Trump erwägt Goldman Sachs-Chef für Posten im Weißen Haus


Politik/USA

Der designierte US-Präsident Donald Trump polterte in seinem Wahlkampf kräftig gegen das Establishment und die Finanzbranche. Dennoch umgibt er sich mit milliardenschweren Wallstreet-Größen von Goldman Sachs oder Blackstone und holt diese nach und nach in sein Team. Gestern traf er sich mit Goldman Sachs-Chef Gary Cohn.

Donald Trump Goldman Sachs
Donald Trump by Gage Skidmore 3“ von Gage Skidmore. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Gary Cohn, Präsident von Goldman Sachs, hat sich gestern in New York mit dem designierten Präsidenten Donald Trum getroffen. Angeblich kommt dieser für einen Posten in Trumps Regierung in Frage. Diskutiert werden Positionen im US-Finanzministerium oder im Office of Management and Budget, sagte eine Quelle aus Trumps Übergangsteam. Cohn sei möglicherweise auch ein Anwärter auf eine Rolle bei der Federal Reserve.

Cohn ist mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bereits seit längerer Zeit befreundet. Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet und übernahm im Jahr 2005 das milliardenschwere Unternehmen seines Vaters, nachdem dieser wegen Steuerhinterziehung, illegaler Wahlkampfspenden und Beeinflussung von Zeugen ins Gefängnis musste.

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Cohn arbeitet seit über 25 Jahren Jahren für Goldman Sachs und arbeitete einige Zeit eng mit Vorgänger Lloyd Blankfein zusammen. Im Jahr 2006 stieg er zum Vizepräsidenten der Großbank auf. Milliardär Trump wetterte in seiner Wahlkampagne häufig gegen das Establishment und bezeichnete dieses unter anderem als „korrupte, globale Machtmaschinerie“, der er ein Ende setzen wolle. Mit derartigen Aussagen zog er zahlreiche Wähler auf seine Seite. Dass er sich nun möglicherweise Cohn ins Team holt, passt hier allerdings nicht so ganz ins Bild.

Cohn ist ein großzügiger politischer Spender und Mitglied der Demokraten. So spendete er im Jahr 2008 insgesamt 275.000 Dollar an Barack Obama und Hillary Clinton. Doch auch an Abgeordnete der Republikaner flossen 225.000 Dollar, das meiste davon in den letzten Jahren. Im Jahr 2015 unterstützte er Kelly Ayotte in ihrer Senatskampagne in New Hampshire und Tom Cotton in Arkansas. Er finanzierte zum Teil die Kampagne von Marco Rubio für die republikanische Präsidentschaftsnominierung.

Nach dem Wahlsieg Trumps schossen die Börsenkurse in die Höhe, was nicht unbedingt als Indiz für drohende Schwierigkeiten der Finanzbranche zu bewerten ist. Obwohl Trump sich mehrfach gegen einen Einfluss der Wallstreet aussprach, verstrickt er sein Team immer mehr mit den großen Finanzinstitutionen, darunter Chefstratege Stephen Bannon, Kampagnen-Finanzchef Steven Mnuchin oder auch Anthony Scaramucci, die allesamt ehemalige Goldman Sachs-Mitarbeiter sind.

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Handelsminister wird der Großspekulant Wilbur Ross. Finanzminister wird möglicherweise Jonathan Gray, derzeit Immobilienchef bei Blackstone, der größten Investmentfirma der Welt. Im Gespräch für diesen Posten ist auch Hedgefonds-Manager David McCormick.

Quellen: newsmax, newyorker, nytimes, marketwatch

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1 Comment

  1. Na also! Damit bleibt die Machteilung doch bei den alten Strukturen.
    Und da hatten Clinton & Co. immer behauptet, mit Trump gäbe es eine Art Systemwechse!
    Jetzt müsste nur Merkel irgendwann ihr Lügenmaul halten.

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