14.03.1900: Der Gold Standard Act


Geschichte/USA

Am 14. März 1900 unterzeichnete US-Präsident William McKinley den Gold Standard Act. Damit war Silber als Geld offiziell abgeschafft. Der US-Dollar wurde auf 20,67 Dollar je Unze Gold festgeschrieben.

Gold Standard Act 1931
Gold Standard Act 1900, Silver Buffalo, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1900 ratifizierte der US-Kongress den Gold Standard Act, der von US-Präsident William McKinley kurz vor 13 Uhr unterzeichnet wurde. Die New York Times berichtete seinerzeit, dass der Präsident das Gesetz symbolträchtig „mit einem neuen goldenen Stift und Halter“ unterschrieb.

Damit war Gold von nun an der einzige Gegenwert für das zirkulierende Papiergeld in den Vereinigten Staaten. Der Bimetallstandard (Gold und Silber) gehörte schließlich der Vergangenheit an. Insgesamt 59 Länder, zur damaligen Zeit fast alle Länder der Welt, hatten damit einen reinen Goldstandard. China stellte mit seinem Silberstandard die einzige Ausnahme dar.

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Die Vereinigten Staaten hatten seit ihrer frühen Geschichte sowohl Gold als auch Silber als Zahlungsmittel verwendet. Ein System, das Bimetallismus genannt wird. Dem vorausgegangen war ein jahrzehntelanger politischer Machtkampf um den relativen Wert von Gold und Silber.

Politischer Machtkampf

Die Einführung von Papiergeld (Greenbacks) während des Amerikanischen Bürgerkriegs hatte die Debatte noch weiter verschärft. Später, im Jahr 1892, wurde die Silver Party (Silberpartei) gegründet, die sich für eine Wiedereinführung des Silbergeldes einsetzte. Die Silberpartei hatte bis 1906 enormen Erfolg, vor allem im „Silberstaat“ Nevada.

Durch die bereits 1873 erfolgte de facto-Abschaffung des Bimetallismus reduzierte sich die in Umlauf befindliche Geldmenge erheblich, was zu einer schweren Deflation führte. Auch die Zinsen erhöhten sich und Banken hatten es somit schwer, Kapital zu beschaffen oder Schulden zu bezahlen.

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Erntepreise sanken in den 1880er- und 1890er-Jahren, sodass sich viele US-Bürger das Silber als Geld zurückwünschten. Eine Folge der Deflation war die Panik von 1884. Ab 1893 stürzte die US-Wirtschaft in eine schwere Depression ab, die sogenannte Panik von 1893. Die Debatte um Gold und Silber stand im Mittelpunkt der Präsidentschaftswahl von 1896.

Gold Standard Act legt 20,67 US-Dollar je Unze fest

Der Gold Standard Act machte den seit 1873 (s. Coinage Act bzw. das Verbrechen von 1873) herrschenden de facto-Goldstandard offiziell. Das Gesetz legte einen US-Dollar auf 1,67 Gramm 900-Gold bzw. 1,5046 Gramm 999-Gold fest. Dies entsprach seinerzeit 20,67 US-Dollar je Unze Gold.

Die Schatzkammer war durch das neue Gesetz von nun an verpflichtet, ein Minimum von 150 Millionen Dollar als Goldreserve zu halten.

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Das Verhältnis blieb bis kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs und danach bis Januar 1934 bestehen. Zuvor war der private Goldbesitz verboten und die Bürger zum Verkauf an die Regierung verpflichtet worden. Im Januar 1934 wertete US-Regierung den Dollar im Zuge der Großen Depression um 41 Prozent auf 35 Dollar je Unze ab.

Quellenangaben anzeigen
New York Times, New York Times (1900), Wikipedia (en)Politico.comEnotes.comEncyclopedia.com

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