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Ölhandel: Indien und Iran steigen von Dollar auf Rupien um


Laut indischen Medien wird der Iran für Öllieferungen zukünftig in Indischen Rupien bezahlt, statt wie bisher in US-Dollar. Der Iran ist laut neuen Daten zum fünftgrößten Öllieferanten Indiens aufgestiegen.

Iran und Indien möchten laut einem Artikel des Indian Express die Indische Rupie als Handelswährung für zukünftige Ölgeschäfte nutzen, statt den US-Dollar. Bereits seit 2013 bezahlte Indien 45 Prozent aller Rechnungen in Rupien. Dies wurde bisher über die UCO Bank und die türkische Halkbank durchgeführt, was jedoch durch die US-Sanktionen gestoppt worden war.

Iranischen Medien zufolge sollen die Rechnungen hingegen „nur noch in Euro“ bezahlt werden. Durch die US-Sanktionen wurden einige Konten Teherans in Indien eingefroren. Diese Guthaben sollen schnellstmöglich freigegeben und an den Iran übertragen werden, heißt es im verlinkten Bericht. Was nun tatsächlich passieren wird und wie die USA darauf reagieren, wird die Zukunft zeigen. In den vergangenen Tagen hat US-Präsident Obama jedenfalls bereits neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt.

Der Iran hat Kuwait als fünftgrößten Erdöllieferanten Indiens überholt. Wie die indische Economic Times meldet, hat der Iran in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 6,5 Millionen Tonnen Öl nach Indien exportiert. Platz 1 bis 4 belegten Saudi-Arabien (19,56 Millionen Tonnen), der Irak (17,01 Millionen Tonnen), Nigeria (11,59 Millionen Tonnen) und Venezuela (10,89 Millionen Tonnen).

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9 Antworten “Ölhandel: Indien und Iran steigen von Dollar auf Rupien um”

  1. Max
    7. Januar 2016 um 22:19

    Langsam verstehe ich, wie es funktioniert. Je mehr Länder sich von dem Dollar verabschieden, desto billiger wird das Öl. Warum? Ganz einfach, gegenüber dem Dollar verlieren die meisten Währungen an Wert!

    Wahrscheinlich war es nicht die Absicht der USA (wer immer das ist), den Ölpreis zu senken um Russland und/oder Saudi Arabien zu schwächen, sondern es ist einfach ein rein marktwirtschaftlicher Sachzwang.

  2. Frank Großmann
    7. Januar 2016 um 23:02

    Naja, ich denke es ist eine Form sich unabhängig von US Sanktionen zu machen. Die USA können nur dort sanktionieren wo der Dollar über internationale Bezahlsyteme genutzt wird.
    Da der Dollar auch erst einmal erworben werden muss bevor Öl fliesst funktioniert er für alle Länder deren Währung kein Dollar ist wie eine weltweite Steuer zugunsten der USA.

  3. Helmut Josef Weber
    8. Januar 2016 um 7:19

    Schon wieder einen Sargnagel für den Dollar.
    Und wenn alle Sargnägel, die sich bereits in vielen Ländern der Welt in Vorbereitung befinden, auch eingeschlagen sind, dann ist es damit vorbei mit den USA, dass sie die Welt dafür bezahlen lassen, um auf Pump leben zu können.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  4. Armin Pieroth
    8. Januar 2016 um 10:18

    Der letzte, der Öl nicht nur gegen Dollar verkaufen wollte, wurde gehenkt. Wenn Öl nicht mehr nur gegen Dollar sondern auch gegen z.B. Euro gehandelt wird, bricht der Dollar massiv ein. Die Kettenreaktion ist klar: China und Taiwan werden ihre Dollarbestände loswerden wollen, und massiv in den USA einkaufen. US-Waren gegen Altpapier; Indonesien hat es mit dem Kauf von 100 Boings vorgemacht.

  5. helmut-1
    12. Januar 2016 um 20:17

    Hab anfang des Monats in einem Wirtschaftsforum folgendes gefragt (in der gegenfrage war damals kein passender Artikel):

    Eine durch meine Unkenntnis von globalwirtschaftlichen Zusammenhängen bedingte Frage:

    Wenn sich am Dollar resp. dessen FED-Zinssatz was geändert hat, dann hatte das fast immer Auswirkungen auf den Spritpreis. Nun hat man kürzlich die Schraube leicht nach oben gedreht. Im Vergleich zur kürzeren oder auch längeren Vergangenheit war ich so vorsichtig, um die benötigten Mengen für die nächsten zwei Monate bei mir im Betrieb einzulagern. Natürlich in Erwartung einer Preissteigerung von so um die 4 – 5 Cent.

    Nun tritt das auch nach mehr als einer Woche nicht ein. Natürlich könnte man sagen, bis das sich über die Neulieferung mit dem neuen Dollarpreis über Rotterdam bis zu den Raffinerien auswirkt, das dauert etwas. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass sich das immer schon nach ein oder zwei Tagen ausgewirkt hat, als auch noch die billigeren Reserven in den Tanks lagen. Deshalb meine rasche Reaktion.

    Nun aber ist Stille eingekehrt, – es ändert sich offensichtlich nichts am Preis. Kann mir dafür jemand eine Erkärung geben, die auch ein Nicht-Volkswirtschaftler (wie ich) versteht?

    Niemand konnte da klar was drauf sagen, – manche verwiesen auf den milden Winter und das Überangebot.

    Nun frage ich mich erneut, ob das mit dem Rückgang der „Wichtigkeit“ des Dollars beim Rohöl zusammenhängen kann, dass sich am Preis nichts ändert. Im gegenteil, die Tendenz der Preise an den Tankstellen ist auch in RO weiterhin abwärts.

  6. scaevola
    17. Januar 2016 um 0:29

    Hallo Helmut 1,
    Du liegst mit Deiner vorstellung, daß der Ölpreis sich fair bildet, z. B. an den Börsen, einfach falsch. Fakt ist, daß über 90% des geförderten Öls durch länger laufende Verträge abgegeben werden. Der sog. Ölmarkt ist nur ein Spotmarkt (Resterampe), da dieser nur für Insider zugänglich ist, werden die Preise „hingetrickst“. (Nicht Meldungen machen Preise sondern Preise machen Meldungen).
    Wie wäre es auch anders zu verstehen, daß gerade an Feiertagen, an denen Arbeitnehmer in Urlaub fahren, die Benzinpreise steigen obgleich der Güterverkehr zurückgeht?
    Der aktuelle Spritpreis ist immer ein Indikator, wie die „machthabenden Herrschaften“ die aktuelle Wirtschaftslage einschätzen.

  7. helmut-1
    19. Januar 2016 um 17:13

    Von „fair“ ist hier sowieso nicht die Rede. Ich bin aber davon ausgegangen, dass zwei Faktoren hauptsächlich mitmischen, – einmal das Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage, und zum anderen der Wert des Dollars.

    Der Dollar dümpelt ohnehin so vor sich hin, – die Bedeutung des Petrodollars nimmt ab, es wird sich auch die Zinserhöhung um diese geringe Höhe nicht besonders auswirken, – anders als in der Vergangenheit.

    Was wesentlich stärker ausschlägt, das ist das Überangebot am Markt, die Wirtschaft hat nicht diesen Bedarf wie früher, und die Ölförderländer wollen ja mit diesen niedrigen Preisen auch die Frackingideen von Obama in Grund und Boden stampfen, – was ihnen anscheinend auch gelingt. Was noch erschwerdend dazukommt, ist die Rücknahme der Restriktionen für den Iran, und der wird – wie angekündigt – seine Produktion für Erdöl hochfahren.

    Was hier nicht zusammenpaßt, ist die Ankündigung des Iran, nicht mehr in Petrodollars abrechnen zu wollen (€, Rupien, etc.). Hussein hat wegen sowas ins Gras gebissen, resp. in den Sand. Dass die Amis da jetzt dem Iran wg. seiner offiziellen Antiatompolitik applaudieren, und dabei durch die erneute Ölausfuhr sowie Abrechnungspolitik des Iran eigentlich nur Nachteile haben, das reimt sich für mich nicht.

    Aber vielleicht weiss das Obama auch und macht hier eigentlich nur „Sand in Augen-Politik“, um sich weiter als Friedenstaube zu präsentieren..

  8. Kaiser Wilhelm
    20. Januar 2016 um 12:11

    @Helmut
    In diesem Artikel findest du einen Abschnitt zum Thema Öl / Ölhandel

    http://www.informationclearinghouse.info/article43990.htm

    Ganz unten auf der Seite kann man auf eine Übersetzung klicken, die dann im Text natürlich kein voll korrektes Deutsch beinhaltet, weil wohl maschinell übersetzt.

  9. helmut-1
    20. Januar 2016 um 23:08

    Danke, Kaiser
    Guter Artikel, nicht nur wegen des Öls. Macht nachdenklich. Viel Wahres dran.

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