An diesem Tag
05.02.2004: US-Putsch in Haiti


Geschichte

Am 05. Februar 2004 wurde Haitis Präsident Jean-Bertrand Aristide aus dem Amt geputscht. Er gab später an, von den USA entführt worden zu sein.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Putsch Haiti 2004 USA
Putsch Haiti 2004 USA, Bild: Flaggen Haiti und USA, gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 2004 begann ein Staatsstreich in Haiti. Der Putsch folgte Unruhen in dem Land, die bereits mehrere Wochen angedauert hatten. Diese begannen am 01. Januar, nachdem auf Präsident Aristide und seinen südafrikanischen Amtskollegen Thabo Mbeki geschossen wurde.

Polizisten und südafrikanische Sicherheitsleute eröffneten ihrerseits das Feuer, wodurch schwere Unruhen in ganz Haiti ausbrachen. Am 05. Februar übernahmen die Aufständischen die Regierung und enthoben Präsident Jean-Bertrand Aristide seines Amtes.

Dieser verließ Haiti und reiste in die Zentralafrikanische Republik. Begleitet wurde sein Flugzeug von Soldaten und Sicherheitspersonal aus den USA. Am selben Tag entsendeten die USA, Frankreich (darunter 150 Soldaten der Fremdenlegion) und Chile Truppen nach Haiti.

Auch Brasilien und Kanada entsendeten Truppen. Brasiliens Regierung legte allerdings Wert darauf, dass der Schritt nicht mit dem Einsatz der USA im Irak vergleichbar sei. Im Mai schickten die Vereinten Nationen ihre Peacekeeper.

Beteiligung der USA am Putsch in Haiti

Aristide behauptete später, dass seine Abreise eine Entführung gewesen sei und beschuldigte die USA, einen Staatsstreich gegen ihn orchestriert zu haben. Er wurde ins Exil gezwungen und floh in die Zentralafrikanische Republik. Schließlich ließ er sich in Südafrika nieder.

Eine Übergangsregierung unter der Leitung von Premierminister Gérard Latortue (extra aus dem Exil in Florida, USA zurückgekehrt) und Präsident Boniface Alexandre wurde in Haiti installiert.

Aristide wiederholte seine Vorwürfe später. In einem Interview mit Amy Goodman von Democracy Now! am 16. März wurde er gefragt, ob er zurückgetreten sei. Präsident Aristide antwortete: „Nein, ich bin nicht zurückgetreten, was einige Leute als Rücktritt bezeichnen ist ein neuer Staatsstreich oder eine moderne Entführung.“

Am 28. Oktober 2005 veröffentlichte die kubanische staatliche Nachrichtenagentur Granma einen Bericht, in dem der US-amerikanische Politiker Caleb McCarry für den Sturz von Aristide als verantwortlich bezeichnet wurde.

Die Bush-Regierung jedoch bestand darauf, dass Aristide persönlich um Hilfe gebeten habe und freiwillig in das US-Flugzeug gestiegen sei. „Er entwarf und unterschrieb sein Rücktrittsgesuch alleine und wandte sich dann freiwillig mit seiner Frau und seinem eigenen Sicherheitsteam ab“, sagte Colin Powell. „Das ist die Wahrheit.“

Quellenangaben anzeigen
granma, wikipedia

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