An diesem Tag
06.12.1938: Der Ribbentrop-Bonnet-Pakt


Geschichte

Am 06. Dezember 1938 unterzeichneten der deutsche Außenminister Ribbentrop und sein französischer Amtskollege Bonnet in Paris einen Freundschaftspakt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Ribbentrop-Bonnet-Pakt
Ribbentrop-Bonnet-Pakt, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1938 unterzeichneten die deutschen und französischen Außenminister Joachim von Ribbentrop und Georges Bonnet in Paris einen Freundschaftsvertrag. Bonnet sagte laut Ribbentrop während des Treffens, dass sich Frankreich aus sämtlichen Angelegenheiten Deutschlands in Osteuropa heraushalten werde.

Die deutsche Regierung ging aufgrund dieser Aussage davon aus, dass Frankreich nicht zur Verteidigung Polens in den sich anbahnenden Krieg zwischen den beiden Staaten ziehen würde. Dies jedenfalls behauptete der deutsche Außenminister. Bonnet hingegen stritt später vehement ab, jemals eine solche Aussage getroffen zu haben.

Ribbentrop-Bonnet-Pakt oder Französisch-Deutscher Pakt

Während des Treffens in Paris am 06. Dezember wurden die drei folgenden Punkte vertraglich festgelegt:

  1. Die französische Regierung und die deutsche Regierung teilen voll und ganz die Überzeugung, dass die friedfertigen und nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland eines der wesentlichen Elemente der Konsolidierung der Lage in Europa und der Erhaltung des allgemeinen Friedens darstellen. Folglich werden sich beide Regierungen mit aller Kraft bemühen, die Entwicklung der Beziehungen zwischen ihren Ländern in dieser Richtung sicherzustellen.
  2. Beide Regierungen stimmen darin überein, dass keine Frage territorialer Natur zwischen ihren Ländern offen bleibt und die Grenze zwischen ihren Ländern, wie sie heute besteht, anerkannt wird.
  3. Beide Regierungen sind, unbeschadet ihrer besonderen Beziehungen zu dritten Mächten, entschlossen, in allen Fragen, die für beide Länder von Bedeutung sind, in Kontakt zu bleiben und im Falle von Komplikationen, die sich aus diesen Fragen ergeben und zu internationalen Schwierigkeiten führen würden, eine gegenseitige Konsultation in Anspruch zu nehmen.

Treffen einen Monat zuvor

Bereits einen Monat zuvor, im November 1938, hatte Bonnet seinen deutschen Amtskollegen besucht. Während dieses Treffens betonte er „Frankreichs großes Interesse an einer Lösung des Judenproblems“.

Er drängte die deutsche Regierung dazu, „irgendwelche Maßnahmen“ zu ergreifen, um Juden an der Flucht nach Frankreich zu hindern. Darüber hinaus suchte er eine Lösung für Frankreichs Problem, „Zehntausend Juden irgendwohin loszuwerden“.

Zu diesem Zeitpunkt fanden in Deutschland die Novemberpogrome statt, bei denen Hunderte Menschen starben und zahlreiche jüdische Einrichtungen angegriffen wurden.

Kriegserklärung

Zwei Tage nach dem Ausbruch des deutsch-polnischen Kriegs am 01. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. Dieser Konflikt verflocht sich mit dem seit 1937 tobenden Krieg zwischen Japan und China und weitete sich zu einem Krieg aus, an dem nahezu alle Staaten der Welt beteiligt waren.

Nach offiziellen Zahlen kamen bis 1945 über 70 Millionen Menschen ums Leben.

Quellenangaben anzeigen
thisdayinhistory, wikipedia (en), oldmagazinearticles, yale university documents archive, britische Wochenschau (youtube)

3 Comments

  1. Der Freunschaftsvertrag Hitlers mit Frankreich wurde zumindest von mir noch nie vergessen. Er steht in jedem seriösen europäischen Buch über diese Zeit drin.
    Das Problem indes ist, dass gefühlte 85% aller Bücher das Dritte Reich betreffend nicht seriös sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in US amerikanischen Geschichtsbüchern das anders ist, eher noch schlimmer. Sonst könnte sich Trump nicht in Warschau hinstellen und dummes Zeug von sich geben.
    Sinn des Vertrages von 1938 war nicht nur der gegenseitige Nichtangriff, sondern der Verzicht Hitlers auf die Wiedergewinnung von Elsass und Lothringen.
    Denn das war für Paris 1914 der Grund in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.
    Und in der Tat brauchte Paris 1939 volle drei Tage zur Kriegserklärung an das Deutsche Reich und London musste extra in Paris intervenieren um „Polen beizustehen“.
    Jeder weiß, dass Polen im Stich gelassen wurde. London und Paris taten nichts und Hitler, dessen Angebote zum Rückkehr zum Frieden über den Winter nicht beantwortet wurden, griff dann die französischen und britischen Truppen am 10.5.1940 an.
    Nochetwas wird permanent weggeleugnet: Hitler bot Ende November 1940 Molotow den Beitritt der Sowjetunion zum Dreimächtepakt an. Hätte Stalin akzeptiert, hätte es einen Viermächtepakt gegeben und keinen Angriff auf die Sowjetunion.

  2. @Markus
    Danke für die Ergänzung. Im Internet muss man schon sehr gezielt danach suchen. Obwohl der Pakt ja kaum ein unwichtiges Ereignis gewesen sein kann.

  3. @Bürgender

    Es gibt Literatur darüber. Außenminister v. Ribbentrop kam nicht mehr dazu der Nachwelt Wissenswertes zu hinterlassen; er wurde in Nürnberg gehenkt. Das Todesurteil stand von vornherein fest. Es geht sowieso alles durcheinander. Im deutschen Fernsehen und im amerikanischen Fernsehen wird heute noch die Behauptung verbreitet, Reichsmarschall Göring, der von Hitler (kurz vor seinem Selbstmord per Kopfschuss) aller seiner Ämter beraubt wurde, habe sich in Nürnberg vergiftet. Albert Speer wusste es besser, denn er war dabei. Göring wurde gefoltert und dann gehenkt. Speer hat In Spandau zwei Bücher geschrieben. Das war natürlich verboten. Er schrieb auf Toilettenpapier und seine Frau schmuggelte die Papiere heraus. Nach 25 Jahren wurde Speer entlassen. Rudolf Hess blieb als Einziger zurück.

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