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12.11.1948: Todesurteil für Japans Premier Tōjō Hideki


Geschichte

Am 12. November 1948 verurteilte ein US-geführtes Militärtribunal den ehemaligen japanischen Premierminister Tōjō Hideki zum Tode durch Erhängen.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Tōjō Hideki Japan USA 1948
Tōjō Hideki Japan USA 1948, Bild: Gegenfrage.com, Flaggen gemeinfrei

Nach der bedingungslosen Kapitulation Japans 1945 ordnete US-General Douglas MacArthur die Verhaftung von vierzig mutmaßlichen Kriegsverbrechern an, einschließlich Japans Premierminister Tōjō Hideki.


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Man entsandte drei amerikanische GIs, um den Haftbefehl zu vollstrecken. Als am 11. September umzingelten amerikanische Soldaten Tōjōs Haus. Um der Verhaftung zu umgehen schoss sich Tōjō mit einer Pistole in die Brust, verfehlte aber sein Herz und überlebte den Suizidversuch. Aus diesem Grund war bei späteren Verhaftungen stets medizinisches Personal vor Ort.

Tōjō lag schwer verletzt in seinem Haus und sagte gegenüber japanischen Reportern: „Es tut mir sehr leid, dass ich so lange brauche, um zu sterben. Der Großostasienkrieg war begründet und gerecht. Es tut mir sehr leid für die Nation und all die Rassen der Großasiatischen Mächte. Ich warte auf das gerechte Urteil der Geschichte. Ich wollte Selbstmord begehen, aber manchmal scheitert das.“

Nachdem er sich von seinen Verletzungen erholt hatte, verlegte man Tōjō in das Sugamo-Gefängnis. Dort erhielt er eine neue Zahnprothese, die ein amerikanischer Zahnarzt anfertigte. Darin war „Remember Pearl Harbor“ in Morsezeichen eingraviert. Der Zahnarzt entfernte die Zeichen jedoch drei Monate später.


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Tōjō wurde vom Internationalen Militärtribunal für den Fernen Osten wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt. Dort beschuldigte man ihn der Führung von Aggressionskriegen unter Verletzung des internationalen Rechts, unprovozierter oder aggressiver Kriege gegen verschiedene Nationen und der unmenschlichen Behandlung von Kriegsgefangenen.

Offiziellen Zahlen zufolge kamen unter der japanischen Herrschaft zwischen 3 Millionen und 14 Millionen Zivilisten und Kriegsgefangene durch Massaker, Experimente, Hunger und Zwangsarbeit ums Leben. Einige verübte man direkt, andere wurden geduldet bzw. nicht verhindert, so heißt es. Allein Tōjō werden bis zu 5 Millionen tote Zivilisten zugeordnet.

Tōjō vor dem Internationalen Militärtribunal für den Fernen Osten

Tōjō Hideki übernahm am Ende die volle Verantwortung für seine Aktionen während des Kriegs und sagte:


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„Es ist klar, dass ich die volle Verantwortung für diesen Krieg im Allgemeinen tragen sollte, und natürlich bin ich bereit dies zu tun.“ „Infolgedessen ist es nun, da der Krieg verloren ist, notwendig, dass ich so verurteilt werde, dass die Umstände der Zeit geklärt und der künftige Weltfrieden gesichert werden können. Aus Respekt vor meiner Verhandlung ist es daher meine Absicht, entsprechend meiner Erinnerung offen zu sprechen. Wenn der Besiegte vor dem Sieger steht, welcher die Macht über Leben und des Tod besitzt, könnte er vor ihm kriechen und ihn umschmeicheln. Ich beabsichtige, dies in meinen Handlungen zu beachten und bis zum Ende zu sagen, was wahr ist und was falsch ist. Die Worte in Schmeicheleien bis zur Unwahrhaftigkeit zu beschönigen, würde den Prozess verfälschen und der Nation unberechenbaren Schaden zufügen.“

Tōjō wurde am 12. November 1948 zum Tode verurteilt. Das Todesurteil durch Erhängen wurden 41 Tage später, am 23. Dezember 1948 vollstreckt. Vor seiner Hinrichtung überreichte er seine militärischen Auszeichnungen an einen seiner Wächter. Diese sind heute im National Museum for Naval Aviation in Pensacola, Florida ausgestellt.

In seiner abschließenden Erklärung entschuldigte er sich für die Gräueltaten des japanischen Militärs und forderte das amerikanische Militär auf, Mitleid mit dem japanischen Volk zu zeigen, welches von verheerenden Luftanschlägen und den beiden Atombomben-Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki schwer getroffen wurde.


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Ein Schauprozess?

Die Historiker Herbert P. Bix und John W. Dower kritisierten die General MacArthur und seine Mitarbeiter, da sie Kaiser Hirohito und alle Angehörigen der kaiserlichen Familie vor Strafverfolgung schützten. zu entlasten. Die gesamte Verantwortung musste Tōjō tragen.

Dies hatte jedoch einen taktischen und propagandistischen Hintergrund, um die Besatzungspolitik zu erleichtern. Den Kaiser zu erhängen hätte in Japan für riesigen Unmut gesorgt und wahrscheinlich weiteres Blutvergießen nach sich gezogen. Man behauptete also, dem Kaiser sei keine Kriegsschuld nachzuweisen.

Tōjō berief sich einmal vor dem Tribunal am 31. Dezember 1947 auf die höchste Autorität des japanischen Kaisers. Das von den USA angeführte Gericht unterbrach daraufhin die Verhandlung und ordnete sofort an, Tōjō dazu zu drängen, seine Aussage zu widerrufen. Es handelte sich darum also offensichtlich um einen Schauprozess, kritisieren zahlreiche Historiker.

Selbst der Spiegel schrieb 1998, dass es sich bei dem zweieinhalb Jahre langen Prozess „um eine äußerst selektive Siegerjustiz“ gehandelt habe. So kamen beispielsweise nicht die Menschenversuche mit Biowaffen an Zivilisten zur Sprache, da das US-Militär selbst großes Interesse an den Ergebnissen der Tests zeigte.

Puraido: Unmei no toki

Fünf Jahrzehnte nach Kriegsende erschien der Film „Puraido: Unmei no toki“ (Stolz: Schicksalhafter Moment, engl.: Pride: The Fateful Moment) in japanischen Kinos. Produziert wurde dieser von Toei, einem der drei größten japanischen Filmkonzerne, der für die Produktion 1,5 Milliarden Yen bereitstellte.

Darin wird Tōjō als Held dargestellt und der Angriff auf Pearl Harbor als Reaktion auf eine wirtschaftliche Totalblockade durch die USA. Der Film sorgte international für Aufsehen. In Japan erfuhr er hingegen viel Zuspruch und wurde mit dem Japanese Academy Award ausgezeichnet, dem bedeutendsten Filmpreis des Landes.

Bis heute lehnen viele japanische Politiker die von den Siegern verordnete historische Darstellung des Zweiten Weltkriegs in Asien ab.

Quellenangaben anzeigen
wikipedia (en), spiegelarchiv, wikipedia (en), csmonitor, hawaii.edu


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