Jod-131: Radioaktive Strahlung in Europa steigt


Finnland/Krass!/Norwegen/Russland

In weiten Teilen Europas wurde kürzlich erhöhte Strahlung festgestellt. Konkret geht es dabei um Jod-131 mit einer kurzen Halbwertszeit von acht Tagen. Dies lässt auf einen kürzlich erfolgten Zwischenfall nahe des Polarkreises schließen.

Nuklearer Zwischenfall, Strahlung in Europa
Nuklearer Zwischenfall? Strahlung in Europa, Oslo, Norwegen, Bild: Gegenfrage.com

Es gibt Bedenken hinsichtlich eines möglichen nuklearen „Zwischenfalls“ in Europa. Nach Berichten des in Frankreich ansässigen Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire wurden geringe Mengen des hoch radioaktiven Radioisotops Jod-131 festgestellt. Die Herkunft der Strahlung, die über weiten Teilen Europas erfasst wurde, ist bislang unbekannt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Möglicherweise wurde der Anstieg der Strahlung durch ein Ereignis in der Nähe des Polarkreises verursacht. Ein Atomunfall in Nowaya Semlya könnte die Ursache sein. Dort wurden in früheren Zeiten sowjetische Atomwaffentests durchgeführt und unter anderem die Zarbombe gezündet.

Da das Isotop nur eine Halbwertszeit von acht Tagen hat, ist die Messung der Beweis für ein kürzlich erfolgtes Ereignis, meldet der Independent Barent Observer. Finnische und französische Medien haben dies in den vergangenen Tagen mehrfach gemeldet. Norwegische Behörden hingegen gaben an, dass die Messungen über „keinen Nachrichtenwert“ verfügen.

„Keine gesundheitlichen Bedenken“ durch die Strahlung

Astrid Liland, Leiterin der Abteilung für Notfallvorsorge bei der Norwegischen Strahlenschutzbehörde, sagte, die gemessenen Werte seien ungefährlich (Grafiken mit Messwerten finden Sie in den Quellen unter „irsn“).

„Wir messen von Zeit zu Zeit kleine Mengen an radioaktiver Strahlung in der Luft, da wir sehr empfindliche Messgeräte haben. Die Messungen bei Svanhovd im Januar waren sehr, sehr niedrig. So wurden auch Messungen in den Nachbarländern wie Finnland durchgeführt. Die erhöhten Werte stellen keine Gefahr für Menschen oder die Umwelt dar.“

Die Quelle des Lecks bleibt jedoch ein Rätsel. Sowohl Russland, Finnland als auch Schweden verfügen über Kernkraftwerke, meldet die norwegische Zeitung ABC Nyheter.  Im betreffenden Zeitraum sei jedoch schlechtes Wetter gewesen, sodass es schwierig sei, die genaue Quelle des Unglücks zu ermitteln.

Quellenangaben anzeigen
irsn, yournewswire, barentobserver, abcnyheter, dagbladet

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