An diesem Tag
21.09.1961: USA verbieten die Hoxsey-Krebstherapie


Geschichte

Am 21. September 1961 verbot die US-Gesundheitsbehörde FDA die Hoxsey-Krebstherapie. Diese verzeichnete zwar einige Erfolge, wurde jedoch öffentlich als Quacksalberei abgestempelt.

Hoxsey
Hoxsey-Therapie, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1961 erklärte die US-Gesundheitsbehörde FDA die sogenannte Hoxsey-Therapie für illegal. Dem gingen zahlreiche Verleumdungskampagnen und ein langer Rechtsstreit zwischen Harry Hoxsey, der Ärztevereinigung AMA und der FDA voraus.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Vorgeschichte

Bereits in den 1920er-Jahren hatte Harry Hoxsey eine natürliche Krebsbehandlung entdeckt. Er stellte fest, dass Pferde mit Krebserkrankungen bevorzugt einige Pflanzen fraßen, die ihnen offenbar halfen. Ähnliches hatte bereits sein Urgroßvater John Hoxsey in den 1840er-Jahren erforscht.

Er dokumentierte die Pflanzenarten und mischte daraus ein Medikament, um Menschen zu behandeln. Nach einigen Erfolgen nahm er Kontakt zu einem gewissen Morris Fishbein von der Ärztevereinigung AMA (American Medical Association) in den USA auf. Ihm wollte er die Erfolge seines Mittels präsentieren.

Offenbar war seine Mischung effektiv genug, um Fishbein von der Wirksamkeit zu überzeugen. Fishbein unterbreitete Hoxsey ein Kaufangebot, welches er jedoch ablehnte. In der Konsequenz begann die AMA, vor dieser alternativen Krebstherapie öffentlich zu warnen und ihn als Scharlatan zu bezeichnen.

Hoxsey verklagte die Vereinigung wegen Verleumdung und gewann den Prozess. Dafür hatte er 50 Zeugen geladen, die die Wirksamkeit seiner Therapie bestätigten. Darunter befand sich auch ein Krebspatient im Endstadium, den die Schulmedizin bereits aufgegeben hatte. Dank der alternativen Heilmethode hatte er die Krankheit jedoch überstanden, so hieß es.

FDA schließt alle Praxen

Dennoch wurde die alternative Therapie von der AMA und auch von der FDA weiter als Quacksalberei deklariert. Es existiere kein wissenschaftlicher Beweis für die Wirksamkeit des Medikaments. Die FDA hängte in 46.000 Poststellen in den ganzen USA Plakate aus, auf denen vehement vor der Behandlung gewarnt wurde.

Da Hoxsey keine Zulassung als Arzt hatte, so die offizielle Begründung, wurden alle 14 Kliniken von den US-Behörden geschlossen und seine Formeln für illegal erklärt. Bis heute existiert unter anderem in Mexiko – außerhalb der Reichweite von US-Behörden – das Hoxsey Biomedical Center. Dort spricht man von einer Erfolgsquote von 50 bis 85 Prozent bei Krebsbehandlungen.

In Deutschland wird die Methode u.a. von Lothar Hirneise praktiziert. Dieser betreibt eine Klinik in der Nähe von Stuttgart, wo er neben der Hoxsey-Therapie noch weitere alternative Behandlungsarten anbietet.

Das Medikament

Es gab zwei Behandlungsmethoden: Für innere und für äußere Krebsarten. Im Falle einer äußerlichen Behandlung wurde eine ätzende Kräuterpaste auf die Haut aufgetragen. Darin enthalten waren unter anderem Antimon, Zink, Blutwurz, Arsen, Schwefel und Talkum.

Bei einer „inneren“ Behandlung erhielt der Patient eine Kräutermischung kombiniert mit Abführmitteln und Vitaminpräparaten in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung. In der Kräutermischung enthalten waren flüssiges Lakritz-Tonikum, Rotklee, Klettenwurzel, Stillingiawurzel, Berberitze, Cascara, Zanthoxylum, Kreuzdorn und Kaliumiodid.

Eine fast identische Version der Hoxsey-Amalpaste wurde bereits um 1850 in England von Dr. Fell angewandt, der damit Hautkrebs behandelte. Er hatte die Kräutermischung von amerikanischen Ureinwohnern erhalten. Zwischen den 1940er- und 1960er-Jahren gab es in den USA einige weitere Ärzte, die eine sehr ähnliche Salbe verwendeten.

Behandlung

Im Jahr 2005 wurden die Kosten für eine Erstbewertung und Behandlung mit der Hoxsey-Therapie im Biomedical Center in Tijuana, Mexiko, zwischen 3.900 und 5.100 Dollar angegeben. Darin enthalten sind auch die Kosten für drei Jahre Nachuntersuchungen.

Es gibt auch Nebenwirkungen. Die Paste zur äußerlichen Anwendung kann auf der Haut Verbrennungen verursachen. Die Kräutermischung zur oralen Aufnahme kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Angstzuständen, Zittern, Bauchkrämpfen und einer Verlangsamung des Herzschlags führen.

Quellenangaben anzeigen
wikipedia, naturalnews

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