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Hyperinflation vs. Hyperdeflation
2. Juli 2009 | Ein Kommentar
Die Wirtschaft der gesamten Welt, insbesondere die der westlichen, steht vor dem Abgrund. Das ist Fakt und lässt sich nicht mehr verleugnen. Einbrüche von bis zu 50% in der Industrie belegen dies eindeutig. Dass DAX, DOW, Nikkei und Konsorten noch halbwegs auf der Stelle treten ist das Ergebnis von Manipulationen und Schönrechnungen, wie ich in früheren Artikeln bereits zusammenfasste. Zudem wird über Falschmeldungen das Herdenverhalten der Aktienanleger ausgenutzt. Das ist zwar im Grunde nichts neues, doch hat sich das im Zuge der aktuellen Krise verstärkt.
Dass in naher Zukunft etwas passieren wird, sollte inzwischen auch der letzte MBA kapiert haben. Die Frage ist nur – was? Einige Optimisten sagen eine Inflation von 10% voraus, um die Entschuldung voranzutreiben. Andere sprechen vom Ende des Kapitalismus, wieder andere vermuten einen Ostafrika-Krieg aufgrund dort liegender Bodenschätze wie Uran oder Gold. Sicher ist alles davon möglich, nur ist die aktuelle Krise für eine verhältnismäßig geringe Inflation von 10% zu stark. Ein Ostafrika-Krieg wäre zu teuer, auch wenn sich die Lage dort in der Tat zuspitzt. Man erinnere sich an die Kriegsschiff-Einsätze aller Weltmächte vor der Küste Somalias, nur um ein paar Piraten in Schlauchbooten zu vertreiben. Skuril ist das alles auf jeden Fall.
Nun aber tauchten zeitgleich Prognosen von zwei Bloggern auf, zum einen die Theorie der Hyperdeflation von Alles-SchallundRauch, zum anderen die Theorie der Hyperinflation von Herrn Eichelburg. Beide Prognosen klingen sehr plausibel und beide Blogger haben im Gegensatz zu Politikern und Presse bereits vor Jahren vor der Krise gewarnt.
Hyperinflation: Zeitschindung und Ankurbelung der Märkte mit gedrucktem Geld, Entwertung aller Sparguthaben, Schuldeneintreibung, Massenarbeitslosigkeit und Verarmung, am Ende Währungsreform.
Hyperdeflation: Vollständige Austrocknung der Märkte, Massenarbeitslosigkeit, Verarmung, Entwertung der Sparguthaben durch Zusammenbrüche vieler Banken, steigende Verschuldung, Supergau der Industrie und am Ende dann Depression und mit hoher Wahrscheinlichkeit Krieg.
Ich selbst bin kein Finanz- und Wirtschaftsexperte, eher fragenstellender Beobachter, dennoch schließe ich mich der Theorie der Hyperinflation an. Steigende Verschuldung werden die Regierungen kaum in Kauf nehmen, an einen Krieg glaube ich auch nicht. Es gibt einfach viel zu viel Geld, zudem drucken die Zentralbanken weiter neues Geld und pumpen es in die maroden Banken. Diese bunkern das ungedeckte Geld in ihren Kellern und warten auf eine Möglichkeit es zu vermehren. Bei einem Leitzins von 0% werden die Banken einen Teufel tun und das Geld vorzeitig zurückzahlen. Wenn eine dieser Banken ihre Chance der Geldvermehrung ergreift, werden alle anderen auf einen Schlag nachziehen und den Markt mit Geld fluten, streng nach dem Motto “den Letzten beissen die Hunde”. Dieses Geld, für welches nie eine Leistung erbracht wurde, schafft den perfekten Nährboden für eine Hyperinflation. Würden die Zentralbanken den Leitzins richtigerweise umgehend auf 20 oder 30% anheben, gerieten wir in eine Hyperdeflation.
Wo ich Alles-SchallundRauch recht geben muss, sind die oft unterschätzten Fähigkeiten von Notenbankchef Ben Bernanke. Er ist ein absoluter Fachmann was Krisen und Depressionen angeht und beschäftigte sich bereits als Student mit diesem Thema. Allerdings handelt er nicht im Sinne des Volkes, sondern im Sinne der Eliten, genau wie Alan Greenspan es tat. Bevor Greenspan Notenbankchef wurde, war er großer Befürworter des Goldstandards und sprach sich deutlich gegen ungedeckte Papierwährungen aus. Nach seinem Amtsantritt verlor er kein Wort mehr über Gold.
Womit Alles-SchallundRauch ebenfalls recht hat, ist dass eine Hyperdeflation wesentlich verheerender wäre als eine Hyperinflation. Die Hyperinflation mit anschließender Währungsreform wäre für alle Beteiligten der angenehmere Weg aus der Krise.
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Unterm Strich sollte man unbedingt beide Artikel lesen, beide haben ihre Berechtigung und beide sind gut recherchiert und begründet. Vielleicht ist beides richtig? Vielleicht hat ja auch keiner von beiden recht? Oder erwartet uns eine Stagflation? Man weiss es nicht, wichtig ist nur, dass man sich vorbereitet, indem man sich entschuldet und möglichst unabhängig macht von Strom, Gas, Öl und Supermärkten. Ausserdem ist es wichtig flexibel zu bleiben, um den Wohnort notfalls schnell wechseln zu können. Ein Jahreseinkommen sollte man sich bar auf die Seite legen, am besten in Form von 10 Euro Gedenkmünzen (Silberzehner). Ein kreditfinanziertes Haus beispielsweise ist in beiden Szenarien nicht als Sicherheit, sondern eher als Klotz am Bein zu werten.
Nier noch mal die Links zu den Artikeln:
- Alles-SchallundRauch (Hyperdeflation)
Veröffentlicht unter: _Musik · Etiketten: Afrika, Banken, Deflation, Edelmetall, Euro, Geld, Inflation, Krise, Militär, Regierung, Schulden, Silber, Somalia, USA, Welt, Wirtschaft
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