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Qualitätsjournal nun kostenpflichtig
Was vor einiger Zeit seitens unabhängiger Medien angekündigt wurde, setzt das Hamburger Abendblatt nun in die Tat um: Artikel sind ab jetzt kostenpflichtig und sollen vom Leser bezahlt werden. Schließlich regiert im Internet seit 15 Jahren das „Mutter-Teresa-Prinzip“, wie im oben verlinkten Artikel gesagt wird. Dass die Seite von oben bis unten, neben den Texten und rundherum vollgestopft ist mit Werbung, soll der Leser auch weiterhin in Kauf nehmen.
Prinzipiell ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Leistung bezahlt werden soll. Doch ist es nicht etwas hochgegriffen, wenn man seine Leser als “Web-Kommunisten” bezeichnet? Schließlich sind diese so nett und lesen den kostenlosen Nillenkäse die mühevoll recherchierten Artikel, um dann hier und da auch mal einen Werbebanner anzuklicken. Man muss sich fragen: Was kann der Leser für das Archiv mit Artikeln seit 1948? Was kann der Leser für die zahlreichen “Bewegtbilder”?
Lustig auch, wie man gegen die Bloggerei und Twitterei wettert, ein Stück weiter unten im Artikel aber das neue Geschäftskonzept mit Blogs und Videoblogs und Facebook-Blogs, die nur für die eigene Website erstellt werden, begründet wird.
Man wird sehen, ob sich das neue Geschäftsmodell bewährt. Die Leserkommentare jedenfalls lassen nichts Gutes erwarten.
Ein Leser schreibt:
Der letzte Besuch auf der Homepage. Erst vor kurzem die
Umgestaltung der Homepage,
Jetzt Geld für Artikel, keine Chance!!!
…ein anderer schreibt folgendes:
Warum sollte ich für den Artikel über das Gängeviertel zahlen? Die Nachricht gibt’s hier gratis:
http://de.news.yahoo.com/17/20091215/ten-hamburg-kauft-vom-abriss-bedrohtes-g-bea3593.html
Ein kleiner Tipp für Neugierige:
Man kann das Bezahlsystem momentan einfach umgehen, indem man den Titel des gewünschten Artikels kopiert und ins Googlesuchfenster einfügt. Denn nur wenn man sich innerhalb der Angebotseite bewegt, greift das Bezahlsystem.
Grund: Man möchte natürlich auch weiterhin auf Seite 1 der Google-Ergebnisse stehen. Nebeneffekt: Man zockt sozusagen die eigenen unwissenden Stammleser ab, während Googlebesucher das selbe Angebot gratis nutzen können. Dieser Schuss könnte nach meinem Empfinden scharf nach hinten losgehen.
Veröffentlicht unter: _Musik · Etiketten: Geld, Medien, System, USA

















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