US-Journalist:
„Saudi-Krieg gegen Jemen von Washington geplant“


Jemen/Militär/Saudi-Arabien/USA

Laut Stephen Lendman, einem in Chicago ansässigen Politik-Journalisten und Schriftsteller, wurde Saudi-Arabiens Angriffskrieg gegen den Jemen in Washington DC geplant und organisiert.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Saudi-Arabien Tillerson Jemen
Saudi-Arabien Tillerson Jemen, Bild: Gegenfrage.com

Lendman äußerte sich diesbezüglich in einem Interview am Samstag und kommentierte eine Erklärung des US-Außenministers Rex Tillerson, der Saudi-Arabien vor den Folgen der Aktionen im Nahen Osten gewarnt hatte.

Die Warnung des obersten US-Diplomaten erfolgte am Freitag während eines kurzen Besuchs in Paris, wo er die Aktionen Saudi-Arabiens im Jemen, Katar und anderen Nachbarstaaten kommentierte.

„Was Saudi-Arabiens Engagement gegenüber Katar betrifft, wie sie den Jemen-Krieg, in dem sie sich engagieren, die Situation im Libanon, würden wir sie ermutigen, in diesen Aktionen ein bisschen maßvoller und etwas nachdenklicher aufzutreten. Sie sollten über die möglichen Konsequenzen nachdenken“, sagte Tillerson.

Im Jemen haben Saudi-Arabien und seine Verbündeten Anfang 2015 eine blutige Militäroperation begonnen. Hintergrund ist die Machtübernahme der Houthis, die im Gegensatz zu vorherigen jemenitischen Regierung nicht mehr nach den Vorstellungen Saudi-Arabiens handelt.

Bisher kamen durch den Angriffskrieg 12.000 Zivilisten ums Leben. Die USA haben Saudi-Arabien selbst dabei unterstützt, indem sie Informationen ausgetauscht und logistische Unterstützung geleistet haben. Zudem verkaufte Washington Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar an das saudische Regime.

„…in Washington geplant und orchestriert“

Lendman sagte gegenüber PressTV, dass der Krieg gegen den Jemen „in Washington geplant und orchestriert wurde. Es ist Amerikas Krieg.“ Saudi-Arabien führe lediglich einen Terroranschlag für die Amerikaner durch.

„Amerika und Saudi-Arabien haben beide an der Blockade des Landes teilgenommen“, so Lendman weiter. „Sie sprechen über Waffen, aber sie stoppen humanitäre Hilfslieferungen. Manche kommen rein, aber nicht genug. Die Menschen verhungern im Jemen“, fügte er hinzu.

„Und die offizielle Todeszählung der Vereinten Nationen ist nur ein winziger Bruchteil der tatsächlichen Zahl. Sie haben 10.000 angegeben. Ich bin mir sicher, dass es weit über 110.000, vielleicht 210.000 sind. Es gibt eine rasende Cholera-Epidemie. Diphtherie hat sich im Land ausgebreitet.“

Lendman kritisierte die Vereinten Nationen, da viele Todesfälle, die mit dem Krieg zusammenhängen, nicht in den Statistiken auftauchten. „Die Idee, dass Tillerson Saudi-Arabien sagt, sich im Jemen zu mäßigen, ist absolut widerlich. Der Krieg im Jemen geht weiter, weil Amerika will, dass es weitergeht“, so der Journalist weiter.

„Und Amerika beteiligt sich an den Terroranschlägen mit Kampfflugzeugen, insbesondere Drohnen. Die Angriffe gehen immer weiter und töten Jemeniten, hauptsächlich Zivilisten“, sgte er abschließend.

Quellenangaben anzeigen
presstv

12 Comments

  1. Von wem waren denn sonst die Kriege der letzten 50 Jahre geplant?
    Wozu benötigt man denn die 10 Flugzeugträger?
    Mit ihnen kann man alle die Länder angreifen, die keine A-Versicherung haben und den Dollar nicht mehr verwenden wollen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Ja, Helmut, so ist es. Die USA haben seit 1945 über 130 völkerrechtswidrige Kriege angefangen.
    Die Sowjetunion bis 1989 hat zwar ihre Interessen gewahrt und auch durchgesetzt, erinnern wir uns an Afghanistan.
    Die USA witterten sofort ein „sowjetisches Vietnam“ und begannen die Kräfte auszubilden und zu bewaffnen, die später den Kern des IS bildeten.
    Heute ist das neue Russland aggressiver wie die alte Sowjetunion, kann aber nicht mehr soweit springen.

  3. @Markus
    Spätestens seit der Gründung der Vereinten Nationen ist jeder Angriff auf ein anderes Land illegal, Kriegserklärungen darum überflüssig. Deshalb gab es auch nie wieder eine Kriegserklärung, sondern „Polizeiaktionen“, „Entwaffnungen“, „Friedensmissionen“, „Präventionen“ oder andere Kunstbegriffe, die den Bruch des Völkerrechts umschreiben. Oder beurteile ich das falsch?

  4. Hallo Bürgender,
    das beurteilst Du schon richtig.
    Nur- in den Unrechtsstaaten USA, die mehr Kriegsverbrechen in den Nachkriegsjahren begangen haben, als die Nazis, die dafür in Nürnberg gehängt wurden, interessiert das Niemanden.
    Auch in Deutschland sitzen die Leute vor dem Regierungsfernsehen und glauben, dass ein an Händen und Füßen angeketteter Gefangener auf einer Matratze sich selbst verbrennt, die nur mit Brandbeschleuniger angezündet werden kann, oder verurteilte Terroristen in einem Hochsicherheitstrakt zur gleichen Zeit mit einer Polizeipistole Selbstmord begehen.
    Wären diese Nachrichten aus N-Korea, China oder Russland, würden wir in Gelächter ausbrechen; der deutsche Michel glaubt das.
    In den USA glauben die Leute vor der Glotze eben, dass sie die Guten sind und das Militär die Welt rettet.
    Sie akzeptieren dafür sogar die Verelendung ganzer Bevölkerungsgruppen.
    Osama bin Laden hat gewonnen, denn so tief wie die USA sich selbst hinrichten, hätte es keine Armee der Welt tun können.
    Ganze Bevölkerungsgruppen wären sicherlich froh, wenn sie zu den Bedingungen leben könnten, die vor 30 Jahren in der DDR herrschten.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  5. Nürnberg war eine reine Propaganda-Aktion. Anderenfalls hätten dort auch Briten, Russen und Amerikaner sitzen müssen. Es ist sowieso ein Unding, dass eine der Streitparteien den Richter spielen darf. Warum keine neutrale Drittpartei? Das lernt man doch schon im Kindergarten. Es ging halt um etwas anderes.

    Die Vereinten Nationen sind schon eine tolle Idee. Was ein Kriegsverbrechen ist, ist klar geregelt. Z.B. wenn Soldaten eines Landes ein anderes Land ohne Genehmigung betreten, ganz egal warum. Nur leider kann Den Haag lediglich Haftbefehle erlassen, die nicht einmal einen sudanesischen Präsidenten auch nur ansatzweise interessieren.

  6. @ Bürgender

    Theoretisch hast Du wahrscheinlich recht.
    Wie lief das mit dem Krieg gegen den Irak, wegen dessen Angriff auf Kuwait?
    Das habe ich noch ganz genau in Erinnerung.
    Die Außenministerin der USA hat ein paar Wochen in Bagdad ein Gespräch mit Saddam Hussein. Hussein erwähnt, dass ihm die Geldgeber in Kuwait zwingen wollten, die Schulden jetzt zurück zu zahlen. Er denke, dass er das Problem auch militärisch lösen könne. Somit waren die USA eingeweiht.
    Wochen später greift der Irak das kleine aber reiche Kuwait an und die USA stellen ein Ultimatum zum Rückzug.
    Erst als Hussein auf das Angebot zum Rückzug nicht eingeht, kündigt Bush Senior die Bombardierung militärischer Ziele im Irak an. Dann wird Bagdad bombardiert, weitere Ziele und später folgt die Bodenoffensive mehrerer Natoländer.
    Die Ankündigung des Angriffs durch Bush könnte man vielleicht als eine Art Kriegserklärung ansehen.
    Früher, im Völkerbund, war nicht jeder Staat Mitglied und musste sich dann auch nicht an die Regeln halten.
    Hitler z.B. führte Deutschland nach 1933 aus dem Völkerbund heraus. Kriegserklärungen wurden dennoch eingehalten.
    Im Falle des Angriffs auf die Sowjetunion allerdings erst zwei Stunden nach dem Angriff. Aber die Form war gewahrt.

  7. Korrekt wäre dann gewesen, einen Haftbefehl gegen Saddam zu erlassen, der in allen UN-Mitgliedsstaaten vollstreckt wird. Dasselbe hätten die Vereinten Nationen dann natürlich auch gegenüber Bush Senior aussprechen müssen. Entweder alle Soldaten bleiben zuhause, oder man sieht sich in Den Haag wieder. Leider geschieht es so nicht.

  8. Klar, aber sicherlich wirklichkeitsfremd.
    Letztlich setzt sich nicht die Moral oder das Recht durch, sondern der Stärkere. Und dieser richtet sich nach seinen eigenen Interessen.
    Und dieser bestimmt dann, siehe 1945, wo es lang geht.

  9. Dann müssen die Vereinten Nationen entweder reformiert oder aufgelöst werden. Zu teuer für eine wirklichkeitsfremde Behörde.

  10. @ Bürgender

    Ich komme auf Deinen Gedanken hinsichtlich einer Reform der UN zurück. Das halte ich dann für eine gute Idee, sobald eine praktikable Alternative gefunden ist.
    Genau diese sehe ich derzeit nicht.
    Es gibt ja immerhin den erlauchten Kreis der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates. Das funktioniert deshalb nicht, weil China und Russland dort auch Mitglied sind.
    Wären diese beiden Staaten dort nicht Mitglied, würden zwar die Einsprüche dieser beiden Staaten weniger Gewicht haben und der Westen wäre dann unter sich und könnte freier handeln. Aber nicht lange, denn diese beiden Staaten könnten dann als Trotzreaktion aus der UNO austreten- und was wäre diese dann für eine „Weltorganisation“ wenn das größte und das bevölkerungsreichste Land dort außen vor wären? Einen Weltpolizisten braucht die Welt nach meiner Auffassung nicht. Bei so vielen unterschiedlichen Interessen ist es immer schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen.

  11. @Markus
    Und wozu gibt es diesen erlauchten Kreis dieser fünf Vetomächte? Ich frage mich außerdem schon immer, warum die Franzosen dort dabei sind. Logisch wäre jedenfalls, dass die 188 anderen Länder mit alledem nicht einverstanden sind und aus den UN austreten. Einen wirklichen Schutz vor Kriegsverbrechen bieten sie offensichtlich nicht, wie die jämmerliche Geschichte der Vereinten Nationen zeigt.

  12. Ja, das stimmt. Frankreich musste befreit werden und hat zur Hälfte, nämlich der östliche und nördliche Teil auf Seiten der Wehrmacht gestanden. Zumindest dürfte Frankreich nicht bei den Siegern zu finden sein.
    Aber auch dafür gibt es eine Erklärung: Churchill und Roosevelt
    hatten, da war der Krieg noch längst nicht zu Ende, einen weiteren Teilnehmer bei den Siegern haben und zwar gegen die Sowjetunion.
    Die Geschichte nach 1945 ist eine Abfolge von Kriegen und insofern könnte man geneigt sein, auf die UN zu verzichten.
    Aber wo ist die Alternative? Ein diplomatisch verbrämtes Faustrecht?

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Nach oben scrollen