Indien: Millionen protestieren gegen Bargeldverbot


Indien/Krass!

In Indien sind Millionen Menschen auf der Straße und protestieren gegen die neuen Bargeldbeschränkungen, die von der Regierung beschlossen wurden. Angeblich handelt es sich bei diesem Schritt um einen „Schlag gegen die Korruption“, hauptsächlich davon betroffen sind jedoch die Ärmsten des Landes.

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Vijay Shankhnad Rally in Goa“ von Narendra ModiFlickr: Vijay Shankhnad Rally in Goa. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

Millionen von Demonstranten protestieren in Indien gegen die drakonischen Bargeldbeschränkungen. Die großen Medien des Landes versuchen das Chaos zu vertuschen, laut freien Medien ist auf den Straßen Indiens das Chaos ausgebrochen. Derzeit werden hunderte Millionen Menschen davon abgehalten auf ihre Ersparnisse zuzugreifen und Geld abzuheben. In Indien werden fast alle Transaktionen bar durchgeführt. Das plötzliche Verbot von Bargeldtransaktionen sorgt für große Empörung in der Bevölkerung, die die Schuld auf die indischen Eliten schieben.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Aufgebrachte Bürger attackieren Banker und halten diese fest, die indische Polizei bewacht nun große Finanzinstitute und schützt die herrschende Klasse, so die Berichte. Laut einer Meinungsumfrage vom Montag sind 98 Prozent der Bürger gegen die neuen Gesetze, der Schritt der Regierung gilt als höchst unpopulär. Seit dem 8. November kommt aus den meisten Geldautomaten kein Geld mehr.

Offiziell handelt es sich bei den massiven Einschränkungen des Bargeldverkehrs um einen „Schlag gegen die Korruption“ im Lande. Es handelt sich dabei um die schwerwiegendste finanzielle Maßnahme der vergangenen 70 Jahre. Premierminister Modi hat aus heiterem Himmel die wichtigsten Banknoten Indiens, die mehr als 80 Prozent der Währung ausmachen und die gegen neue 2000 Rupien-Scheine getauscht werden können, für ungültig erklärt.

So sollen Bestechung, Falschgeld und Schwarzarbeit gestoppt werden. Die Bargeldreserven der Kunden sollen mit deklarierten Vermögen beim Finanzamt abgeglichen werden, heißt es. Der Grund für das überraschende Gesetz sei die Vermeidung von Vorkehrungen, die anderenfalls getroffen worden wären, rechtfertigte Modi den Schritt.

Lange Schlangen befinden sich Tag und Nacht vor Indiens Bankautomaten. Mehrere Menschen fielen dem von der Regierung angerichteten Chaos bereits zum Opfer. Ältere Menschen erlitten Herzinfarkte, Rettungskräfte und Apotheken nehmen entgegen ihrer Anweisung häufig kein Bargeld mehr an. Internationale Medien bezeichnen den Schritt inzwischen als noch unsensibler als zu Zeiten der britischen Kolonialregierung.

Etwa die Hälfte der indischen Bevölkerung verfügt nicht über ein Bankkonto und hortet Bargeld und Gold zuhause. Ökonomen vermuten außerdem, dass die Bürger durch die Maßnahme dazu genötigt, werden Bankkonten zu eröffnen und damit für mehr Liquidität im indischen Finanzmarkt zu sorgen.

Quellen: bloomberg, zerohedge, economic times, your news wire


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4 Comments

  1. Ich denke, unsere europäischen Politiker werden sich das Ergebnis in Indien genau ansehen, damit diese Fehler bei der Abschaffung des Bargeldes in Europa, vermieden werden können.
    Wenn solche Machenschaften in einer Demokratie wie Indien funktionieren, ist es für eine EU-Diktatur ein Kinderspiel.
    Die Banken werden in Indien aus den Lachen nicht mehr herauskommen, denn nun müssen zig Millionen neuer Bankkonten eröffnet werde; was wohl die Eröffnung kosten wird?
    Und– was ganz wichtig ist, ist die Botschaft:
    Vertraue keinem Bargeld, sondern nur dem Buchgeld auf der Bank.
    Genial!

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. ich finde ,daß aufgebrachten Bürger als Mob bezeichnet werden, nicht gerechtfertigt. Gehöre ich auch zum Mob, weil ich gegen Bargeldabschaffung bin ??

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