Deutsche Bank-Aktien seit Oktober um 50% abgestürzt


Deutschland/Wirtschaft

Seit Oktober 2015 hat sich der Aktienkurs der Deutschen Bank halbiert und stürzte Ende Juni auf ein 30-Jahrestief ab. Das Institut wird derzeit als „bankrotteste Bank Europas“ oder auch „gefährlichste Bank der Welt“ bezeichnet.

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Deutsche Bank, Bild: Eigene Fotografie

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist seit Oktober des vergangenen Jahres um 50 Prozent abgestürzt. Zunächst sackte der Kurs bis Februar um 40 Prozent ab, erholte sich dann leicht, nach dem Brexit und dem Stresstest der Federal Reserve halbierte sich der Aktienwert schließlich und fiel Ende Juni auf ein neues 30 Jahrestief. Heute steht der Kurs bei 12,71 Euro. Die Deutsche Bank bezieht 19 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Vereinigten Königreich.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Zuletzt hatte Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, der in seinem Land selbst mit einer schweren Bankenkrise zu kämpfen hat, die Deutsche Bank als „bankrotteste Bank Europas“ bezeichnet. Gleichzeitig verlieh der IWF dem Institut den Titel „gefährlichste Bank der Welt“, keine gute Kombination. Die in den Büchern der Deutschen Bank befindlichen Derivate belaufen sich auf insgesamt 75 Billionen Dollar, was etwa dem 20-fachen des deutschen Bruttoinlandsprodukt entspricht, bzw. dem 5-fachen der Eurozone.

Die Deutsche Bank ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt, vor allem in den USA, wo derzeit – möglicherweise aus eigenen wirtschaftlichen Interessen – auf deutsche Unternehmen eingeprügelt wird. Die niedrigen Zinsen erschweren das Investmentbanking, in den kommenden zwei Jahren wird die Bank keine Dividende ausschütten. Dies führt wiederum dazu, dass Versicherungen und andere Großanleger die Aktien verkaufen und die Preise weiter in den Keller treiben. Desweiteren ist die Deutsche Bank mit 13 Milliarden Euro einer der größten Gläubiger italienischer Banken. Im Zuge des 150 Milliarden-Rettungspakets für Italiens Banken konnte sich der Aktienkurs darum leicht erholen.

Der Finanzexperte Max Keiser warnte zuletzt davor, dass die Deutsche Bank zu einem zweiten Lehman-Brothers werden könnte. Allerdings bezeichnete er den Crash von 2008 als „Picknick“ gegenüber dem, was im Falle eines Zusammenbruchs der Deutschen Bank drohe. Er betonte, dass seit 2008 nichts unternommen worden sei, um eine neue Bankenkrise zu verhindern. Stattdessen habe man die Krise „um sieben oder acht Jahre verschoben.“

Bereits im Jahr 2013 hatte der Marktforscher und Finanzredakteur Jim Willie erklärt, dass die Deutsche Bank möglicherweise das nächste Finanzinstitut ist, welches in einem neuen Schub der Bankenkrise in Europa zusammenbrechen könnte. Immer wieder werden Warnungen vor einem Bankrott der Deutschen Bank laut. Selbst mit der Politik eng verbandelte Ratingagenturen wie S&P oder Moody’s stufen die Bonität der Deutschen Bank nur noch knapp über Junk-Status ein.

Im Dezember 2010 hat die japanische Finanzaufsicht die Deutschen Bank zur „wichtigsten Bank der Welt“ gekrönt, was in japanischer Zurückhaltung ausgedrückt etwa gleichbedeutend sein dürfte wie „gefährlichste Bank“. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Goldman Sachs und JP Morgan. Damals hatte die Aktie der Deutschen Bank noch einen Wert von rund 37 Euro.

Quellen: BBC, WeAreChange, Zerohedge, Keiser Report, Wall Street Journal

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Ja- die Großaktionäre suchen das Weite.
Und wenn das Großkapital sein Geld in Sicherheit gebracht hat (siehe Zypern, Portugal, Italien) dann wird der Sack zugemacht.
Und ratet mal wer dann in dem Sack sitzt und enteignet wird.
Aber- nur durch die Streichung von Guthaben können Schulden beseitigt werden und es erwischt immer „die Kleinen“; wen sonst.

Viele Grüße
H. J. Weber

Da hilft ein Blick ober Google zur Eigenkapitalbasis der Deutschen Bank. Danach ist die bisherige Eigenkapitalhöhe von 10,20 % derzeit deutlich gefallen.
Da sind dann hauptsächlich noch Luftbuchungen und eben das allgemein bekannte „Falschgeld“ auszubuchen.
Das der Aktienkurs sinkt ist normal, weil kleine wie große Aktienbesitzer auszusteigen trachten.
George Soros erwartet gar das Schlimmste.
Da wird dann wieder der Staat helfen müssen, aber das kann er nicht, weil selbst hoch verschuldet. Also muss auch der Staat im Grunde genommen gestützt werden.
Sollte die DB wirklich in ernsthafte Turbulenzen geraten (das wird am Aktienkurs zuerst ablesbar sein), dann ist das Ende der Weltfinanzarchitektur nicht mehr weit.

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