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Gold braucht keinen Währungshüter
10. Juni 2010 | Ein Kommentar
Neulich führte ich ein Gespräch mit einem Arzt aus der Gegend, welcher mehrere Millionen Euro in Immobilien angelegt hat, zwei Autos der Oberklasse besitzt und dessen Frau sich dadurch ihres gesellschaftlichen Stands offenbar wohl bewusst ist, wie sich aus ihrem Verhalten anderen Leuten gegenüber schließen lässt. Während unserer Unterhaltung kamen wir kurz auf das Thema “Gold” zu sprechen. Schnell schoss er los, Gold habe sich verfünffacht und könne sich ebenso wieder fünfteln. Ich fragte: “In was verfünffacht? Roggenbrot?”. Er darauf: “Gold ist wie Aktien und außerdem im Moment zu teuer”. Also gut, ein Grundsatzproblem, welches in der Regel lange Diskussionen mit sich bringt. Vor allem mit Menschen, die das chronische Bedürfnis haben einem die Welt zu erklären. Aus Motivations- und Zeitmangel beendete ich dann dieses Thema.
Gold ist Geld
Was den Lesern dieser Seite sicher größtenteils klar sein dürfte: Gold ist nicht “wie Aktien”, Gold ist Geld. Gold ist die einzige Währung der Welt, die sich nicht beliebig vermehren lässt und darum keiner politischen Willkür ausgesetzt ist. Gold ist das einzige schuldfreie Geld der Welt und überall konvertibel. Gold steigt nicht, wie sich aus Euro-, Dollar- oder Franken-Charts ablesen lässt, sondern ist die einzige Währung, die wertstabil bleibt. Und zwar nicht seit gestern oder letzter Woche, sondern seit vielen Jahrhunderten. Gold geht niemals pleite, weil die Arbeitskraft bereits darin enthalten ist.
Viele, auch Investoren, Börsianer und Besserverdiener, verstehen den Unterschied nicht bzw. machen keinen Unterschied zwischen Schuldgeld und Warengeld. Eine wundersame Tatsache, aber vielleicht auch der Grund für die einmalige Chance in der Geschichte erschwinglich in das Metall der Könige einzusteigen.
Wann aus Gold aussteigen?
Oft wird in den verschiedensten Foren darüber gestritten, ob Gold zu teuer oder zu billig ist, ob bereits eine Goldblase entstanden ist und wann der perfekte Zeitpunkt ist aus Gold auszusteigen und in Finanzwerte zu konvertieren. Sicherlich eine wichtige Frage, doch würde ich erst einmal Ruhe bewahren.
Man soll niemals in ein fallendes Messer greifen, sagt man so schön. Ein fallendes Messer? Ich bin zwar kein Charttechniker, doch betrachtet man den berühmtesten Finanzwert “DOW JONES” in der Hartwährung Gold, fand der hoch gelobte Aufschwung 2009 quasi nicht statt. Im Gegenteil: Seit der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende befinden wir uns laut dem Gold/DOW-Chart im Aktiencrash, ausgehend von einer Blase, die in erschreckender Weise dem Crash von 1929 und auch dem Crash von 1980 ähnelt, nur eben auf wesentlich höherem Niveau.
Das Gold/DOW-Verhältnis endete bei den vergangenen Crashs bei 1:1 bis 1:3, heute befindet sich das Verhältnis noch bei 1:8. Hier ist also noch viel Luft nach oben. Geht man von vergangenen Verhältnissen aus, ist eine Verdrei- bis Verachtfachung von Gold zum Dow Jones Index durchaus zu erwarten. Ähnlich sieht es übrigens beim DAX aus.
Aber aufgepasst! Glauben Sie an den nun einsetzenden Aufschwung und der Empfehlung führender Ökonomen und Politiker, wie beispielsweise dem IWF, dem Institut der deutschen Wirtschaft oder unserem derzeitigen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, dann ist jetzt möglicherweise ein guter Zeitpunkt umzuschichten. In diesem Fall vergessen Sie alles hier geschriebene.
Mißtrauen Sie jedoch der wirtschaftlichen Situation mit Billionenschulden, Wirtschaftsleistung auf Pump und Insolvenzverschleppung als politisches Kavaliersdelikt, dann sollten Sie sich keine großen Gedanken darüber machen, ob Gold nun teuer oder billig ist. Dann haben Sie als Goldanleger wohl auch weiterhin ruhige Nächte.
Übrigens hat der Oberste Gerichtshof in einer aktuellen Entscheidung (7 Ob 29/10f) die Veranlagung von Sparvermögen in Gold als nicht “mündelsichere” und “spekulative” Veranlagung angesehen (den verlinkten Artikel bitte ausdrucken und aufbewahren für die Nachwelt), und verbot eine Vermögensumschichtung von 350.000 Euro in physische Goldbarren. Die Frage ist doch: Was ist hier spekulativ? Gold, also Geld, das seit Jahrhunderten seinen Wert stabil hält? Oder der Euro, der seit seiner Einführung vor 8 Jahren mehr als 50% seiner Kaufkraft verloren hat?
Regierungen hassen Gold. Alle Währungen der Welt haben einen Währungshüter – außer Gold. Alle Währungen der Welt verlieren an Wert – außer Gold. Logische Schlussfolgerung: Eine gute Währung braucht keinen Währungshüter.
Abschließend noch ein interessanter Chart von Elliot Waves:

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Veröffentlicht unter: _Münzen · Etiketten: Dollar, Edelmetall, Euro, Geld, Gesellschaft, IWF, Krise, Regierung, Schulden, Welt, Wirtschaft
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