Israelischer Whistleblower:
Norwegen bietet Mordechai Vanunu Wohnsitz in Oslo an


Israel/Krass!/Norwegen

Norwegen hat dem israelischen Whistleblower Mordechai Vanunu am Freitag die Erlaubnis erteilt, bei seiner Ehefrau in Oslo zu leben. Ob Israel der Ausreise zustimmt ist ungewiss.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Mordechai Vanunu Norwegen
Mordechai Vanunu, Flagge Norwegen, Bild: Gegenfrage.com

Mordechai Vanunu, der mit geheimen Informationen zum israelischen Atomprogramm im Jahr 1986 an die Öffentlichkeit ging, saß eine 18-jährige Haftstrafe ab und befindet sich seither unter ständiger Überwachung. Über zehn Jahre lang saß er in Einzelhaft.

Die norwegische Regierung bot Vanunu am Freitag an, dass der Whistleblower mit seiner norwegischen Frau in Oslo leben dürfe. Diese aber sagte, es sei unklar, ob Israel ihn ausreisen lasse. Der 62 Jahre alte Vanunu heiratete im Jahr 2015 die Theologieprofessorin Kristin Joachimsen in Jerusalem.

Sie beantragte, ihn nach den Regeln der Familienzusammenführung nach Norwegen reisen zu lassen. Ein Sprecher der norwegischen Immigrationsbehörde sagte, dass eine entsprechende Erlaubnis erteilt worden sei.

Vanunu war damals Nukleartechniker

Im Oktober 1986 wandte sich Vanunu an die britische Presse und händigte den Reportern streng geheime Fotos aus der Atomanlage in Dimona aus. Der israelische Geheimdienst Mossad nahm daraufhin die Verfolgung des Whistleblowers auf.

Man setzte die attraktive Agentin Cheryl Bentov auf ihn an, die ihn nach Rom lockte. Dort warteten Mossad-Agenten, die ihn zusammenschlugen, ihn unter Drogen setzten und per Schiff nach Israel überführten. Dort verurteilte man ihn wegen Landesverrats zu 18 Jahren Haft.

Der Kontakt zu ausländischen Journalisten ist ihm bis heute untersagt. Trotzdem führte er seit seiner „Freilassung“ im Jahr 2004 mindestens 100 Interviews.

Quellenangaben anzeigen
middleeasteye

1 Comment

  1. @Bürgender
    Danke für das Update, wir hatten das Thema ja schon, wie du unterhalb des Artikels auch verlinkt hast. Ich habe mich seit 2010 permanent dazu eingelesen, basierend auf die durchgehenden Updates dazu bei Salem News. Da dort das alte Archiv nach dem Verkauf und der totalen Veränderung der Website erhalten blieb, sind dort mindestens noch 100 alte Artikel zu Vanunu erhalten.

    Man darf gespannt sein, ob Israels Regierung einer Ausreise zustimmt.

    Interessant ist ja auch die Nummer, wie man ihn aus England herausgelockt und -eingesackt- hat damals. Das war 1986 vorerst unklar

    Hier der damalige Artikel dazu

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13521617.html

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