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Jetzt noch in Gold investieren?
11. Mai 2010 | 5 Kommentare

Manchmal werde ich gefragt, ob es heute, bei einem Goldpreis von derzeit 945,74 Euro, überhaupt noch Sinn macht in das berühmteste aller Edelmetalle, Gold, zu investieren. Die Euphorie ist groß, schließlich bezahlt man momentan bei der Landesbank Baden-Württemberg 1.004 Euro für eine Unze des Wiener Philharmoniker. Als ich meine erste Goldmünze dieser Sorte im Jahre 2006 bei einer großen Volksbank-Filiale erwarb, bezahlte ich 503 Euro für diese.
Ein Wertzuwachs von rund 100% in 4 Jahren verunsichert vermutlich den einen oder anderen Kritiker. In dieser Zeit wurde ich häufig zu Streitgesprächen zum Thema Gold aufgefordert oder einfach nur ungläubig lächelnd als “Verschwörungstheoretiker” bezeichnet. Einige verdrehen selbst heute noch beim Schlagwort “Krise” die Augen und verlassen fluchtartig den Raum.
Welche Krise?
Es gibt Kritiker, die behaupten: “Krise? Welche Krise? Hier gibt’s keine Krise”. Ein Stück weit ist das wohl korrekt, denn die Krise findet bislang hauptsächlich in den Medien (so auch auf dieser Website) statt. Den Griechen oder den Millionen von entlassenen Arbeitnehmern kann man das zwar nicht erzählen, doch die meisten Menschen denken und fühlen genau so. Nach neun Stunden Arbeit oder Studium geht man nach Hause, isst, hält etwas Smalltalk mit dem Partner um dann gegen 22 Uhr während der Lieblings-TV-Sendung auf der Couch einzuschlafen.
Das wiederholt sich dann Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr und im Grunde freut man sich nur auf die Wochenenden um Freizeitaktivitäten nachzugehen, auf den Urlaub um Freizeitaktivitäten nachzugehen und letztendlich auf die Rente um Freizeitaktivitäten nachzugehen. Die Altersvorsorge übernimmt der Staat, der eine oder andere Skeptiker entbehrt evtl. noch ein paar Euros mehr um eine Zusatz-Rentenversicherung abzuschließen. Thema erledigt. Welche Krise ist hier also gemeint? Und wozu braucht man Gold?
Goldblase
Kritiker behaupten, dass wir uns bereits in einer Goldblase befinden. Sehen wir uns dafür die Rahmenbedingungen an.
Der viertgrößte Goldförderer der Welt, Gold Fields in Südafrika, sitzt auf einer hohen Förderreserve von rund 81 Millionen Unzen Gold. Das klingt zunächst eher schlecht für den Goldpreis. Doch die Bergwerke müssen das Gold aus immer tiefer liegenden Schichten aus dem Boden holen, auch ständig steigende Energiepreise machen den Betreibern der Mine zu schaffen. Steigt der Goldpreis weiter, ist die Förderung rentabel, ansonsten nicht. Dass immer tiefer gegraben werden muss trifft ebenso auf andere Bergwerke zu. Dazu kommt nachfrageseitig die immer schneller wachsende Weltbevölkerung und – nicht zu vergessen – der ständige Wertverlust der Währungen.
Goldanleger sind Panikmacher
… habe ich immer wieder gehört. Ich erlebe Goldanleger aber eher als ruhig, geduldig und zurückhaltend. Von schnellen Gewinnen will man hier in der Regel nichts wissen, im Vordergrund steht der Kapitalerhalt. Man möchte seine geleisteten Arbeitsstunden konservieren und sich sein Erspartes nicht durch Inflation wieder wegnehmen lassen.
Die echte Panik erlebe ich eher in anderen Lagern. Wir alle erinnern uns an die Schweinegrippe, die sicher nicht von Goldanlegern erfunden wurde. Davor war’s die Vogelgrippe, das Ozonloch, die Feinstaubpartikel, BSE und Waldsterben. Vor Kurzem dann noch die Aschewolke, somalische Piraten und jemenitische Terrorcamps. Panik pur, von allen Seiten. Am 31.10. verkündete der Spiegel, es rolle eine zweite Schweinegrippe-Welle an und zitierte Experten mit der Aussage “Jetzt geht es los”.
Spiegelleser wissen ja bekanntlich mehr. Doch sitzen möglicherweise hier die wahren Panikmacher? Selbiges Magazin erkannte übrigens schon in einem Artikel aus 2006 bei 660 Dollar pro Unze Gold eine Blase und zitierte Experten, die von einer Investition abrieten. Dieselben Experten schreien heute nach Steuerbillionen, damit ihre “Geldhäuser” nicht pleite gehen.
Fazit
Von einer Goldblase kann in Bezug auf den Aufwand zur Goldförderung nach meinen Recherchen bislang keine Rede sein. Diese mag möglicherweise noch kommen, wenn das Großkapital aus dem Papier flüchtet, doch im Gegenteil: Die tatsächliche Blase sitzt derzeit wohl eher im Anleihen-, Immobilien- und Bankbereich. Dort, wo die meisten Menschen ihre “sicheren” Lebensversicherungen und Sparguthaben parken.
Die EU-Regierungen und der in der Regel Angst und Schrecken verbreitende IWF haben am Sonntag ein neues “Rettungspaket” in Höhe von 750.000.000.000 Euro “geschnürt”, damit der Euro nicht den Bach hinunter geht. Doch wo kommt das Geld her? Wird die Schuldenkrise mit noch mehr Schulden bekämpft? Man muss nicht Peter Zwegat heißen, um an dieser Stelle skeptisch die Nase zu rümpfen. Auch hier entsteht eine echte Blase, eine Währungsblase.
Bauchgefühl
So viel sei Ihnen ans Herz gelegt: Betrachten Sie die Krise als überstanden, kaufen Sie kein Gold. In einer starken Wirtschaft bleibt die Währung weitgehend wertstabil (außer in einem künstlichen Aufschwung, wie derzeit in China), steigt der DAX mit einer ordentlichen Jahresrendite und eine Lebensversicherung oder Riester-Rente ist möglicherweise auch interessant für Leute, die sich nicht für das trockene Wirtschaftsgeschehen interessieren.
Erwarten Sie allerdings weitere Entlassungen, Inflation, Marktbereinigungen oder gar einen Crash à la 1929 mit anschließender Depression und/oder (Welt-)Krieg, dann spricht nicht mehr viel gegen ein Investment in Gold. Lassen Sie Ihr Bauchgefühl entscheiden!
Nur so viel ist sicher: Als Goldanleger muss man geduldig sein und jede Menge Kritik einstecken, so lange bis die breite Masse selbst einsteigt. Davon sind wir im Übrigen noch weit entfernt: Nach Expertenschätzungen sind unter 1% der Deutschen überhaupt in irgend einer Form in Gold investiert. Von dieser Seite aus betrachtet ist also noch viel Luft nach oben. In dieser gruseligen Schuldenkrise ebenfalls wichtig: Physisches Gold ist 100% schuldenfrei.
Quellen: Edelmetallschalterkurse vom 07.05.2010, Gold Fields: Kosten gegen Goldpreis, Gefährlicher Goldrausch, “Die Welle hat begonnen”
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Veröffentlicht unter: _Münzen · Etiketten: Afrika, Dollar, Edelmetall, Edelmetalle, Euro, Geld, Inflation, IWF, Jemen, Krise, Medien, Militär, Regierung, Schulden, USA, Welt, Wirtschaft
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Von einer Blase gehe ich auch nicht aus, vielmehr sind Edelmetalle die einzig verbleibende Anlageklasse, die beim Zusammenbruch der Währungen nur gewinnen kann.
Man darf auch nicht vergessen, dass bisher nur ein sehr kleiner Prozentsatz in Edelmetalle investiert ist, die Masse ahnt noch nichts vor einem baldigen Währungskollaps…
Darüberhinaus ist unbestritten bekannt, dass die Preise der Edelmetalle von den amerikanischen Großbanken stark manipuliert wurden, JP Morgen Chase muß sich deswegen gerade verantworten…
Interessant ist, dass die Leerverkäufe, die hier getätigt wurden bei weitem nicht gedeckt waren, man schätzt das Verhältnis Papieredelmetall:physischem Edelmetall mit 100:1 (!!!).
Allein aus diesen Gründen wird man künftig die Preise nur noch auf dem “Mond finden können”.
Vielleicht erinnern sich manche an den Goldboom und den wahnsinnigen Kurssteigerungen in den 80er Jahren, hier wurde der Goldstandard aufgehoben, eine Währungskrise gab es aber nicht….
Als Anfang des Jahres Bilderberger-Jünger G. Soros auf dem Wirtschaftsgipfel von einer Goldblase sprach, musste ich wirklich lachen. Hat er doch im IV. Quartal seinen Goldbestand um 50% aufgestockt, ein paar Wochen danach steigt er in großem Umfang bei der Edelmetallmine Novagold ein.
moin moin,
ich sehe die sache ähnlich wie der autor! aber meine bedenken sind ganz andere. was machen wir nach einem crash? wer sagt uns das es kein gold u. silberverbot geben wird. wer sagt uns das der gold und silberpreis von den eliten nicht, zu unserem nachteil, manipuliert wird? ich meine die da oben sind doch nicht dumm, im gegenteil. was nützt mir gold und silber wenn es ein verbot dafür gibt bzw. die preise im keller sind. gut es wird bestimmt einen schwarzmarkt dafür geben aber woran orientiert der sich? wer legt die preise dann dafür fest. was ist wenn der iwf und wie sie alle heißen ihre ganzen goldreserven auf den markt schmeißen und so die preise drücken.
Hallo
Von meinem Opa weiß ich noch, dass man sich mit einem dicken Orientteppich oder mit einem Goldstück / goldenem Ring beim Bauern auf dem Land ganz gut mit Lebensmitteln versorgen konnte. Man konnte damit bezahlen, hatte keinen Hunger mehr und die Kinder mussten nicht frieren, da man auch ein wenig Holz für den Ofen und warme Kleidung kaufen konnte. Klar, alles natürlich nicht legal, aber wen interessierte das, wenn der Magen knurrte und die Kinder vor Hunger weinten? Wenn man in Kriegsgefangenschaft sein Leben dadurch ‘rettet’, weil man noch ein goldenen Ehering besaß?
Daher sind aus meiner Sicht Sachwerte durchaus wichtig und spielen bei einem Vorsorgemix auch eine Rolle. Zahl’ mal mit Aktien aus einem Depot beim Tanken an der Tankstelle… Da fangen die Probleme doch schon an.
Denn: In Notzeiten werden die Menschen viel flexibler und kümmern sich nicht mehr so um ‘die da oben’ und deren Regeln
Das Problem am Goldmarkt ist, dass dort Kapital abgezogen werden muss im Moment – Staaten versilbern ihre Goldreserven, Institutionelle gehen aus dem Gold, um Ihre Verluste an anderer Stelle abzudecken.
Daher wird, umso stärker die Krise sich auswirkt, auch der Goldpreis sinken.
Sichere Anlagen sind im Moment Aktien und Immobilien.
Meine Meinung dazu.
@aktien-tipps.com
Typische Deflation, die aber Aktien und Immobilien noch viel extremer betrifft, da hier die Nachfrage in der Vergangenheit künstlich mit Krediten erhöht wurde. Aktien und Immobilien sind meiner Meinung nach zu Gold klar überbewertet. Siehe auch dieser Chart hier (zwar Silber, aber ähnliches trifft auf Gold zu):
http://www.gegenfrage.com/wieviel-dax-bekomme-ich-fur-mein-silber/