Kapitalflucht aus Spaniens Banken, EZB druckt

16. Juli 2012 von Bürgender

Die Europäische Zentralbank kommt mit dem Drucken kaum nach: Spaniens Banken ächzen unter der schwersten Kapitalflucht seit Einführung des Euro im Jahr 1999 und mussten sich allein im Juni 365 Milliarden Euro von der EZB leihen. Aktuell gehen rund 30% aller ausgegebenen Kredite der EZB an spanische Institute.

KapitalfluchtSpanische Banken leiden unter der schwersten Kapitalflucht seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999, wie die Banco de España   laut einem Bericht des Chicago Tribune angegeben hat. So wurden allein von März bis April insgesamt 2,5% aller Bankeinlagen von den Konten Einheimischer abgezogen.

Ausländische Anleger hatten im April 24,6 Milliarden Euro abgezogen – eine stattliche Summe im Vergleich zum Vorjahr, als “nur” 4,54 Milliarden Euro aus Aktien- und Anleihendepots abgezogen worden waren. Spanische Banken wirken der Kapitalflucht entgegen und haben sich im Juni 365 Milliarden Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) geliehen. Im Mai waren es offiziellen Zahlen der Banco de España 324 Milliarden Euro gewesen.

Somit entfallen rund 30% aller ausgegebenen Darlehen der EZB in Höhe von 1,2 Billionen Euro allein auf spanische Banken. Woher diese 1,2 Billionen Euro der EZB stammen? Heute macht sich keiner mehr die Mühe und druckt dieses sogenannte Geld tatsächlich: Ein Zentralbanker sitzt an einem Computer und tippt eine “1″, eine “2″ und elf “Nullen” in ein Programm. Fertig! Die Folge: Der Euro verliert immer mehr an Wert. So kostet ein Euro heute nur noch 23,9 mg Gold.


Am Dienstag hatten sich die Finanzminister der Eurozone in Brüssel auf die Bedingungen einer Rettungsaktion der durch die enorme Kaitalflucht in Schwierigkeiten steckenden spanischen Banken geeinigt und verkündeten, dass die erste Tranche über 30 Milliarden Euro bis Ende Juli freigegeben werde. Spanien hatte ein Rettungspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro beantragt.

Auch Portugals Banken haben frisches Geld von der EZB erhalten: So flossen allein im Juni (!) 60,5 Milliarden Euro in Institute des kleinen Landes im Westen der Iberischen Halbinsel mit nur 10,6 Millionen Einwohnern, was rund 5’700 Euro pro Person entspricht.

5 Kommentare

  1. Awav

    “Somit entfallen rund 30% aller ausgegebenen Darlehen der EZB in Höhe von 1,2 Billionen Euro allein auf spanische Banken.”

    Für mich sind somit nicht die Banken das größte Übel, sondern die Zentralbanken. Gäbe es diese nicht, dann würde es auch keine Zockereien mehr geben, weil sofort pleite. Die Zentralbanken müssen weg!

  2. Bürgender

    @Awav
    Ganz genau, die Banken selbst schreien immer nach “freien Märkten” ohne Regulierungen, doch hängen selbst am planwirtschaftlichsten Tropf überhaupt -- den Zentralbanken. Hätten wir einen freien Markt, dann wären diese ganzen Banken mit ihren 5% Eigenkapital längst pleite. Darum: Ende der Planwirtschaft und weg mit den Zentralbanken.

    Bürgender
    Gegenfrage.com

  3. interceptor

    Wow, EUR 5’700.- / pro Kopf (inkl. jedes Babby und Grossmutter)…das ist aber mehr als das durchschnittliche Einkommen dieser Dolce-Vitas!!!
    “Bankrun” sagt man dem in Wirklichkeit…den letzten beissen immer die Hunde…das dürften dann die Deutschen- und Schweizer Michel’s sein! Mal schauen ob wir das auch noch erleben…denn nachdem nun auch die erweiterten PIGS alles vom Konto plünderten, wird sich das Anstehen in der Schlange erübrigen….auf dem Schild wird stehen, Automat ausser Betrieb und Bankschalter geschlossen.
    Pssst, schon gewusst, bei EM’s hat man im Gegensatz zu Wertpapieren im Fall gar “KEIN GEGENPARTEI-RISIKO”, aber dass haben wir ja auch nach den strukturierten Produkten der Lehmann-Brüders-Bank noch immer nicht gelernt, nicht wahr?!
    Übrigens gratullation an die USA, nachdem die LEBRO fette Kick-Back-Fees für den Verkauf ihrer Produkte an die europäischen Partnerbanken bezahlte, war es kein Wunder, dass die Marktdurchdringung dieser US-Produkte die internationalen Charts anführten.
    Danach war das Spiel schon gewonnen, lasse eine Bank hops gehen (nach vorherigem Abzug der Managerkosten, versteht sich) und schon hat die ganze Welt sich mit dem vermeindlichen Virus infiziert und muss die Verluste tragen-
    BRAVOOOO…jene Manager sollte man mit noch mehr (möglichst physischem Kleingeld) überschütten-

  4. interceptor

    Korrektur: Nur bei der wahren Physik, gibt es KEIN Gegenpartei-Risiko…
    Euere treuen und (überbezahlten) Pensionskassen-Fondsmanager, werden mit Eueren ETF’s aber den Totalverlust einfahren, denn Papierversprechen sind im Crash dann nichts mehr wert-
    Aufnimmmerwiedersehen, liebe Rentenpapiere und Bausparpläne.
    “Wenn ein Staat bankrott geht, dann geht eben nicht der Staat pleite, sondern…??? Ja, Michel-Mann, mit wem spielt die Politik blinde Kuh?

  5. Anonymous

    Die Bankenaufsicht wird der EZB zugeordnet. Herr Draghi und seine Glaubensgenossen an der Wallstreet z.B. Goldmann Sachs glauben fest daran. Monsterheuschrecken an die Macht-das hat was-!!!

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