Italexit: Verlässt Italien bald die Eurozone?

Der Italexit (oder auch: Italeave) ist kein Tabu mehr. So zumindest heißt es aus verschiedenen Lagern der italienischen Politik und Wirtschaft. Laut einer Studie von Italiens wichtigster Geschäftsbank Mediobanca würde Italien von einem Austritt aus der Eurozone profitieren.

Italexit

Italexit, Euromünzen, Bild: Gegenfrage.com

Eine Analyse der politischen Entwicklung in Italien zeigt, dass jene Parteien, die sich für einen Austritt Italiens aus der Eurozone einsetzen, schon bald die Regierung stellen könnten. Was noch fehlt, sind vorgezogene Wahlen, schreibt Mishtalk.

Präsident Sergio Mattarella ernannte Paolo Gentiloni zum neuen Premierminister, nachdem Renzi zurücktrat. Mattarella sagte, es werde keine Neuwahlen geben, bis einige parlamentarische Probleme gelöst seien. Doch spricht sich etwa Matteo Renzi für Wahlen im Juni aus.

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Obwohl er resignierte, möchte er am politischen Geschehen teilnehmen. Auch Beppe Grillo möchte so schnell wie möglich Wahlen, da er sich aktuell gute Chancen ausrechnet.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte im Dezember, die Wahrscheinlichkeit, dass Italien langfristiges Mitglied der Währungsunion bleibe, sei gesunken. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sentix zufolge, liegt die Wahrscheinlichkeit eines „Italexit“ derzeit bei 16 Prozent.

Und eine Studie der größten und wichtigsten Investmentbank Italiens, Mediobanca, kam zum Ergebnis, dass Italien von einem Austritt aus der Eurozone profitieren und acht Milliarden Euro sparen würde.

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Die Untersuchung ergab zudem, dass die Kosten eines Italexit mit jedem Tag steigen. Nach 18 Jahren der wirtschaftlichen Depression und Euro-Missmanagement sei Italien endgültig aus dem Rennen.

Der optimale Zeitpunkt den Euro zu verlassen sei bereits überschritten und ein solcher Schritt werde mit jedem verstrichenen Tag teurer. Und bis in vier Jahren werde der Italexit „unerschwinglich“.

Auch in italienischen Medien ist der mögliche Austritt Italiens aus der Währungsunion ein wichtiges Thema. „Der Italexit ist nicht mehr länger ein Tabu“, schreibt die Zeitung Diario del Web in ihrem Wirtschaftsteil.

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„Populisten und Ökonomen beginnen damit, diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht zu ziehen“, so das Blatt. „Der Italexit ist keine Fata Morgana mehr. Aber eine klare Möglichkeit.“

Quellenangaben anzeigen
telegraph, mishtalk, blastinnews, diariodelweb

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1 Antwort

  1. Jürgen Borowski sagt:

    Ich persönlich taxiere die Wahrscheinlichkeit einer Befreiung Italiens aus dem Zwangskorsett des Euro weit höher wie nur 16 %.
    Aber wir werden sehen. Die Wahrscheinlichkeit für den Austritt Frankreichs ist am größten, gefolgt von Griechenland.

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