Öl-Exporte: Saudi-Arabien in ernsten Schwierigkeiten?


Saudi-Arabien/Wirtschaft

Saudi-Arabien produziert zwar mehr Öl als je zuvor. Allerdings hat sich auch der eigene Ölverbrauch vervielfacht, was sich zu einem Problem entwickeln könnte.

Saudi-Arabien Öl-Exporte
Saudi-Arabien Öl-Exporte, Bild: Gegenfrage.com

Der größte Ölproduzent des Mittleren Ostens ist in ernsten Schwierigkeiten, da die Devisenreserven des Königreichs immer weiter in die Tiefe rutschen. Doch geht nicht nur das Cash aus. Auch die Öl-Exporte sinken. Warum? Saudi-Arabien fördert zwar sehr viel Öl, verbraucht davon aber selbst so viel wie nie zu vor.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Und das ist ein Problem, schreibt das Investmentportal SRSrocco Report. Tatsache ist, dass Saudi-Arabien im Jahr 1980 mehr Öl exportierte als heute. Nach Statistiken produzierte Saudi-Arabien im Jahr 2015 insgesamt 10,2 Millionen Barrel pro Tag des Schwarzen Goldes. Der eigene Verbrauch belief sich seinerzeit auf 592.000 Barrel pro Tag.

So betrugen Saudi-Arabiens Exporte im Jahr 1980 rund 9,7 Millionen Barrel pro Tag. Im Jahr 2015 belief sich die gesamte Erdölproduktion des Landes zwar auf 12 Millionen Barrel täglich, der eigene Verbrauch erhöhte sich in den vergangenen 35 Jahren jedoch auf satte 3,9 Millionen Barrel. Die Exporte betrugen also 8,1 Millionen Barrel pro Tag.

„Dies ist ein sehr wichtiger Faktor“, so SRSrocco, „der von den Energieanalysten nicht diskutiert wird. Während es stimmt, dass der Mittlere Osten mehr Öl produziert als je zuvor, verbrauchen sie auch viel mehr Öl in ihren heimischen Volkswirtschaften. Zum Beispiel lagen die gesamten Nahost-Nettoexporte im Jahr 1976 bei 20,8 Millionen Barrel pro Tag, im Jahr 2015 fielen sie auf 20,4 Millionen Barrel pro Tag.“

Devisenreserven schmelzen weg

In den vergangenen zehn Jahren ist der Ölverbrauch Saudi-Arabiens um 1,7 Millionen Barrel täglich gestiegen. Fängt die Ölproduktion des Königreichs eines Tages an zu sinken, wird sich das erheblich auf die Exporte auswirken, so das Portal.

Das Land hat ohnehin bereits mit dramatisch gefallenen Ölpreise zu kämpfen und gleicht dadurch entstandene Haushaltslöcher mit Devisenreserven aus. Die Währungsbestände des Königreichs fielen darum in den vergangenen zweieinhalb Jahren um 32 Prozent. Allein im vergangenen Februar schmolzen weitere 9,8 Milliarden Dollar weg.

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srsroccoreport

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