln einzudecken. Als der Einkaufswagen gut gefüllt war mit glutamatfreien Artikeln, und ich mich auf dem Weg zur Kasse befand, fiel ich auf einen sehr plumpen und uralten Verkaufstrick herein, indem ich am Süßigkeitenregal vorbeilief und hier und da etwas aus dem Sortiment in den Wagen fallen ließ. Unter anderem handelte es sich um schokoladenüberzogene Erdnüsse mit einer farbigen Glasur und eine große Packung Gummibärchen.
Zuhause angekommen wurde der Einkauf eingeräumt, ein wenig an den Webseiten gearbeitet und gegen später die Sitzecke im Wohnzimmer für einen spannenden Videoabend vorbereitet. In Planung war eine anderthalbstündige Dokumentation, dafür stellte ich mir ein gekühltes Bier und die neu erworbenen Süßigkeiten bereit.
Nachdem ich diese sehr aufschlussreiche und kritische Dokumentation zuendegesehen hatte, warf ich zufällig einen Blick auf die Rückseite der halb leergegessenen Verpackung der schokoladenüberzogene Erdnüsse mit farbiger Glasur, wo die Inhaltsstoffe abgedruckt waren, in Schriftgröße 4 schätzungsweise. Dennoch stachen die Farbstoffe E 104, E 110, E 122, E 129, E 131, E 133 und E 171 schnell ins Auge, was auf Anhieb ein gewisses Unbehagen auslöste. Beim näheren Hingooglen bestätigte sich das Mißtrauen, hier eine kurze Auflistung der Farbstoffe:
- E 104 (Chinolingelb) Synthetischer Farbstoff, der für Ratten und Mäuse als unschädlich angesehen wird. Laut EU-Expertenausschuss erbrachten zumindest die Kurzzeitversuche mit Hunden “keine eindeutigen toxischen Wirkungen”. In den USA für Lebensmittel verboten.
- E 110 (Gelborange) Künstlicher Farbstoff, der gelegentlich Allergien auslöst und in höherer Dosierung bei heranwachsenden Mäusen neurologische Probleme verursachte. Vor allem zur Erzeugung von Orangetönen zum Färben von Getränken, Brause, Süßwaren, Seelachs (in Verbindung mit E 124) oder Krabben.
- E 122 (Azorubin) Azofarbstoff, auch Carmoisin genannt. Im Tierversuch wurden bei höherer Dosierung verschiedene Nebenwirkungen auf Blutbild, Lunge, Lymphsystem und Bauchspeicheldrüse beobachtet.
- E 129 (Allurarot) Azo-Farbstoff, hatte im Tierversuch Verhaltensänderungen (Hyperaktivität) zur Folge. In niedriger Dosis Erbgut schädigend. Verhalten im Stoffwechsel unklar.
- E 131 (Patentblau) Künstliche Farbstoffe für Süßwaren, Getränke, Speiseeis und zum Bemalen von Eiern. Der anfängliche Krebsverdacht hat sich für beide Stoffe als gegenstandslos erwiesen.
- E 133 (Brillantblau) Triarylmethanfarbstoff. Für Süßwaren, Getränke, Desserts etc. Gilt als harmlos, weil er kaum vom Körper aufgenommen wird.
- E 171 (Titandioxid) Mineralisches Pigment, für das inzwischen eine Herstellungsmethode bevorzugt wird, bei der keine Dünnsäure anfällt. Dient vor allem zum Weißfärben von Dragees und Kaugummi. Keine Nebenwirkungen bekannt, da kaum untersucht.
Fassen wir zusammen: Von sieben E-Farbstoffen (es gab noch ein achtes, leider nicht lesbar auf der Verpackung, schade!) waren vier nachweislich gesundheitsschädigend, einer stand unter Verdacht krebserregend zu sein, einer war unerforscht und einer harmlos. Beim Blick auf die Verpackung der Gummibärchen wurden oben genannte E-Farbstoffe noch durch folgende ergänzt: E 120, E 124 und E 150c. E 124 beispielsweise färbt das Fell von Versuchstieren rosa, was nicht unbedingt heissen muss, dass es giftig ist. Meine Haarfarbe soll aber bitte schwarz bleiben, genetisch bedingt mit friedhofsblonden Natursträhnchen durchzogen.
Jedenfalls ließ ich diese Billigsüßigkeiten umgehend in den Tiefen der Mülltonnen meines Wohnkomplexes verschwinden. Ich bin zwar kein Anhänger der Bio-Mode und auch nicht von überteuerten Ökonahrungsmitteln, aber meine Gier nach Süßigkeiten führte mich direkt ins nahegelegene Reformhaus. Dort entschied ich mich für 500 Gramm Gummibärchen “Bretti’s Naturkost Fruchtbären ohne Gelatine” mit folgenden Inhaltsstoffen: Maissirup, Rohrzucker, Curcuma (Eine Pflanzengattung aus der Familie der Ingwergewächse), Karotten, Holunder, Spinat, natürliche Aromen, Pektin als Geliermittel (kommt in allen höheren Landpflanzen vor), Zitronensäure und Carnaubawachs (aus den Blättern der Carnaubapflanze, medizinisch völlig unbedenklich). Absoluter Tipp! Nicht ganz billig, dafür schmecken sie sehr lecker und beinhalten keinen chemischen Abfall.
In diesem Fall lasse ich meine zweijährige Tochter mit gutem Gewissen mitnaschen. Der giftige Billigramsch vom Discounter kommt mir jedenfalls nicht mehr ins Haus.
Veröffentlicht unter: Krass! · Etiketten: Edelmetall, Edelmetalle, Euro, Krise, System, USA, Wirtschaft
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E100 : Curcuma Nebenwirkung: „Im Tierversuch (Schwein) Nebenwirkungen auf die Schilddrüse beschrieben“ (http://www.oekotest.de). „Kurkumin gilt allgemein als unbedenklich, kann aber in Einzelfällen Allergien auslösen,“ (http://www.der-gruene-faden.de)
E440a (i): Pektin
Pektin ist ein Verdickungsmittel, daher kann es zu Darmproblemen kommen, wenn es in hohen Konzentrationen aufgenommen wurde. Dieser Verdickungsprozess kann auch während einer Diät verwendet werden, da er das Hungergefühl reduziert. Es kann im Dickdarm fermentiert werden, Blähungen können entstehen.
Die anderen bitte selbst nachschlagen, man sollte sich nicht von der Ökoindustrie täuschen lassen, weil sie anstatt der E Nr. die Klarnamen schreiben.
Herzlichen Dank!