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18.02.1885: „Abenteuer von Huckleberry Finn“ veröffentlicht


Geschichte

Am 18. Februar 1885 wurde der Roman „Die Abenteuer von Huckleberry Finn“ in den USA veröffentlicht. Das Buch gilt als Meisterwerk der US-Literatur, wird aber seit seiner Veröffentlichung politisch attackiert.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Die Abenteuer des Huckleberry Finn
Die Abenteuer von Huckleberry Finn, Bild: US-Flagge, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1885 veröffentlichten Samuel Langhorne Clemens, bekannt unter seinem Pseudonym Mark Twain, seinen Roman „Die Abenteuer von Huckleberry Finn“ in den USA. Zuvor veröffentlichte er den Roman „Die Abenteuer von Tom Sawyer“ veröffentlicht, in dem die Figur von Huckleberry „Huck“ Finn erstmals vorgestellt wird.

Die Geschichte spielt im südlichen Vorkriegsgebiet, als es zahlreiche Plantagen mit Sklavenarbeit gab. Sie handelt von Hucks Reise entlang des Flusses Mississippi zusammen mit Jim, einem Sklaven, der vor seiner Besitzerin Miss Watson geflüchtet war und als „Nigger“ bezeichnet wird.

Huck war vor seinem gewalttätigen Vater auf der Flucht. Bemerkenswert ist unter anderem, dass es sich bei diesem Buch um einen der ersten amerikanischen Romane handelt, die im umgangssprachlichen Englisch geschrieben sind, in der ersten Person aus der Sicht Hucks.

Dies soll die amerikanische Literatur revolutioniert haben. Ernest Hemingway sagte später sogar, dass „die gesamte moderne amerikanische Literatur auf Huckleberry Finn“ basiert. Trotz dieses Zuspruchs erntete das Buch auch einiges an Kritik.

Innerhalb von nur einem Monat wurde es von der Bibliothek in Concord, Massachusetts, als „Müll für die Slums“ verboten. Andere Bibliotheken Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts folgten. Das Buch war für die damalige USA also nicht rassistisch genug.

Früher zu wenig, heute zu viel Rassismus

Im Jahr 2015 wurde das vielleicht berühmteste jemals in den USA erschienene Buch in Philadelphia vom Lehrplan gestrichen. Nun war es nicht mehr die Freundschaft zwischen einem Schwarzen und einem Weißen, weshalb das Buch seinerzeit zur Zensur stand. Sondern die zu häufige Verwendung des N-Wortes.

Eine Schule folgte ihrer Schülerschaft, die sich beim Lesen des Buches aufgrund der rassistischen Sprache unwohl fühlte, meldete der Philadelphia Inquirer. „Wir kamen gemeinsam zum Schluss, dass die gemeinschaftlichen Kosten für diese Lektüre den literarischen Wert in der 11. Klasse übersteigen“, lautete es in einem Brief der Lehrkräfte an die Eltern.

Die „rassistischen Beleidigungen“ im Buch seien in Frage zu stellen. Folglich stehe man heute für „friedliche Lösungen von Konflikten, die Suche nach der Wahrheit und Zusammenarbeit.“ Im Jahr 2011 wurde das N-Wort im Roman durch „Slave“ (Sklave) ersetzt.

Mark Twain sprach sich übrigens spätestens nach der Eroberung Puerto Ricos, der Marianen und der Philippinen entschlossen gegen den US-Imperialismus seiner Zeit aus und war wichtiges Mitglied der sogenannten antiimperialistischen Bewegung. Das Buch „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ kann hier noch mit dem N-Wort bestellt werden, falls man darauf Wert legt.

Quellenangaben anzeigen
historypodphiladelphiainquirer, breitbart

1 Comment

  1. Wenn in den USA dieses Buch in einer 11. Klasse behandelt wird, ohje, ohje.
    Wir Ossies lasen dies spätestens mit 11 Jahren.
    Das wirft natürlich ein besonderes Licht auf deren „Verbildungssystem“.
    Bei uns störte sich auch niemand an der Bezeichnung Neger, jedenfalls als ich 11 war (1966). Rassistisch???
    Alle verblödet dort, Demontage von Weltliteratur.

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