08.03.1782: Gnadenhütten-Massaker in Ohio


Geschichte/USA

An diesem Tag im Jahr 1782 führte eine US-Miliz das Gnadenhütten-Massaker durch. Den 96 unschuldigen Indianern des christlichen Lenape-Stamms, darunter 39 Kinder, wurden mit einem schweren Hammer der Reihe nach die Köpfe zertrümmert.

Gnadenhütten-Massaker
Gnadenhütten-Massaker, „Die Hüterin der Glocke“, Bild: Amazon.de

Am 08. März 1782 fand das Gnadenhütten-Massaker in Gnadenhütten, Ohio, statt, als 96 Indianer des christlichen Munsee-Lenape-Stamms von einer US-Miliz hingerichtet wurden. Am Vortag hatte man die 28 Männer, 29 Frauen und 39 Kinder festgenommen und sich über ihr Schicksal beraten.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Man beschloss die Indianer hinzurichten und zertrümmerte den 96 Menschen mit Hilfe eines schweren Hammers der Reihe nach ihre Schädel. Anschließend stapelte man die Leichen in ihren Hütten und brannte die Gebäude nieder. Gegen die Soldaten der Pennsylvania-Miliz unter dem Kommando von Captain David Williamson wurde keine Anklage erhoben.

Vorgeschichte

Die Indianer waren friedliebend und lebten völlig gewaltfrei. Im Jahr 1735 kamen christliche Einwanderer aus Deutschland (Herrnhuter Brüdergemeinde) und missionierten in Nordamerika ihren protestantischen Glauben mit beachtlichem Erfolg.

Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs gerieten die Lenape mit ihrem Wohngebiet buchstäblich zwischen die Fronten. Auf der einen Seite befand sich das amerikanische Lager Fort Pitt, auf der anderen Seite das britische Lager Fort Detroit. Einige der Lenape schlossen sich den Amerikanern an, andere den Briten.

Eine dritte Gruppe des Stammes waren die Munsee-Delaware, welche von den weißen Missionaren betreut wurden. Die Munsee-Delaware wurden zusammen mit den Missionaren im September 1781 von mit Briten verbündeten Indianern zum Schutz in ein anderes Dorf gebracht.

In dem Dorf herrschte jedoch Nahrungsmittelknappheit, sodass im Februar über 100 Indianer nach Gnadenhütten zurückkehrten, um Mais zu ernten. Am 08. März erreichte die amerikanische Pennsylvania-Miliz Gnadenhütten. Sie beschuldigten die Indianer, zu einem früheren Zeitpunkt weiße Siedlungen überfallen zu haben.

Das Massaker

Diese beteuerten ihre Unschuld, wurden aber festgenommen und in zwei Gebäude eingesperrt. Im ersten Gebäude befanden sich alle Männer, im zweiten Frauen und Kinder. Nach einer Abstimmung entschied sich die Miliz, die Indianer hinzurichten.

Die 28 Männer, 29 Frauen und 39 Kinder mussten niederknien und die Soldaten zertrümmerten ihre Schädel mit einem schweren Hammer. Die 96 Leichen wurden auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Auch Gnadenhütten wurde niedergebrannt. Zwei Indianer wurden am Leben gelassen, um die Missionare zu informieren.

Die Lenape schwören Rache

Als die Nachricht die Runde machte, waren viele weiße Amerikaner empört. Und die Lenni-Lenape, welche sich den Briten angeschlossen hatten, schworen Rache. Das Massaker wurde unter dem Kommando vom damals 30-jährigen Captain David Williamson durchgeführt.

Neuer Kommandeur der Miliz war Colonel William Crawford, der jedoch nichts mit dem Massaker zu tun hatte. Die Indianer nahmen Letzteren gefangen, fesselten ihn nackt an einen Marterpfahl und folterten ihn stundenlang. Anschließend wurde er bei lebendigem Leibe verbrannt.

Nach dem Krieg

Williamson wurde nach dem Krieg zum Washington County Sheriff ernannt. Er investierte viel Geld in verschiedene Unternehmungen, die meisten scheiterten. David Williamson starb 1814 in Armut.

Heute gibt es noch ca. 16.000 Lenape-Indianer in den USA, die meisten davon in den Bundesstaaten Oklahoma und Wisconsin.

Der Missionar John Heckewelter baute das beim Massaker zerstörte Gnadenhütten im Jahr 1798 wieder auf.

Sonstiges

Weitere Einzelheiten können im Buch „Die Hüterin der Glocke“ (zu bestellen auf Amazon.de) nachgelesen werden, in dem das Gnadenhütten-Massaker historisch exakt erzählt wird.

Quellenangaben anzeigen
ohiohistorycentral, ohiohistorycentralwikipedia(en)


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