Ex-Schatzkanzler: “Ende des Euro ist unvermeidlich”

20. September 2011 von Bürgender

“Die Einheitswährung ist in ihrer gegenwärtigen Form verloren”, schreibt der britische Politiker der Conservative Party und ehemalige Schatzkanzler Norman Lamont in einem Gastbeitrag in der britischen Zeitung The Telegraph. Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher habe zu sagen gepflegt: “Das Unerwartete passiert. Darauf sollte man vorbereitet sein”. Doch gebe es was den Euro angeht nichts Unerwartetes mehr, wie Lamont weiter schreibt. Er beobachte die Probleme des Euro mit großer Sorge, das Ende der Währungsunion sei in Sicht. Nun gelte es zu vermeiden, dass die Eurokrise zu einer Katastrophe mutiert, die nicht nur die Eurozone, sondern die gesamte westliche Welt betreffen könnte. Europa habe den falschen Weg gewählt, denn der Euro habe wenig mit Ökonomie, aber dafür viel mit Politik zu tun.

Im Maastricht-Vertrag sei eines der Hauptanliegen der deutschen Bundesregierung gewesen, diesen um die “No-Bail-Out’-Klausel zu ergänzen. Angeblich, weil man damals aufgrund der großen Verschuldung Italiens besorgt gewesen sei. Doch der Grundgedanke der Währungsunion sei schon immer gewesen, dass die starken Länder den schwächeren helfen sollten. Es gebe nur zwei Möglichkeiten für die Eurokrise: Die Transferunion oder der Abbruch des Experiments. Bundeskanzlerin Angela Merkel versuche den Spagat zwischen einer immer ungeduldiger werdenden Bevölkerung und einer Rettung der Gemeinschaftswährung, doch werde sie letztendlich daran scheitern, so Lamont weiter.

Griechenland werde von vielen Seiten dazu genötigt, die Eurozone zu verlassen. Dies hätte allerdings fatale Folgen für europäische Banken. Zudem sei es schwierig vorherzusagen, wie es dann mit der Wirtschaft Griechenlands nach einem Austritt weitergehen würde, da deren Handelspartner dem Land misstrauen könnten. “Der Markt erwartet einen bevorstehenden Zusammenbruch des Euro. Sehr wahrscheinlich ist aber auch eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen.” Der Preis dafür seien dann Vertrauensverluste und weitere Krisen. Der Zeitpunkt sei nicht vorhersehbar, doch sei ein Ende des Euro in seiner gegenwärtigen Form unvermeidlich.


Werde die Zwangsjacke der Einheitswährung nicht entfernt, bedeute das für die Bürger eine düstere Zukunft und einen stagnierenden Lebensstandard. Politiker könnten das in ihren Parlamenten durchsetzen, aber die breite Masse werde dies auf Dauer nicht akzeptieren. Nicht nur der Euro, sondern die gesamte EU müssten neu überdacht werden. Bei einer solchen Vielfalt verschiedener von Nationen gebe es zwar ein Bedürfnis nach gemeinsamen Einrichtungen, jedoch sollten diese weniger aufdringlich sein, als es aktuell der Fall ist. Allerdings sei es kaum anzunehmen, dass Brüssel dies akzeptieren werde.

Der mit einem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom Martin Feldstein hatte behauptet, dass eine einzelne europäische Währung weit davon entfernt sei, Frieden und Harmonie zu schaffen. Spannungen und Konflikte zwischen ungleichen Nationalstaaten wurden von ihm als Folge prognostiziert. “Bisher haben wir nur Unruhen in Griechenland erlebt. Aber es wird wahrscheinlich noch viel schlimmer kommen”, schreibt Lamont abschließend.

Zahlen & Fakten

  1. 90 Prozent der deutschen Bürger glauben, dass die Schuldenkrise mit immer größeren Rettungsschirmen nicht gelöst werden kann
  2. Die griechische Staatsverschuldung erreicht laut Prognosen nächstes Jahr 172% des BIP
  3. Das griechische Defizit beträgt Ende des Jahres voraussichtlich 9%
  4. Barclays rechnet mit einem Rückgang von 5,7% des griechischen BIP in diesem Jahr
  5. Seit Mai 2010 kaufte die EZB Staatsanleihen im Gesamtwert von 115,5 Milliarden Euro
  6. Die Zinsen einjähriger griechischer Staatsanleihen liegen nun bei knapp 130%
  7. Europäische Bankaktien fallen im Sinkflug, ähnlich wie 2008
  8. Laut der griechischen Regierung gibt es nur noch Liquidität, um den kommenden Monat zu überstehen
  9. Geht Griechenland pleite, könnte Portugal unmittelbar danach ebenfalls pleite gehen
  10. Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien schulden dem Rest der Welt insgesamt 3 Billionen Euro

9 Kommentare

  1. verena buchs

    Die EUdssr der Supra National Sozialisten ist gescheitert !
    Wie lange die Agonie wohl noch dauert ?

  2. Susi

    Für Barack Obama ist die Sache klar: Europa trägt die Verantwortung für die Schuldenmisere. EU Politiker hätten nicht schnell genug auf die Krise reagiert, erklärt der US Präsident. Dieser unfähige Politiker hat die Frechheit Europa zu massregeln, wo doch sein eigenes Land praktisch pleite ist und er durch die eigene Unfähigkeit die Welt wirtschaftlich an den Abgrund gebracht hat. Das ist eine Unverschämtheit.

  3. Romeo

    Die Zinsen einjähriger griechischer Staatsanleihen liegen nun bei über 300% !!
    Griechenland ist definitiv Pleite.

  4. scionescire

    Wann hat Martin Feldstein denn einen Nobelpreis bekommen, und in welchem Fach?? In Ökonomie jedenfalls nicht (was ich hiermit gar nicht bewerten möchte, aber is einfach so), zumindest nicht laut

    http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/

  5. Hannes Konradi

    Sicher stecken hinter diesen wohlfeilen Aufzählungen handfeste Interessen bankenlastiger Angelsachsen. Was soll denn nach dem Euro kommen? Ändert sich denn irgend etwas, wenn der Euro nicht mehr die Währung ist, sondern Kleinmünzerei wieder Einzug hält? Gar nichts.

    Es herrscht keine Euro-Krise, sondern eine Struktur- und Schuldenkrise. Da muss der Hebel angesetzt werden. Solange in einigen Ländern italienisch-griechische Verhältnisse herrschen wie bisher, kann es nicht funktionieren. Wer lügt und betrügt muss an den Pranger und zahlen- und zwar schon frühzeitig, nicht erst wenn das Kind im Brunnen ist.

  6. Frank Poschau

    Europa ist der Vorfall, der nicht untersucht werden darf des 21. Jahrhundert, errichtet eine „Brandmauer“ um im eigenen Saft zu schmoren.

    Eine Brandmauer soll einen Brand an der Ausbreitung hindern, hier mauert man sich zur Selbstvernichtung ein, die Maurer sind Frankreich, Deutschland. Alle armen, benachteiligten Staaten ab in den „Euroraum“, um sich von dem Raubzug des Kapitals aus Frankreich und Deutschland die Souveränität rauben zu lassen. Die Neuordnung Europas im Sinne des Kapitals, mit Abschaffung der gesellschaftlichen Grundordnung. Die neue Angst ist die Verbreitung, wir sitzen alle im selben Boot, wenn dann gehen wir alle unter, „der Endsieg naht“.
    Eine Mauer hat immer zwei Seiten, wie wir Deutsche wissen, sollte man auf der richtigen Seite stehen. Wir schreiben anderen Staaten Staatsräson vor, die wir nie erfüllen und nur besser dastehen, weil wir unser Land und Bürger vernachlässigen, mit Niedriglöhnen wie Subventionen erpressen.
    Wenn die, die heute noch glauben in eine Gemeinschaft einzutreten, um an dem Spiel im Wirtschaftsrollet zu genesen, die Falschspieler erkennen, wird es uns Deutschen schlecht ergehen. Der Franzose wird die führende Rolle der Deutschen
    als Entschuldigung ihrer Gier ausrufen und schon sind wir Deutschen wieder die Kriegstreiber.
    Das Kapital lässt sich nicht beherrschen, es ist Mittel zum Zweck, wurde zur Vorratshaltung erdacht.
    Frank Poschau
    http://www.frank-poschau.jimdo.com

    „Es ist ein Produkt unserer Zeit, Dessinteresse ist die Geißel des Wohlstandes,
    um den Strick an der Demokratie enger zuziehen.“
    Frank Poschau
    22.01.12

  7. Frank Poschau

    Heute Deutschland, morgen Europa, übermorgen die ganze Welt?

    Es ist keine Fiskalunion, es ist eine Fäkalunion. Es stinkt, eine Mafia ist ein Kindergarten dagegen. Wir werden verkauft, man handelt nicht für uns, für unsere Zukunft, man funktioniert nur noch, um das Scheitern nicht zuzugeben. Gibt es denn keine Macht, die diesen Schwachsinn ein Ende bereiten kann? Haben wir jegliche Würde verloren, um uns nicht mehr für unsere Zukunft zu interessieren?
    Die Wut der Bürger scheint diesen Machtbesessenen nicht zu schrecken, die sich über Jahre immer besser vor uns zu schützen wussten. Es ging noch nie um Gemeinschaft, es waren immer wirtschaftliche Aspekte, die sich der Politiker bedient haben.
    Es gibt in Europa keine wirtschaftlichen Mächte die sich einigen wollen, jeder versucht, ob mit oder ohne Grenzen, seinen Vorteil rauszuschlagen.
    „Nachhaltigkeit ist, den Hammer so geschickt nach Süden zu schmeißen, dass dieser mir nicht vom Norden her in den Rücken schlägt.“
    Frank Poschau
    05.12.11
    Auch der Versuch Europa wirtschaftlich zu besetzen, wird Deutschland Jahre der Glaubwürdigkeit kosten.

    Frank Poschau
    http://www.frank-poschau.jimdo.com

  8. Frank Poschau

    Werte vernichten
    Das gezüchtete Europa ist der Vorfall, der nicht untersucht werden darf des 21. Jahrhundert.
    Wenn Politiker sich in einer sogenannten Demokratie wie Monarchen über jegliche ökonomische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse hinwegsetzen, kann das nur in der totalen Vernichtung der gesellschaftlichen Errungenschaften enden.
    Politiker die ihr Tun aus Unkenntnis nicht verantworten können, verbrennen Werte, die uns homogen im Handel und Sein werden ließen.
    Wachstum lässt sich in unserem begrenzten Raum nicht ewig als Grundlage unseres Seins und des Handelns zum Fortschritt ausweiten. Wer einen begrenzten Lebensraum zur Verfügung hat, sollte den Druck nicht so erhöhen, dass andere gezwungen werden, aus Notwehr das Ventil zu öffnen.
    Ich klage unsere Monarchen an, uns den Lebensraum aus Selbstsucht und in kriminellen Machenschaften, die unser Rechtssystem unterwandern, zu zerstören.
    Sie heben den Sinn einer Gemeinschaft durch ihr Handeln auf, fördern die Gesetzlosigkeit, wie die Verwahrlosung elementarer Grundregeln einer Gemeinschaft.
    Wir Menschen sind nicht in der Lage in absoluter Gleichheit zu leben.
    Darum brauchen wir den freien Handel, freien Glauben als Ventil, für ein Hoch und Tief.
    Ich rufe die Menschen in der Bundesrepublik auf, die sich noch nicht abfüttern lassen, interessiert Euch für Menschen wie mich, die sich nicht an Euch bereichern wollen, sondern mit einer „Scheibe Brot“ am Tag zufrieden sind.
    Lassen Sie uns gemeinsam eine Zukunft aufbauen, warten Sie nicht, bis Ihnen Ihr Nachtbar wegen eines Schlucks Wasser den Schädel einschlägt.
    Heute werden Sie wegen des Profits und um alles immer zur Verfügung zu haben, vergiftet. Morgen könnten Sie mitbestimmen, wenn Sie begreifen zu essen, wenn Sie Hunger haben und Ihren Kindern nicht die Welt zerstören, nur des Wachstums wegen.
    Im Sozialismus wurden die Menschen mit der Angst des bösen Kapitalismus gefangen, Arbeitslosigkeit, gesellschaftlicher Verfall, Förderung der Monopole, was der Niedergang des Marktes und damit das Zerfallen unserer Gesellschaft zur Folge hätten.
    Heute erleben wir diese Ängste und erdenken noch weitere dazu, um uns die Möglichkeit einer sorgenfreien Zukunft zu nehmen, von Menschen die Eigennutz zu Ihrer Hauptaufgabe erklärt haben sowie es in jeder Diktatur gewesen ist.
    Ich lebe nicht mehr lang, ich möchte mir aber auch nicht vorhalten, an Kindesmord beteiligt gewesen zu sein.
    Werdet wach, „Wir töten unsere Kinder“.

    Frank Poschau
    http://www.frank-poschau.jimdo.com

  9. Schmitz

    Die ganze EU wird scheidern und nicht ganz ungewollt.

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