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Eurokrise bedroht das Wirtschaftswachstum der Türkei

Die Wirtschaft der Türkei wächst im Rekordtempo und die türkische Regierung scheint der Krise in der Eurozone selbstbewusst, fast schon hämisch entgegenzutreten. Doch warnen Analysten, dass sich das Wachstum der türkischen Wirtschaft bereits wieder deutlich verlangsamt. Zudem sei der türkische Aufschwung stark von ausländischen Investoren finanziert worden, doch gehen die Kapitalzuflüsse im Zuge der Finanzkrise deutlich zurück.

Der Vize-Ministerpräsident der Türkei Ali Babacan erklärte kürzlich, dass die Türkei hat es geschafft hat, jegliche Auswirkungen der beunruhigenden Wirtschaftskrise in der Eurozone und in der EU abzuwehren. Das Land konnte im Jahr 2010 mit einer der höchsten Wachstumsraten der Welt glänzen: Stolze 8,9% wuchs die Wirtschaft in diesem Zeitraum und türkische Abgeordnete scheinen zuversichtlich, dass die Türkei von Platz 17 der größten Volkswirtschaften der Welt bis im Jahr 2023 in die Top 10 aufrücken wird. “Wir überholen eine Volkswirtschaft nach der anderen”, frohlockte Babacan laut einem Bericht des Nachrichtensenders Al Arabiya. “Wenn türkische Politiker an der Spitze Europas stünden, wären die Probleme innerhalb von drei Monaten gelöst.”

Doch warnen Ökonomen und Analysten vor einem Einbruch der türkischen Wirtschaft, die seit der Zollunion aus dem Jahr 1995 eng mit der Wirtschaft der EU verknüpft ist. Denn gleite die Eurozone 2012 erneut in eine Rezession ab, werde auch die Türkei die Auswirkungen deutlich zu spüren bekommen.

“Was auch immer geschieht in Europa, es wird auch die Türkei betreffen. Wenn die EU eine Erkältung hat, wird auch die Türkei niesen, da die Volkswirtschaften voneinander abhängig sind”, sagte ein Europa-Politiker, der anonym bleiben wollte. “Vor Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 exportierte die Türkei 56% seiner Waren in die EU, doch ist die Zahl seither auf 47% gesunken”, sagte Sarp Kalkan, Analyst bei der türkischen Denkfabrik TEPAV. Das Institute of International Finance erwartet, dass die Eurozone in eine “scharfe Rezession” abrutschen und 1% seiner Wirtschaftsleistung verlieren wird. Laut OECD wird sich das türkische Wirtschaftswachstum von 7,4% im Jahr 2011 auf 3,0% in 2012 verlangsamen.

Doch kommt neben Exporten noch ein weiteres Problem hinzu: Basak Karaaslan, Ökonomin bei der Finansbank in Istanbul, sagte, dass “eine Verschärfung der Finanzkrise in Europa unweigerlich das Wachstum der Türkei verlangsamen wird, da die türkische Wirtschaft von externer Finanzierung abhängig ist.” Sie prophezeite der Türkei einen Rückgang der Wachstumsrate auf 1,0% im Jahr 2012, während die Prognosen der Regierung bei 4,0% liegen.

Die Türkei hat auch von ihrem Status als EU-Kandidat profitiert, ebenso wie von wirtschaftlichen und politische Reformen, die im Zuge der Kandidatur unternommen wurden. Dies habe Anleger davon überzeugt in die Türkei zu investieren. “In der Vergangenheit war die Türkei ein Land mit politischer Instabilität und Militärputsche, aber nun sind ausländische Investoren zuversichtlich, dass Stabilität herrscht”, sagte ein europäischer Diplomat. Ausländische Investitionen stiegen von 571 Millionen Dollar im Jahr 2002 auf 19,1 Milliarden Dollar im Jahr 2007. Durch die globale Finanzkrise hätten sich die Zuflüsse an ausländischem Kapital jedoch wieder verlangsamt. Im Jahr 2010 seien nur noch 6,3 Milliarden Dollar in das Land geflossen.

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9 Antworten zu "Eurokrise bedroht das Wirtschaftswachstum der Türkei"

  1. nur eine stimme sagt:

    Erkennt man da eine kleine Missgunst seitens des Autors? Die EU zerbricht, das ist nun offensichtlich. Also will man es der benachbarten Türkei, welche wir nicht in die EU aufgenommen, nicht gönnen.
    Es wäre auch ein wahrer Gesichtsverlust für die EU-Staaten wenn die Türkei fast schadenslos davon kommen würde. Ich glaube das wäre wirklich peinlich für Deutschland und die EU.
    Und das der EU-Politiker anonym bleiben will, kann ich nicht nachvollziehen. Habe bislang noch nie so etwas gelesen, das ein Politiker was sagt und dabei anonym bleibt. Das ist absurd.
    Ich persönlich glaube, das die Türkei zwa auch etwas wankeln wird in dieser Krise doch hate es schon längst Vorkehrungen getroffen damit man es nur mit einem “blauen Auge” übersteht. Die Türkei hat den Trend rechtzeitig erkannt und schon damals der EU den Rücken gekehrt und mehr geschäftliche Beziehung in arabische und asiatische Staaten aufgebaut. Türkische Bauunternehmen sind u.a. in Lybien und in vielen anderen arabischen Staaten sehr aktiv.

  2. Bürgender sagt:

    @nur eine stimme
    Jedem sei sein Erfolg gegönnt, auch der Türkei. Bezüglich des anonymen Politikers einfach die Quelle anklicken. Und dass der fremdfinanzierte Aufschwung dahinschmilzt zeigen die Zahlen. Es handelt sich also nicht um Missgunst, Sorry.

    Der Autor

  3. nur eine stimme sagt:

    @Autor
    Nichts für Ungut. War nicht so bös gemeint. Sorry.

    Aber die Quelle zum Autor habe ich nicht gefunden.

  4. BűrgerXY sagt:

    Die Wirtschaft der Tűrkei wächst im Vergleich zu den EU-Verändern von einem sehr viel niedrigeren Ausgangsniveau her. Zudem resultiert dieses Wachstum maßgeblich aus Investitionen aus der EU sowie aus Zuflűssen aus der Tourismusbranche. Damit steht und fällt die tűrkische Wirtschaft mit der Finanzkraft der EU mit ihrer Investitionsgűterindustrie, welche in vergleichbarer Qualität in der Tűrkei noch Jahrzehnte auf sich warten lassen wird.

  5. spaßbremse sagt:

    An “nur eine stimme”
    Also ich habe das mit dem “anonymen Experten” schon oft in englischsprachigen Zeitungen gelesen…Ob es immer seriös ist weiß ich nicht, aber als “absurd” würde ich es nicht bezeichnen. Ist doch schön, wenn einer mit Ahnung auch mal Insiderinfos rauslässt und die Journalisten uns das dann nicht vorenthalten.

  6. Bürgender sagt:

    @nur eine stimme
    Kein Thema, ich bin ja froh wenn Leute selber denken. Quelle ist hier: klick

    “Whatever happens in Europe closely concerns Turkey. If the EU catches a cold, Turkey sneezes as the two economies are inter-dependent,” a European politician said on condition of anonymity.

  7. RazorCat sagt:

    jetzt muss man wohl schon anonym bleiben wenn man die Wirtschaft der Türkei mit ihren eingebildeten muselmanischen Pseudoherrenmenschen kritisiert. Soweit ist es schon gekommen!

  8. nur eine stimme sagt:

    @RazorCat

    Dein Kommentar finde ich nicht nett. Als wenn du in Deutschland alles sagen kannst was du willst. Den Holocaust in Frage zu stellen wird mit der Todesstrafe bestraft. Ich als Individuum nehme mir das Recht alles was ich möchte anzuzweifeln. Das gehört meiner Meinung nach zur Meinungsfreiheit. Also bedenke doch vorher kurz deine Wörter bevor du sie schreibst. Damit trittst du etlichen anderen auf den Schlips.
    Möchte hier auch keine Diskussion über respektvolles Verhalten entfachen. Man sollte dennoch keine respektlosen Äußerungen machen, besonders nicht wenn es sich nicht auf den einzelnen sondern auf sein Volk oder Nation richtet.

  9. "Ausländer" sagt:

    RazorCat ist wieder ein perfektes Beispiel dafür, wie die von den Medien herbeigeführte negative Meinungsbildung gegenüber Migranten/Ausländern erfolgreich stattgefunden hat.
    Man schafft Brandherde im “einfachen Fußvolk”, damit sich dieses stets gegenseitig bekämpft, sodass die Elite weiterhin ihr Ding durchziehen kann, ohne dass es jemandem großartig auffällt. Hauptsache wir beschimpfen und beleidigen uns gegenseitig, obwohl wir alle in dem selben Boot sitzen.
    Ich komme aus der Türkei, aber ich kenne hier keine “eingebildeten muselmanischen Pseudoherrenmenschen” – Was soll das überhaupt sein?!

    @nur eine stimme
    Beim Durchlesen ihres Kommentars muss ich eingestehen, dass die Hoffnung doch noch nicht ganz verloren scheint! Vielen Dank hierfür.

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