08.02.1924: Erste Hinrichtung in einer Gaskammer

Am 08. Februar 1924 wurde in den USA erstmals eine Hinrichtung in einer Gaskammer durchgeführt. Der 29-jährige Gee Jon, Mitglied einer chinesischen Gang, wurde in einer umgebauten Metzgerei im Nevada State Prison mit Zyanid vergast.

gaskammer

Gaskammer, by Shelka04 at en.wikipedia, CC BY 3.0, Link

An diesem Tag im Jahr 1924 wurde erstmals eine Hinrichtung in einer Gaskammer in Carson City, Nevada, USA durchgeführt. Der 29-jährige Gee Jon war chinesischer Staatsbürger und Mitglied der kriminellen Vereinigung Hip Sing-Tong aus San Francisco. Gee wurde für den Mord an einem älteren Mitglied einer anderen Gang (Bing Kong Tong) zum Tode verurteilt.

Ein Versuch, Giftgas direkt in seine Zelle im Nevada State Prison zu pumpen, blieb erfolglos. Aufgrund dessen wurde die erste Gaskammer aufgebaut. Durch die Nevada State Legislature aus dem Jahr 1921 wurde die Hinrichtung durch Giftgas ermöglicht. Die California Cyanide Company aus Los Angeles war der einzige Anbieter flüssigen Zyanids (Blausäure) im Westen der USA.

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Dieses Gift wurde eigentlich zur Bekämpfung von Schädlingen verwendet. Der Gouverneur von Nevada, Denver S. Dickerson, überwachte die Hinrichtung persönlich und ließ das Gas aus dem Unternehmen abholen. Vier Gefängniswärter, die nicht an der Hinrichtung beteiligt sein wollten, traten zurück.

Zunächst versuchten die Beamten, das Giftgas direkt in die Zelle Gees zu pumpen, während dieser schlief. Der Versuch blieb jedoch ohne Erfolg. Also wurde eine provisorische Gaskammer in der Metzgerei des Gefängnisses eingerichtet. Um die Gaskammer zu testen, wurde eine Katze darin vergast.

Die Hinrichtung

Gee wurde auf einen Stuhl in der elf Meter langen, zehn Meter breiten und acht Meter hohen Gaskammer geschnallt. Ein kleines ermöglichte Zeugen, bei der Hinrichtung zuzusehen. Unter den Zeugen befanden sich Reporter, Gesundheitsbeamte und Vertreter der US-Army.

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Gee weinte, als er auf den Stuhl gesetzt wurde. Einer der Wärter sagte ihm, er solle sich zusammenreißen. Am 08. Februar um 9:40 Uhr sprühte eine Pumpe vier Pfund der Blausäure in die Kammer. Das Wetter war kalt und feucht. Da eine elektrische Heizvorrichtung ausgefallen war, lag die Temperatur in der Kammer bei nur 11°C, statt der für eine Hinrichtung optimalen 23°C.

Aus diesem Grund bildete ein Teil des Giftgases am Boden eine Pfütze. Gee verlor bereits nach etwa fünf Sekunden das Bewusstsein. Sechs Minuten lang nickte sein Kopf auf und ab, nach zehn Minuten war er regungslos. Einige der Zeugen vernahmen für einen Moment den Geruch von Mandelblüten, was auf ein Austreten des Zyanids aus der Kammer hinwies, weshalb alle Zeugen evakuiert wurden.

Um etwa 10 Uhr wurde die Entlüftung geöffnet und ein Ventilator eingeschaltet, um das Giftgas zu entfernen. Das Gefängnispersonal wartete, bis die verbleibende Pfütze verdampfte. Gegen 12:20 Uhr wurde Gees Leicheaus der Kammer entfernt und in das Gefängniskrankenhaus gebracht. Eine Gruppe bestehend aus sieben Ärzten erklärten ihn für tot. Eine Autopsie wurde jedoch nicht durchgeführt, da die Ärzte sich vor möglichen Giftgas-Resten im Körper des Toten fürchteten.

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Todeskampf

Den Häftlingen, die in der Gaskammer hingerichtet werden, wird häufig der Rat gegeben, möglichst „tief einzuatmen“. Die meisten halten jedoch reflexartig die Luft an. Der Todeskampf verläuft relativ langsam. Die Häftlinge haben extreme Angst und haben offensichtlich große Schmerzen.

Die Augen springen aus den Höhlen und die Haut färbt sich lila. Durch die Blausäure wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, starke Krämpfe werden verursacht. Angeblich sollen auch Schmerzen ähnlich wie bei einem Herzinfarkt ausgelöst werden.

Bis heute besteht in den USA rechtlich die Möglichkeit, Häftlinge in der Gaskammer hinzurichten.

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Quellenangaben anzeigen
wikipedia (en)

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1 Antwort

  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Nun- ich bin medizinischer Laie.
    Aber ich höre immer, dass Patienten die eine Vollnarkose erhalten, künstlich beatmet werden müssen.
    Warum bekommen die Delinquenten keine Narkose und dann vielleicht noch ein Mittel das den Herzstillstand herbeiführt?
    So wurde mein Rottweiler getötet, als er unheilbar erkrankt war; er ist ganz ruhig in meinen Armen eingeschlafen.
    Nun- ich bin kein Befürworter der Todesstrafe, zumal Verbrecher erst dann in den USA hingerichtet werden, wenn ein deutscher Mörder schon wieder aus der Haft entlassen werden kann.
    Aber ich denke, dass in den USA der Rachegedanke dominiert.
    Nach dem Urteil erst noch viele Jahre auf die Hinrichtung warten lassen und dann den Delinquenten möglichst grausam hinrichten.
    Der Delinquent soll mittels 2000 Volt Gleichstrom bei vollem Bewusstsein gebraten werden, qualvoll an Zyanidgas verrecken, oder bewegungsunfähig innerlich verbrennen.
    Aber was soll man von einem Staat auch erwarten, der seine eigene Urbevölkerung ausgerottet hat und Atombomben auf Zivilisten geworfen hat?
    Wie“ abschreckend“ die Todesstrafe ist, erkennt man daran, dass in den USA t ä g l i c h etwa 90 Menschen erschossen werden und etwa 700 angeschossen werde, die oft ein Leben lang verkrüppelt bleiben
    Das nennt man in anderen Ländern Bürgerkrieg
    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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