Ex-Schatzkanzler: "Ende des Euro ist unvermeidlich"


Griechenland/Irland/Italien/Portugal/Spanien/USA/Wirtschaft

„Die Einheitswährung ist in ihrer gegenwärtigen Form verloren“, schreibt der britische Politiker der Conservative Party und ehemalige Schatzkanzler Norman Lamont in einem Gastbeitrag in der britischen Zeitung The Telegraph. Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher habe zu sagen gepflegt: „Das Unerwartete passiert. Darauf sollte man vorbereitet sein“. Doch gebe es was den Euro angeht nichts Unerwartetes mehr, wie Lamont weiter schreibt. Er beobachte die Probleme des Euro mit großer Sorge, das Ende der Währungsunion sei in Sicht. Nun gelte es zu vermeiden, dass die Eurokrise zu einer Katastrophe mutiert, die nicht nur die Eurozone, sondern die gesamte westliche Welt betreffen könnte. Europa habe den falschen Weg gewählt, denn der Euro habe wenig mit Ökonomie, aber dafür viel mit Politik zu tun.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Im Maastricht-Vertrag sei eines der Hauptanliegen der deutschen Bundesregierung gewesen, diesen um die „No-Bail-Out‘-Klausel zu ergänzen. Angeblich, weil man damals aufgrund der großen Verschuldung Italiens besorgt gewesen sei. Doch der Grundgedanke der Währungsunion sei schon immer gewesen, dass die starken Länder den schwächeren helfen sollten. Es gebe nur zwei Möglichkeiten für die Eurokrise: Die Transferunion oder der Abbruch des Experiments. Bundeskanzlerin Angela Merkel versuche den Spagat zwischen einer immer ungeduldiger werdenden Bevölkerung und einer Rettung der Gemeinschaftswährung, doch werde sie letztendlich daran scheitern, so Lamont weiter.

Griechenland werde von vielen Seiten dazu genötigt, die Eurozone zu verlassen. Dies hätte allerdings fatale Folgen für europäische Banken. Zudem sei es schwierig vorherzusagen, wie es dann mit der Wirtschaft Griechenlands nach einem Austritt weitergehen würde, da deren Handelspartner dem Land misstrauen könnten. „Der Markt erwartet einen bevorstehenden Zusammenbruch des Euro. Sehr wahrscheinlich ist aber auch eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen.“ Der Preis dafür seien dann Vertrauensverluste und weitere Krisen. Der Zeitpunkt sei nicht vorhersehbar, doch sei ein Ende des Euro in seiner gegenwärtigen Form unvermeidlich.

Werde die Zwangsjacke der Einheitswährung nicht entfernt, bedeute das für die Bürger eine düstere Zukunft und einen stagnierenden Lebensstandard. Politiker könnten das in ihren Parlamenten durchsetzen, aber die breite Masse werde dies auf Dauer nicht akzeptieren. Nicht nur der Euro, sondern die gesamte EU müssten neu überdacht werden. Bei einer solchen Vielfalt verschiedener von Nationen gebe es zwar ein Bedürfnis nach gemeinsamen Einrichtungen, jedoch sollten diese weniger aufdringlich sein, als es aktuell der Fall ist. Allerdings sei es kaum anzunehmen, dass Brüssel dies akzeptieren werde.

Der mit einem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom Martin Feldstein hatte behauptet, dass eine einzelne europäische Währung weit davon entfernt sei, Frieden und Harmonie zu schaffen. Spannungen und Konflikte zwischen ungleichen Nationalstaaten wurden von ihm als Folge prognostiziert. „Bisher haben wir nur Unruhen in Griechenland erlebt. Aber es wird wahrscheinlich noch viel schlimmer kommen“, schreibt Lamont abschließend.

Zahlen & Fakten

  1. 90 Prozent der deutschen Bürger glauben, dass die Schuldenkrise mit immer größeren Rettungsschirmen nicht gelöst werden kann
  2. Die griechische Staatsverschuldung erreicht laut Prognosen nächstes Jahr 172% des BIP
  3. Das griechische Defizit beträgt Ende des Jahres voraussichtlich 9%
  4. Barclays rechnet mit einem Rückgang von 5,7% des griechischen BIP in diesem Jahr
  5. Seit Mai 2010 kaufte die EZB Staatsanleihen im Gesamtwert von 115,5 Milliarden Euro
  6. Die Zinsen einjähriger griechischer Staatsanleihen liegen nun bei knapp 130%
  7. Europäische Bankaktien fallen im Sinkflug, ähnlich wie 2008
  8. Laut der griechischen Regierung gibt es nur noch Liquidität, um den kommenden Monat zu überstehen
  9. Geht Griechenland pleite, könnte Portugal unmittelbar danach ebenfalls pleite gehen
  10. Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien schulden dem Rest der Welt insgesamt 3 Billionen Euro
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Die EUdssr der Supra National Sozialisten ist gescheitert !
Wie lange die Agonie wohl noch dauert ?

Für Barack Obama ist die Sache klar: Europa trägt die Verantwortung für die Schuldenmisere. EU Politiker hätten nicht schnell genug auf die Krise reagiert, erklärt der US Präsident. Dieser unfähige Politiker hat die Frechheit Europa zu massregeln, wo doch sein eigenes Land praktisch pleite ist und er durch die eigene Unfähigkeit die Welt wirtschaftlich an den Abgrund gebracht hat. Das ist eine Unverschämtheit.

Die Zinsen einjähriger griechischer Staatsanleihen liegen nun bei über 300% !!
Griechenland ist definitiv Pleite.

Wann hat Martin Feldstein denn einen Nobelpreis bekommen, und in welchem Fach?? In Ökonomie jedenfalls nicht (was ich hiermit gar nicht bewerten möchte, aber is einfach so), zumindest nicht laut

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/

Sicher stecken hinter diesen wohlfeilen Aufzählungen handfeste Interessen bankenlastiger Angelsachsen. Was soll denn nach dem Euro kommen? Ändert sich denn irgend etwas, wenn der Euro nicht mehr die Währung ist, sondern Kleinmünzerei wieder Einzug hält? Gar nichts.

Es herrscht keine Euro-Krise, sondern eine Struktur- und Schuldenkrise. Da muss der Hebel angesetzt werden. Solange in einigen Ländern italienisch-griechische Verhältnisse herrschen wie bisher, kann es nicht funktionieren. Wer lügt und betrügt muss an den Pranger und zahlen- und zwar schon frühzeitig, nicht erst wenn das Kind im Brunnen ist.

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