Ungleichheit „größter Feind der Demokratie“ – Uruguays Ex-Präsident Mujica


Politik/Uruguay

Die größte Bedrohung für die Demokratie sei die Konzentration des Reichtums in den Händen einiger weniger, sagte der ehemalige uruguayische Präsident Jose Mujica Ende September während einer Rede in der ecuadorianischen Küstenstadt Guayaquil. Lateinamerika sei die reichste und zugleich ungerechteste Region der Welt.

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Por Office of the White House – flickr.com, Domínio público (gemeinfrei), Ligação, Archivfoto

Alle Demokratien müssten die wirtschaftliche Ungerechtigkeit versuchen zu stoppen. „Die größte Bedrohung für die Demokratie ist die Konzentration des Reichtums in den Händen einiger weniger, aus diesem Grund gibt es eine Konzentration der Macht“, so Mujica. Lenin Moreno, ehemaliger Vizepräsident Ecuadors und Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen, begrüßte Mujica und erinnerte sich an eine seiner Aussagen: „Wenn Sie Geld lieben, gehen Sie nicht in die Politik. Geld zu verdienen ist nicht die Frucht der Politik.“

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Laut „Pepe“ Mujica lässt sich die sozialistische Vision einer idealen Gesellschaft erreichen, indem Regierungen sich für wirtschaftliche Gerechtigkeit einsetzen, nicht für Wohltätigkeiten. Als Beispiel für eine tiefe wirtschaftliche Ungleichheit in Lateinamerika nannte er den mexikanischen Milliardär Carlos Slim.

„Der reichste Mann der Welt stammt von diesem Kontinent. Er müsste 250 Jahre lang leben und jeden Tag eine Million Dollar ausgeben, um alles auszugeben“, so Mujica. Die linken Parteien und Regierungen dürften sich nicht alles zerstören lassen, wofür sie in der Vergangenheit gekämpft haben.

„Ungleichheit ist der Feind der Demokratie“, sagte der 81-jährige. Mujica rief progressive Bewegungen dazu auf sich zu vereinen, denn „ohne Einheit, werden wir unsere Kraft verlieren.“

Mujica war von 2010 bis 2015 Präsident von Uruguay. Von seinen 12.500 US-Dollar Monatsgehalt als Präsident spendete der bekennende Atheist 90 Prozent an kleine Unternehmen, fuhr privat einen VW Käfer und lebte auf einem bescheidenen Bauernhof. Seine offizielle Residenz stellte er Obdachlosen zur Verfügung. Er wurde auch als „ärmster Präsident der Welt“ bezeichnet.

Quellen: telesur, pragmatismo

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