Gegenfrage.com drückt Oranje die Daumen!
Unsere Nachbarn aus dem Westen haben still und leise einen super Job gemacht in dieser WM. Nie war wirklich die Rede von den Niederlanden, alles sprach von Brasilien, Spanien und dem deutschen Angstgegner Argentinien. Selbst mich als grundsätzlichen Kritiker des Massenspektakels “Fußball” konnten die Niederländer mit ihrer konstanten Leistung und der fairen Art zu spielen begeistern.
Der letzte große niederländische Triumph liegt inzwischen 22 Jahre zurück. Damals bezwangen sie im EM-Finale die Sowjetunion mit 2:0. Nachdem in Spaniens Presse nach fünf Gründen gesucht wurde, warum heute Abend Spanien Weltmeister wird, hat die Berner Zeitung fünf Gründe zusammengestellt, warum die Niederländer Weltmeister werden müssen. Zwar hätte ich mich mehr über ein “germanisches Finale” gefreut – die Spanier gewannen verdient gegen die deutsche Elf – dennoch dürfen wir uns auf ein technisch starkes und hoffentlich torreiches Spiel freuen.
Warum die Spanier wie auch die Deutschen den Niederländern den WM-Titel gönnen sollten, erkennt man sogar schon in deren Nationalhymne (Strophe 1):
“Wilhelmus van Nassouwe ben ik van Duitsen bloed,
Den vaderland getrouwe blijf ik tot in den dood;
Een Prince van Oranjen ben ik, vrij onverveerd,
Den Koning van Hispanjen heb ik altijd geeerd.”
Auf deutsch:
“Wilhelmus von Nassawe bin ich von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu bleib ich bis in den Tod;
ein Prinz von Oranien bin ich frei unverwehrt,
den König von Spanien hab ich allzeit geehrt.”
GO Nederland! Toi toi toi!
WM 2010: Achtelfinale (Zwischenbilanz)
Endlich ist die Vorrunde der Fußballweltmeisterschaft überstanden. Jetzt geht es an das Eingemachte – Zeit für Gegenfrage.com eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen:
Bis auf die künstliche kreierte Stimmung in Deutschland kommt wohl nirgendwo so richtig WM-Feeling auf.
Die WM 2010 ist weniger eine normale Weltmeisterschaft zu denen Fans aus allen Lagern anreisen und zusammen Fußball zelebrieren, sondern eher eine WM in einem abgeschlossenen Land wo die weltweiten Stars im Schaufenster spielen, ähnlich der Junta-WM 1978 in Argentinien.
Die Stimmung ist auf Grund fehlender Fans und der unmusikalischen Ader der Einheimischen richtig schlecht und kaum auszuhalten – das kann ein Grund sein, weshalb viele Teams sehr demotiviert auftreten, es die torungefährlichste WM seit 1990 ist und weshalb wir schon mittlerweile sieben 0:0’s gesehen haben.
Sportlich gibt es jedoch dann einige Überraschungen
Wer hätte gedacht, dass sich Uruguay und die USA als Gruppensieger durchsetzen und die Italiener ihre wahre Stärke zeigen. Italien war 2006 auch nicht besser als bei dieser WM, aber hat endlich mal für ihr Spiel die verdiente Quittung bekommen.
Der Fußballgott spendiert einem nicht immer unberechtigte Elfmeter oder Abseitstore in der Nachspielzeit.
Positive Überraschungen waren vor Allem die südamerikanischen Mannschaften Chile, Paraguay und Uruguay die sich überragend als echte Mannschaften präsentierten. Überhaupt haben alle amerikanischen Mannschaften außer Honduras das Achtelfinale erreicht.
Wie bereits vor der WM im Teamcheck berichtet ist die Befürchtung eingetreten, dass die Franzosen kein Team formen konnten. Die Frage wer aber dort welche Verantwortung für was hat, stellen sich die französischen Medien allerdings scheinbar nicht. Unaufhörlich wird auf die „Deserteure“ eingeprügelt – kein Wort mehr über den peinlichsten Trainer der Welt Raymond Domenech, dem man die Inkompetenz schon im Gesicht ansieht.
Die Argentinier um Startrainer Maradona sind bislang die stärkste Mannschaft im Turnier und weiterhin Nummer 1 Favorit auf den Titel. Diese Offensive wird auch gegen Mexiko morgen abend nicht zu stoppen sein.
In England schrieb die Presse nach dem Feststehen des Duells Deutschland – England von einem Aufeinandertreffen „der alten Feinde“ und holten wieder einmal die alte Kriegsmetaphorik hinter dem Ofen hervor.
Wir bleiben ruhig und werden sie demütigen – wie immer wenn es um was geht.
Siehe auch hier:
Englische Presse eröffnet schon mal die Schlacht gegen den Erzrivalen Deutschland
Hier noch einmal die Partien im Überblick:
Sa 26.06. 16:00 Port Elizabeth Uruguay - Südkorea 2:1 (1:0)
Sa 26.06. 20:30 Rustenburg USA - Ghana -:- (-:-)
So 27.06. 16:00 Bloemfontein Deutschland - England -:- (-:-)
So 27.06. 20:30 Johannesburg Argentinien - Mexiko -:- (-:-)
Mo 28.06. 16:00 Durban Niederlande - Slowakei -:- (-:-)
Mo 28.06. 20:30 Johannesburg Brasilien - Chile -:- (-:-)
Di 29.06. 16:00 Pretoria Paraguay - Japan -:- (-:-)
1. Spieltag der WM 2010 in Südafrika
Gruppe A
Südafrika – Mexiko 1:1 (0:0)
Frankreich – Uruguay 0:0
Das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 zwischen den Gastgebern aus Südafrika und Mexiko endete unspektakulär mit 1:1.
Wie erwartet waren die Mexikaner von Beginn das klar bessere Team, das nur auf Grund dieser verunglückten Abseitsregeländerung der FIFA nicht schon zur Pause mit 1:0 in Front lag. Südafrika war in der ersten Hälfte wirklich sehr enttäuschend und hatte vielleicht zwei bis drei nette und nennenswerte Passkombinationen ohne allerdings eine wirkliche Torchance zu haben. Die Mexikaner waren immer wieder auffällig durch den jungen Dos Santos und Guillermo Franco und scheiterten oft am südafrikanischen Schlussmann Khune (Foto), der gestern eine absolute Topleistung abrief.
Auf der anderen Seite war auffällig wie häufig der mexikanische Schlussmann Perez an den Flanken und Ecken vorbeisegelte. In Halbzeit zwei machte er seinen Job allerdings um einiges besser.
Glücklich und aus dem Nichts gingen die Südafrikaner durch einen Konter von Tshabalala in Führung und waren danach näher am 2:0 als die Mexikaner am 1:1.
Mit der Einwechslung von Cauhetemoc Blanco konnten die Mittelamerikaner allerdings wieder mehr zu sich finden und Marquez vom FC Barcelona erzielte, ebenfalls aus dem Nichts aber, hochverdient das 1:1. Dieses 1:1 ist aus mexikanischer Sicht sicherlich etwas wenig, aber aus meiner Sicht waren die Mexikaner gestern von allen 4 Teams, die gespielt haben das Stärkste. Kein Grund zur Panik also.
Das Spiel der Franzosen gegen Uruguay war kein Anschauungsunterricht in Sachen Fußball, allerdings ein purer Anschauungsunterricht warum Raymond Domenech als Trainer so umstritten ist. Anelka, Ribery und auch Govou probierten viel nach vorne, jedoch kamen keine guten Schussmöglichkeiten zu Stande, da die Südamerikaner wie erwartet sehr kompakt in der Defensive standen und Anelka sich gegen 3-4 Uruguayaner einfach alleine nicht durchsetzen konnte. Raymond Domenech erkannte seinen eigenen Systemfehler allerdings nicht und brachte Thierry Henry erstens viel zu spät und zweitens für Anelka, eine absolute Fehlentscheidung.
Frankreichs Spiel nach vorne haperte an möglichen Anspielstationen im Sturm und hatte nichts mit der Leistung von Anelka zu tun, der wie gesagt viel probierte. Die „Equipe Tricolore“ hätte zu diesem Zeitpunkt einen zweiten oder dritten Stürmer gebraucht. Auch Wechsel zwei und drei ließen meine Augen vor Ungläubigkeit groß werden: Malouda, der auf Grund seiner Fähigkeiten schon hätte von Anfang an spielen sollen kam für Yoann Gourcuff der an diesem Tag noch der beste in den blauen Trikots der Equipe war. Später brachte Domenech Gignac für Gouvou und nahm seiner Mannschaft weiteres Offensivpotential. Franck Ribery bewies mal wieder wie gnadenlos überschätzt er ist. Ein Spieler der derart häufig den Ball verliert ist sicher kein Gewinn für eine Mannschaft, hin zu kam, dass er weder Anelka noch später Henry in Szene setzte.
Uruguay war während der gesamten 90.Min das bessere Team, mit den besseren Aktionen und Torchancen. Lediglich Suarez blieb blass auf Seiten der Südamerikaner. Anzukreiden ist ihnen allerdings, wie Jürgen Klinsmann auch während der TV-Übertragung sagte, dass sie sich nicht genug trauten und keinen richtigen Mut im Spiel nach vorne entwickelten.
Wie in meinem Vorbericht über Frankreich erwähnt, demonstrierten unsere Nachbarn sich nicht als Team und ein Ausscheiden nach der Vorrunde würden viele nach diesem Spiel, trotz des Weltklassekaders, nicht mehr überraschend finden.
Es ist vielleicht etwas unkonventionell, aber vielleicht sollte man in Frankreich den Trainer auswechseln vor dem nächsten Spiel. Raymond Domenech erreicht augenscheinlich seine Spieler nicht, hat keinen Bezug zu ihnen, was man gut an den Auswechselszenen sehen konnte und seine taktische Leistung im gestrigen Spiel war absolut inkompetent.
Alles in Allem war der die WM-Eröffnung eher ein enttäuschender Tag mit einem mittelmäßigen und einem schlechten Spiel, welche zusätzlich von diesem unerträglichen Vuvuzela Lärm überschattet wurden. Die FIFA sollte schnellstmöglich diese Nervtröten verbieten, sonst wird die WM ein Flopp. Man hört kein Gesänge, keine Anfeuerung, keinen Schiedsrichterpfiff und die Atmosphäre im Stadion ist egal bei welcher Spielsituation oder Spielstand immer gleich monoton.
Vuvuzelas eignen sich sehr gut als Folterinstrumente für die CIA um Gefangene psychologisch fertig zu machen, im Fußballstadion haben diese Dinger allerdings nix verloren. Bei aller Liebe zu Afrika, das ist Lärm, wir sind 2006 auch nicht mit Polizeisirenen ins Stadion gegangen „um die Stimmung zu steigern“.
WM 2010 Spezial: USA
Die Amerikaner sind wie immer dabei und wie immer nicht gerade ein Topfavorit. Aber Vorsicht: die Qualität des amerikanischen Fußballs hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert.
Die Amis haben keine großen Stars in ihrem Team doch muss man sagen, dass fast alle Spieler mittlerweile schon gehobene Klasse haben.
Die Verteidigung werden höchstwahscheinlich Bocanegra, Cherundolo, Onyewu und Spector bilden. Im Mittelfeld hat Trainer Bob Bradley nicht nur seinen Sohn Michael zur Verfügung sondern mit Damarcus Beasley, Clint Dempsey und Landon Donovan auch international erfahrene Spieler. Bekanntester Stürmer ist sicherlich Jozy Altidore (Foto) vom FC Villareal.
In der Gruppe sind die USA neben England, Slowenien und Algerien zwar kein Favorit, aber haben einigermaßen gute Chancen die zweite Runde zu erreichen. Hier ist ein heißer Kampf mit Algerien um den zweiten Rang zu erwarten.
Kader
Tormänner:
Brad Guzan (Aston Villa)
Tim Howard (FC Everton)
Marcus Hahnemann (Wolverhampton Wanderers)
Abwehrspieler:
Carlos Bocanegra (Stade Rennes)
Jonathan Bornstein (Chivas USA)
Steve Cherundolo (Hannover 96)
Jay DeMerit (FC Watford)
Clarence Goodson (IK Start Kristiansand)
Oguchi Onyewu (AC Mailand)
Jonathan Spector (West Ham United)
Mittelfeldspieler:
DaMarcus Beasley (Glasgow Rangers)
Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach)
Ricardo Clark (Eintracht Frankfurt)
Clint Dempsey (FC Fulham)
Landon Donovan (Los Angeles Galaxy)
Maurice Edu (Glasgow Rangers)
Benny Feilhaber (AGF Aarhus)
Stuart Holden (Bolton Wanderers)
Jose Torres (Atletico Pachuca)
Stürmer:
Jozy Altidore (FC Villarreal)
Edson Buddle (Los Angeles Galaxy)
Robbie Findley (Real Salt Lake)
Herculez Gomez (FC Puebla)
WM 2010 Spezial: URUGUAY
Die Südamerikaner, durch das Entscheidungsspiel gegen Costa Rica spat aber letzendlich doch für die WM qualifiziert, treffen heute in ihrem ersten Spiel auf die Franzosen.
Uruguay besitzt einen ausgewogenen Kader mit vielen guten Spielern die bei den Spitzenclubs in Europa und Südamerika angestellt sind.
Absoluter Mega-Star der Mannschaft ist Euro-League Doppeltorschütze und mehrfacher Torschützenkönig der Primera Division in Spanien – Diego Forlan (Foto).
Weitere wichtige Spieler sind el Capitano Diego Lugano von Fener , sowie Caceres von Juve und Luis Suarez von Ajax Amsterdam.
In der Gruppenphase bei den Gegner Mexiko, Frankreich und Südafrika ist wohl ein heißer Tanz um Platz 2 zwischen den beiden spanisch-sprechenden Ländern zu erwarten.
Uruguay könnte die Gruppenphase überstehen, zu mehr wird es allerdings nicht reichen, da die Mannschaft zu sehr von Diego Forlan abhängig ist.
Kader
Tormänner:
Fernando Muslera (Lazio Rom/Italien)
Juan-Guillermo Castillo (Deportivo Cali/Kolumbien)
Martin Silva (Defensor Sporting)
Abwehrspieler:
Diego Lugano (Fenerbahce/Türkei)
Diego Godin (Villarreal/Spanien)
Andres Scotti (Colo Colo/Chile)
Jorge Fucile (Porto/Portugal)
Martin Caceres (Juventus/Italien)
Mauricio Victorino (Universidad de Chile/Chile)
Maximiliano Pereira (Benfica/Portugal)
Mittelfeldspieler:
Walter Gargano (Napoli/Italien)
Egidio Arevalo-Rios (Penarol)
Sebastian Eguren (AIK Stockholm/Schweden)
Diego Perez (Monaco/Frankreich)
Alvaro Pereira (Porto/Portugal)
Alvaro Fernandez (Universidad de Chile/Chile)
Ignacio Gonzalez (Valencia/Spanien)
Nicolas Lodeiro (Ajax/Niederlande)
Stürmer:
Sebastian Fernandez (Banfield/Argentinien)
Luis Suarez (Ajax/Niederlande)
Diego Forlan (Atletico Madrid/Spanien)
Sebastian Abreu (Botafogo/Brasilien)
Edinson Cavani (Palermo/Italien)
WM 2010 Spezial: SÜDKOREA
Der WM Vierte von 2002 konnte sich in der Qualifkation für diese Weltmeisterschaft souverän als Gruppenerster vor Nordkorea, Iran und Saudi Arabien durch setzen und gilt als stärkstes asiatisches Team.
Star der Mannschaft is Park Ji Sung (im Koreanischen wird der Familienname zu erst genannt, europäisch wäre es also Ji Sung Park) vom britischen Spitzenclub Manchester United, wo er ähnlich wie in der koreanischen Nationalmannschaft eine tragende Rolle übernimmt und mehrfach seine Weltklasse unter Beweis gestellt hat.
Der Kader der Halbinsulaner besteht zum größten Teil aus Spielern die ihre Brötchen in den stärksten asiatischen Ligen in Südkorea und Japan verdienen.
In Deutschland bekannt ist sicherlich Du-Ri Cha vom Sportclub Freiburg sowie der Held von 2002 Ahn Jung Hwan der mittlerweile in der Siemens Liga in China bei Dalian Shide aus der nordöstlichen Provinz Liaoning spielt.
In der Gruppenphase haben die Koreaner morgen zunächst ihr vermeintlich leichtestes Spiel gegen Otto’s Metusalems aus Griechenland. Dieses Spiel muss aus koreanischer Sicht gewonnen werden, da mit Nigeria und Argentinien zwei weitere starke Gegner warten.
Korea wird die Gruppenphase nur bei einem Sieg gegen Griechenland und falls die Nigerianer schwächeln bestehen können.
Kader
Tormänner:
Lee Woon Jae (Suwon Samsung)
Kim Young Kwang (Ulsan Hyundai)
Jung Sung Ryong (Seongnam Ilhwa)
Abwehrspieler:
Kang Min Soo (Suwon Samsung)
Du-Ri Cha (SC Freiburg)
Cho Yong Hyung (Jeju United)
Kim Dong Jin (Ulsan Hyundai)
Oh Beom Seok (Ulsan Hyundai)
Kim Hyung Il (Pohang Steelers)
Lee Jung Soo (Kashima Antlers)
Lee Young Pyo (Al-Hilal)
Mittelfeldspieler:
Lee Chung Yong (Bolton Wanderers)
Kim Jae Sung (Pohang Steelers)
Kim Bo Kyung (Oita Trinita)
Kim Jung Woo (Gwangju Sangmu)
Kim Nam Il (Tom Tomsk)
Park Ji Sung (Manchester United)
Ki Sung Yueng (Celtic FC)
Stürmer:
Ahn Jung Hwan (Dalian Shide)
Yeom Ki Hun (Suwon Samsung)
Park Chu Young (AS Monaco)
Lee Dong Gook (Jeonbuk Hyundai)
Lee Seung Yeoul (FC Seoul)

